Überlingen Einsatz für Artenvielfalt

Der Arbeitskreis Umwelt des Bundesverbands Deutscher Stiftungen befasst sich mit dem Thema Biotopverbund. Bei einer Tagung des Arbeitskreises Umwelt des Bundesverbands Deutscher Stiftungen kamen mehr als 50 Teilnehmer an den Bodensee.

Das Wissen um die Not der Natur ist mannigfach vorhanden, beschrieben sind auch Wege, wie der Aderlass an Tier- und Pflanzenarten gebremst werden könnte. Allein, es hapert an der Umsetzung, am politischen Willen, das zu tun, was dringend geboten wäre – zum Beispiel ein Umdenken in der Agrarpolitik. Zu diesem Befund kamen Experten von Bund und Land bei einer Tagung des Arbeitskreises Umwelt des Bundesverbands Deutscher Stiftungen, zu der mehr als 50 Teilnehmer an den Bodensee gekommen waren, um sich mit Thema "Biotopverbund Deutschland – Bilanz und Ausblick" zu befassen. Auf Einladung der Heinz-Sielmann-Stiftung, die Beispiele des Biotopverbunds Bodensee vorstellte.

Hatte Professor Werner Wahmhoff, der Leiter des Arbeitskreises, zu Beginn noch sehr höflich die Vielfalt, die Intensität und den "Liebreiz" der hiesigen Kulturlandschaft gelobt, so sollte Professor Peter Berthold – Initiator und Motor des Biotopverbunds – später auch diesen schönen Schein deutlich relativieren. "Hinter den herrlichen Farben ist es ziemlich düster", bezog sich der Ornithologe auf den drastischen Artenrückgang, dem die Sielmann-Stiftung hier mit mehr als 100 Projekten gegenzusteuern versucht. Dabei würden die neuen Biotope mit den Kommunen und den Menschen zu realisiert. "Wir laden die Menschen auch ein und zeigen ihnen die Schmetterlinge."

Die gute Zusammenarbeit mit der Sielmann-Stiftung hob Überlingens OB Jan Zeitler in seiner Begrüßung hervor, zeigte sich schon erfreut über den nächsten geplanten Weiher bei Lippertsreute. Er nannte auch die entstehende Uferrenaturierung im Rahmen der Landesgartenschau und ermunterte die Gäste zu einer Besichtigung. Fast täglich habe er jedoch auch mit Investoren zu tun, denen es insbesondere um die Rendite gehe. In diesem Spannungsfeld gelte es, den Charakter der Region zu bewahren.

Michael Beier, Vorstandsvorsitzender der Sielmann-Stiftung, zeigte sich erfreut über den neuen, aber "erfolgreichen Weg", die Kommunen an den Projekten zu beteiligen. Beier kündigte an, das Ziel "Jeder Gemeinde ihr Biotop" bundesweit weiter zu verfolgen. Die Grundlagen dafür beschrieb Uwe Riecken vom Bundesamt für Naturschutz in Bonn mit den wichtigen übergeordneten Ebenen der Kerngebiete und Korridore, die stabilen Artenpool sicherten und den Austausch über längere Strecken ermöglichten. "Wir werden allerdings nicht gewinnen", war Riecken skeptisch, "wenn die Agrarpolitik so weiter geht." Dass der Naturschutz im Wahlkampf keine Rolle gespielt habe, wunderte die einen, für andere war es symptomatisch.

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