Überlingen Dreikönigstauchen lockt 265 Aquanauten nach Überlingen

Thomas Wagenbreth und Maren Moldau aus dem Hegau finden Schatztruhe bereits nach 26 Minuten.

Kevin Lott (28) und Phillip Hey (29) aus Lichtenau gingen zum ersten Mal beim Dreikönigstauchen in Überlingen an den Start. Sie seien zwar schon öfters, auch zum Tauchen, an den Bodensee gekommen, dieses Event besuchten die zwei Hobbytaucher aus der Nähe von Rastatt jedoch zum ersten Mal, erzählen sie. Die Faszination an der Entdeckung des Unbekannten sei für die beiden die größte Motivation, jedes Mal aufs Neue abzutauchen.

Der verbundene Aufwand und die mit zunehmender Tiefe steigenden Anforderungen seien hoch, erläutern die beiden Aquanauten und könnten mit denen eines Profibergsteigers verglichen werden. Im Wasser steigt der Druck alle zehn Meter um ein Bar. An Land muss man etwa tausend Meter in der Höhe zurücklegen, um einen vergleichbaren Wert zu haben. So kommt ein Abstieg von etwa achtzig Metern den körperlichen Belastungen beim Erklimmen des Mount Everest ziemlich nahe. Das Trinken ist entgegen der Vermutung vieler Zuschauer auch unter Wasser kein Problem. „Meine Capri-Sonne habe ich in etwa siebzig Metern Tiefe zu mir genommen“, sagt Kevin Lott, während er den leeren Trinkbeutel hervorholt. Einzige Voraussetzung sei es, dass das Trinkgefäß keine Luft enthält, da es sonst unter Wasser dem großen Druck nicht standhält und platzt.

Von den sechs Grad Celsius Wassertemperatur im Bodensee an diesem Morgen haben die Aquanauten, welche meist mit Trockenanzügen ausgerüstet waren, wenig mitbekommen. Zumal ab einer bestimmten Tiefe das ganze Jahr über dieselben Temperaturen herrschen. Bis zu zwei Stunden verbrachten die insgesamt 265 aus Österreich, der Schweiz und vielen Teilen Süddeutschlands kommenden Wintertaucher in bis zu achtzig Metern Tiefe. Die Suche nach der Schatztruhe, mache dabei den besonderen Reiz aus, darin sind sich viele Taucher einig.

Thomas Wagenbreth und Maren Moldau sind dieses Jahr die Entdecker der Schatztruhe. Die beiden Taucher aus dem Hegau fanden sie bereits nach einem nur 26-minütigen Tauchgang um kurz vor halb neun. Darin befanden sich nebst Kelch, Taucherbrille und Schnorchel auch zwei Gutscheine im Wert von 25 Euro vom Tauchsportzentrum Ravensburg. Auch die Tatsache, dass nur einmal im Jahr, eben an diesem Tag, das Tauchen im Mantelhafen und an der Uferpromenade gestattet ist, lockt jedes Jahr etwa 200 bis 300 Tauchbegeisterte nach Überlingen. Bei vielen, ist dieser Termin daher als alljährliches Wintertauchevent am Bodensee im Kalender fest vermerkt. Die Veranstaltung aufgrund der Suche nach der seit vergangenem Wochenende vor Überlingen vermissten Taucherin, abzusagen, kam für die Veranstalter nicht in Frage. Diese Entscheidung wurde von den Tauchern, von denen viele bis zu 300 Kilometer angereist sind, begrüßt, erläutert Ulrich Störmer, Vorsitzender der Tauchgruppe Überlingen (TGÜ), die das europaweit größte Taucher-Treffen im Winter zum 45. Mal seit 1970 veranstaltete.

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