Überlingen Drei Uhu-Küken lernen im Stadtgraben das Fliegen

Der Überlinger Uhu hat drei Küken ausgebrütet. Sobald der Nachwuchs mit den Flugübungen beginnt, wird er Stadtgraben zum Schutz der Uhus für etwa zwei Monate gesperrt.

Das dritte Jahr in Folge Brut-Erfolg für den Überlinger Uhu: Das im Stadtgraben lebende Tier hat erneut Nachwuchs ausgebrütet. Drei Küken bereiten sich gerade auf ihre ersten Flugübungen vor. Während dieses Zeitraums wird der Stadtgraben zum Schutz der jungen Uhus gesperrt. In den vergangenen Jahren waren es immer zwei Monate.

Das Uhu-Weibchen hat seit dem 16. Februar gebrütet, wie Rolf Geiger, Leiter des städtischen Amts für Grunflächen, Umwelt und Forst, berichtet. Üblicherweise brütet die weltgrößte Eulen-Art erst etwa zwei Wochen später. Der Entwicklung oder Gesundheit des Nachwuchses schadet dies jedoch nicht. In der ersten Zeit befanden sich die Jungtiere ausschließlich unter den Fittichen der Uhu-Mutter.

Uhus dient der blanke Felsboden als Brutstätte 

Es folgte eine Übergangszeit von etwa zehn bis zwölf Tagen. In dieser sitzt der Altvogel noch neben seinem Nachwuchs auf dem waagrechten Wandvorsprung, dem sogenannten Sims. Gemäß den Erfahrungen aus den Vorjahren werden die Küken nach dieser Phase von der Mutter verlassen. Dies zeugt allerdings nicht von Vernachlässigung, vielmehr ist es der Versuch, den Nachwuchs aus der Brutstätte herauszulocken und zum Fliegen zu animieren.

Als Brutstätte dient den Uhus übrigens nicht ein Nest, sondern ein blanker Felsboden. Unterstützt wird das Vorhaben durch Rufe des Uhu-Weibchens. Folgen die Jungvögel den Rufen noch nicht, werden alle Register gezogen: Nahrungsentzug. Sodann bleibt den Küken keine andere Wahl mehr, als das gewohnte Terrain zu verlassen.

Warum der Stadtgraben gesperrt werden muss 

Nach ersten Ruderübungen mit den Flügeln werden die Tiere flügge und springen über die Kante. Meistens flattern sie wild und landen mehr oder weniger weich im Stadtgraben. "Das ist auch der Grund, warum der Graben in dieser Zeit gesperrt wird", sagt Geiger.

Die Gefahr ist sonst zu groß, dass ein Hund die notgelandeten Küken schnappt und verletzt. Erst seit 2009 gibt es in Überlingen wieder einen Uhu. Die erste Uhu-Mutter kam 2013 durch Rattengift um. Der Uhu-Vater fand eine neue Partnerin, die 2016 vierfachen und 2017 dreifachen Nachwuchs großzog.

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