Überlingen Das Ende der Überlinger Ufermauer rückt näher

Auf dem Gartenschaugelände entsteht der Seezugang. Vor dem endgültigen Fall der Ufermauer hat die Logistik den Gartenschauplanern noch einige Aufgaben ins Stammbuch geschrieben. Während am Ende des künftigen Parks schon der spätere Rasen sprießt, ist im stadtnahen Bereich der zweite Bauabschnitt angelaufen, wo mit dem Rückbau der alten Bahnhofstraße zugleich einige neue Hausanschlüsse installiert werden.

Roland Leitner, Geschäftsführer der Landesgartenschau Überlingen GmbH, erläuterte die Pläne bei einem Ortstermin. "Dann müssen wir uns zunächst um die Altlasten kümmern", sagt Leitner. Nach dem Abbau der Asphaltdecke der Bahnhofstraße muss in diesem Bereich im Oktober noch einmal nach Blindgängern gesucht werden. Auf dem früheren Tankstellengelände müssen die Schadstoffe geborgen und entsorgt werden, auf die es bei den Probebohrungen schon Hinweise gegeben hatte. "Die verschiedenen Abschnitte werden separat aufgearbeitet", erklärt der LGS-Geschäftsführer. Unterdessen entsteht zur neuen Bahnhofstraße hin schon der künftige Grenzzaun zum Gartenschaugelände.

Erst dann können das Erdreich und die Ufermauer abgetragen werden, um die Topographie des zweiten, rund 225 Meter langen Seezugangs zu erstellen. Ein großer Teil der Granitblöcke zur späteren Befestigung liegen schon bereit. Rund 6500 Tonnen waren für den ersten Bauabschnitt erforderlich, etwas weniger werden beim zweiten Bauabschnitt benötigt. Noch schwappt das Bodenseewasser angesichts des ungewohnt hohen Pegels von über vier Metern direkt gegen die alte Mauer, zur Gestaltung des neuen Ufers muss das winterliche Niedrigwasser abgewartet werden.

Der zweite Bauabschnitt für den Uferpark begann mit dem Rückbau der alten Bahnhofstraße.
Der zweite Bauabschnitt für den Uferpark begann mit dem Rückbau der alten Bahnhofstraße. | Bild: Hanspeter Walter

Nach der separaten, erneut europaweiten Ausschreibung der Bauarbeiten hat erneut die Firma Meyer aus Villingen-Schwenningen den Zuschlag erhalten. "Wir sind exakt im Zeitplan", betont Roland Leitner, "und haben auch nach der Auftragsvergabe für den zweiten Bauabschnitt für 2,9 Millionen Euro netto noch einen kleinen Puffer." Kein Wunder, dass Leitner mit dem bisherigen Verlauf der Bauarbeiten "sehr zufrieden" ist. Die im SÜDKURIER geäußerte Kritik der Tauchgruppe Überlingen kann Roland Leitner nicht verstehen. "Wir hatten erstmals im Februar aufgefordert, den Platz zu räumen", sagt Leitner. Dann habe man ein Zugeständnis für den Sommer gemacht. "Ende August haben wir die Gruppe noch einmal angeschrieben und um eine Räumung binnen zwei Wochen gebeten." Da könne nun niemand überrascht gewesen sein.

"Technisch möglich ist fast alles", erklärt Leitner, zum überraschenden Vorstoß der CDU-Fraktion, unter dem ersten Abschnitt des Uferparks nun doch noch ein Parkdeck zu bauen. Doch es hätte Konsequenzen für den weiteren Bauablauf, den Zeitplan und die Kosten. Bei der Ratssitzung am 27. September werde das Für und Wider dargestellt. Dem wolle er mit einer persönlichen Bewertung nicht vorgreifen.

Abschied für Taucher in ungewisse Zukunft

Die Sonne schickte am frühen Abend letztmalig warme Sonnenstrahlen, ein kleiner Trost, denn am Montag ging ein Stück Geschichte zu Ende: Die Tauchgruppe Überlingen musste ihr Taucherplätzle räumen. Das kleines Fleckchen beim westlichen Bahnübergang diente den Tauchern als Einstieg in den Bodensee. Seit 44 Jahren, als das Sporttauchen am Bodensee populär wurde, war das kleine Grundstück fest in Taucherhand. Hier konnten sie sich fertigmachen für den Tauchgang. Hier fiel die berühmte und bei den Taucher sehr beliebte Steilwand spektakulär senkrecht ab, ein idealer Einstieg also mit kurzen Wegen. Und hier lagerte auch eine Taucher-Notfallausrüstung.

Mitglieder der Tauchgruppe und Freunde beim Abschiedsfest für ihr Tauchplätzle.
Mitglieder der Tauchgruppe und Freunde beim Abschiedsfest für ihr Tauchplätzle. | Bild: Dieter Leder

Doch der Platz mit zwei mächtigen Linden liegt auf dem Gelände der zukünftigen Landesgartenschau. Und mit dem Beginn der Bauarbeiten für den zweiten Bauabschnitt kam das Ende des Taucherplätzles. Ein Dutzend Taucher und Freunde fanden sich ein zur kleinen Abschiedsfeier, zum letzten Lagerfeuer. Doch es war weniger der Abschied, der schmerzlich war, als vielmehr die ungewisse Zukunft: Das Taucherplätzle war Ausgangspunkt für den Großteil der 40.000 bis 60.000 jährlichen Tauchgänge vor Überlingen. Doch einen Ersatz oder eine andere Möglichkeit zum Einstieg gibt es nicht. „Eines der spektakulärsten Tauchreviere am Bodensee ist damit geschlossen worden“, wie Taucher Dirk Diestel erklärte: „Und Stadt und LGS haben keine Alternative für uns. Kein guter Tag für die Überlinger Tauchvereine und den Tauchsport.“ (dle)

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