Überlingen 70 Interessierte lernen sich bei "Begegnung ÜBen" kennen

Offenheit macht Begegnung einfach: Der Runde Tisch für Vielfalt organisierte in Überlingen unter dem Motto "Begegnung ÜBen" ein Treffen mit Workshops, in denen es darum ging, offen und interessiert bis dato Unbekannte kennenzulernen. Wie das gelingen kann, wurde in verschiedenen Aufgabenstellungen deutlich.

Die Workshops der Veranstaltung "Begegnung ÜBen" haben das Titelthema wörtlich genommen. Eine Gruppe teste aus, wie nah ihnen andere kommen können, bis es unangenehm wird. Andere kamen beim Speed Dating mit fremden Leuten ins Gespräch.

70 Teilnehmer mit unterschiedlichen Hintergründen

Kontaktaufnahme ist auch Übungssache, dachten sich die Veranstalter und ließen die 70 Teilnehmer im Katholischen Pfarrzentrum in vier Gruppen einmal Neues ausprobieren. Ziel der Veranstaltung "Begegnung ÜBen" war es, Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen zusammen zu bringen: Alt und Jung, Einheimische und Migranten, Profis und Ehrenamtliche. Teilnehmen konnten alle Interessierte, entsprechend bunt war die Gruppe.

Initiative vom Runden Tisch für Vielfalt

Die Initiative für den Nachmittag kam vom Runden Tisch für Vielfalt in Überlingen, wo Elke Dachauer, Integrationsbeauftragte der Stadt, und Ulrike Dittert, Standortkoordinatorin des Christlichen Jugenddorfwerks Deutschlands (CJD), sich die Sprecherrolle teilen. Bei ihrer Begrüßung erinnerte Elke Dachauer an die Anfänge des Runden Tischs, der aus einem Projekt erwuchs und mittlerweile zu einer festen Größe in Sachen Integration geworden ist. Dank einer Förderung des Landesministeriums für Soziales und Integration konnte die Veranstaltung stattfinden, was beide als eine Bestätigung der gemeinsam geleisteten Arbeit sehen.

Zum Auftakt der Veranstaltung "Begegnung ÜBen" begrüßten Oberbürgermeister Jan Zeitler (links) sowie Ulrike Dittert und Elke Dachauer (4. und 5. von links) die Teilnehmer. Birgit und Oliver Nolte (3. und 6. von links) übernahmen die künstlerische und Alex Eberhardt (2. von links) die fachliche Einstimmung.
Zum Auftakt der Veranstaltung "Begegnung ÜBen" begrüßten Oberbürgermeister Jan Zeitler (links) sowie Ulrike Dittert und Elke Dachauer (4. und 5. von links) die Teilnehmer. Birgit und Oliver Nolte (3. und 6. von links) übernahmen die künstlerische und Alex Eberhardt (2. von links) die fachliche Einstimmung.

OB Zeitler: "Stadtgesellschaft gemeinsam gestalten"

"Wir wollen heute Mut und Neugier entstehen lassen auf das, was noch kommt", begrüßte Oberbürgermeister Jan Zeitler die Anwesenden. "Es geht darum, die Stadtgesellschaft gemeinsam zu gestalten durch Offenheit, Klarheit und gemeinschaftliches Voranschreiten." Zwei feste Größen der Stadtgesellschaft, Birgit und Oliver Nolte, gingen das Thema Begegnung auf ihre Art an: erst kurz und pointiert mit einem Goethe-Text, absurd nach Art von Eugène Ionesco und schließlich dramatisch in Form eines verzweifelten Jedermann von Hugo von Hofmannsthal.

Literarisch-spielerische Begegnungen zelebrierte das Ehepaar Nolte auf der Bühne.
Literarisch-spielerische Begegnungen zelebrierte das Ehepaar Nolte auf der Bühne.

Der Politologe und Kultursoziologe Alex Eberhardt referierte zum Thema "Gelingende Begegnung". Er machte anhand von Filmen deutlich, dass Migranten in unserer Gesellschaft angekommen seien. "Erst als Nebendarsteller, dann in Hauptrollen und heute gehören sie zu den namhaften Regisseuren, wie zum Beispiel Fatih Akin." Eberhard zitierte eine Studie der Bertelsmann-Stiftung, die aussagt, dass der gesellschaftliche Zusammenhalt in Deutschland besser sei, als in den Medien dargestellt.

Workshops mit unterschiedlichen Aufgabenstellungen

So eingestimmt ging es in die Workshops: Eine Theaterpädagogin ließ ihre Gruppe mit unterschiedlichen Aufgabenstellungen das Begegnen ohne Worte üben.

Beim Kunstworkshop schufen die Teilnehmer mit verbundenen Augen gemeinsam eine Tonskulptur.
Beim Kunstworkshop schufen die Teilnehmer mit verbundenen Augen gemeinsam eine Tonskulptur. | Bild: Sabine Busse

Draußen saßen sich Unbekannte an einem Tisch gegenüber und formten gemeinsam mit verbundenen Augen aus einem Tonklumpen eine Skulptur. "Das hat Spaß gemacht!", freute sich Shanaz. Die Kurdin lebt in Überlingen und fand es nicht unangenehm, auf diese Weise mit einem Fremden in Kontakt zu kommen. Mehr sprachbasiert ging es in der Diskussionsrunde zu. Teilnehmerin Effat Navab fand gut, dass hier die Dominanz der Männer in vielen Kulturen zum Thema wurde.

Blickkontakt, Interesse am anderen und gemeinsames Lachen

Beim Speed Dating kamen blitzschnell Menschen ins Gespräch und stellten sich die vorbereiteten Fragen. Ohne viel Smalltalk kamen sie zum Punkt. "Was braucht man für Begegnung? Blickkontakt, Interesse an dem anderen und gemeinsames Lachen!", fasst eine Teilnehmerin zusammen.

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