Sipplingen Rathauskonzerte: Sigrid Miller und Alois Benz sorgen für Musik

Die Sipplinger Rathauskonzert-Reihe ist in bewährten Händen: Sigrid Miller und Alois Benz organisieren die Konzerte, die Planung für 2018 steht großteils.

Die Rathauskonzerte sind seit über zwölf Jahren eine feste Größe im Sipplinger Veranstaltungskalender. Musikalische Leckerbissen begeistern Einheimische und Gäste. Klavierabende, Harfenduo, Bodenseetalente, Gitarren- und Flötenklänge oder auch Tucholsky mit Text und Chanson sind nur ein kleiner Auszug aus dem Angebot der letzten 135 Monate. Hinter der künstlerischen Auswahl und der Organisation des Programmes steht seit vielen Jahren ein Zweiergespann: Sigrid Miller und Alois Benz.

Mit Klaviermusik zu vier Händen hat im Oktober 2006 alles begonnen. Beim Eröffnungskonzert im historischen Bürgersaal in Sipplingen begeisterte die damals seit fünf Jahren pensionierte Musik- und Deutschlehrerin Sigrid Miller zusammen mit Jörg Zukunft das Publikum mit Werken von Mozart, Schubert und Ravel. "Sigrid Miller ist schon während ihrer Lehrtätigkeit in Überlingen mit ihren Konzerten Jugend musiziert bekannt geworden", erinnert sich der ehemalige Schulleiter der Überlinger Realschule, Karl Hepp. "Sie hat die sporadisch vom Sipplinger Musiker Gustav Blessing veranstalteten Konzerte nach seinem Tod übernommen und zu den Sipplinger Rathauskonzerten etabliert." Alois Benz, der frühere Physik- und Mathematiklehrer, unterstützt Sigrid Miller seit seiner Pensionierung 2009 bei den Computerarbeiten.

Bei einer Tasse Kaffee verraten die frühere Musikpädagogin Sigrid Miller und ihr ehemaliger Lehrerkollege mehr über Vergangenes. "Auch wenn wir uns ab und an streiten, sind wir ein perfektes Team", erzählt die mittlerweile 80-jährige Sigrid Miller. "Ich streite gerne", verrät sie mit einem schelmischen Funkeln in ihren Augen. Am Wohnzimmertisch mit Ausblick auf den Bodensee erzählt Sigrid Miller über ihr Leben. Alois Benz ergänzt die Schilderungen.

Sigrid Miller plant zusammen mit ihrem früheren Lehrerkollegen vom Überlinger Gymnasium Alois Benz das Programm der Sipplinger Rathauskonzerte für das Jahr 2018; links: Millers Hund Tessa.
Sigrid Miller plant zusammen mit ihrem früheren Lehrerkollegen vom Überlinger Gymnasium Alois Benz das Programm der Sipplinger Rathauskonzerte für das Jahr 2018; links: Millers Hund Tessa. | Bild: Petra Hofmann

"Ich liebte es, mit meinen Schülern aufzutreten. Wir reisten für Probewochen nach Basel oder auch Zürich. Stellten uns auf und musizierten. Der Hut wurde oft sehr voll", erinnert sie sich mit einem Lächeln. Im Rahmen der Rathauskonzerte veranstaltete sie ebenfalls Benefizkonzerte, um den von ihr mit initiierten Kauf eines Flügels, der seitdem im Rathaus steht und bei Veranstaltungen zum Einsatz kommt, zu unterstützen.

Sigrid Miller studierte in Heidelberg. Aus gesundheitlichen Gründen, sie hatte oft Bronchitis, und weil sie die Welt sehen wollte, bewarb sie sich für eine Lehrtätigkeit im Ausland. Eine Kollegin empfahl ihr das Klima in Teheran und den dort sehr angesehenen Direktor Fabry. "Mit diesem tollen Direktor konnte ich wunderbar zusammenarbeiten", erzählt sie. "In den Ferien konnte ich reisen. Ich war in Pakistan, Indien und Afghanistan." 1979 kehrte sie nach Deutschland zurück. "Man durfte nur eine bestimmte Zeit im Ausland arbeiten", erklärt sie. "Ich wäre gerne länger geblieben, doch mein Antrag wurde abgelehnt." "Das lag mit an der politischen Situation", fügt Alois Benz hinzu. Seitdem arbeitete sie als Lehrerin am Überlinger Gymnasium.

Die Rathauskonzerte wurden von Anfang an von der Gemeinde Sipplingen und dem Bürgermeister Anselm Neher unterstützt. "Der neue Bürgermeister Oliver Gortat steht ebenfalls voll hinter dem Programm", berichtet Alois Benz. "Wir bekommen einen Zuschuss, der komplett als Honorar an die Künstler geht." Die Nutzung des Veranstaltungsraums ist kostenfrei. Das war bislang der Rathaussaal. Doch wegen Renovierungsarbeiten finden seit diesem Jahr die Konzerte in der evangelischen Jakobuskirche in Sipplingen statt. "Die tolle Akustik dort begeistert viele Menschen", sagt Sigrid Miller. Fest integriert ist die Einbindung des Frauenvereins "Brücke nach Temeswar". Hierbei werden die Besucher mit feinem Kuchen zum Kaffee verwöhnt. Der Erlös geht an das Kinderheim St. Nikolaus in Temeswar in Rumänien.

Die Auswahl der Konzerte sei nicht mehr so schwierig wie früher. "Wir wissen mittlerweile, was beim Publikum sehr gut ankommt und halten uns an unsere Vorgabe: Ein Jahr Pause soll zwischen jedem Auftritt der Künstler liegen", sagt Brenz. "Seit 2012 wird das jährliche Informationsblatt mit einem Foto der Künstler versehen. Das war Sigrid sehr wichtig," verrät er. "Eigentlich wollte ich das immer selber machen. Doch nie hat sich Zeit dafür gefunden," ergänzt sie. Mit dem Computer ist sie nicht wirklich vertraut geworden, im Gegensatz zum Klavier. Sigrid Miller setzt sich an ihren Steinway, gleitet mit ihren Fingern über die Tasten und spielt ein Stück von Frédéric Chopin.

Termine 2018

  • 29. Januar, 20 Uhr: Klarinette und Klavier: Von Klassik bis Jazz. Sayaka Schmuck Klarinette, Ludwig Kibler Klavier
  • 18. Februar, 15 Uhr: Presto Espresso. Kuchen und Kaffee mit musikalischer Umrahmung
  • 11. März, 20 Uhr: Jugendliche spielen ihr Programm für "Jugend musiziert"
  • 22. April, 20 Uhr: Gitarrenduo Sebastian Monte und Katrin Klingeberg
  • 13. Mai, 20 Uhr: Klinghoff-Quartett. Musikalische Kostbarkeiten für Flöte, Geige, Gitarre, Cello
  • 17. Juni, 20 Uhr: Gitarre und Flöte. Mateus Dela Fonte (siebensaitige Gitarre), Vitor Diniz (Flöte)
  • 8. Juli, 20 Uhr: MaMiGo-Singers. "Always a cappella", Leitung Matthias Klosinski
  • 30. September, 20 Uhr: Gesangsduo und Klavier. R. Volpert und M. Mild (Sopran), G. Teupke (Klavier)
  • 21. Oktober, 20 Uhr: Spätromantische Wildheit und mehr: Violine und Klavier, Alexander und Eduard Sonderegger

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