Sipplingen Lärm soll vor Ort bekämpft werden

Der gemeinsamer Lärmaktionsplan Ludwigshafen, Sipplingen, Espasingen, über den der Gemeinderat bereits im Vorjahr beraten hatte, ist in Arbeit. Mit der Bearbeitung des Plans ist das Planungsbüro Modus Consult aus Ulm beauftragt, das jetzt einen ersten Sachstandsbericht vorlegte.

Die Ergebnisse der Lärmkartierung, eine Voraussetzung für den Lärmaktionsplan, werden am Donnerstag, 30. November, im Gemeindezentrum Ludwigshafen vorgestellt. Im Anschluss daran können betroffene Bürger Stellungnahmen abgeben, die nach Möglichkeit in die Bearbeitung aufgenommen werden. Auf der Grundlage der Lärmkartierung und der Öffentlichkeitsbeteiligung werden die drei Gemeinden zusammen mit den jeweiligen Baulastträgern ein abgestimmtes Vorhabenkonzept für die Lärmsanierung erarbeiten, um sie dann den Gemeindegremien zur Beschlussfassung und anschließender Umsetzung vorzulegen.

 

Lärmaktionsplan

Lärm zählt zu den größten Umweltproblemen, da er krank machen kann, das Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit mindert. Der Gesetzgeber hat daher die Kommunen dazu verpflichtet, sich des Themas Umgebungslärm anzunehmen und im Fall der Betroffenheit Lärmaktionspläne aufzustellen. Mit deren Hilfe sollen Lärmprobleme und -auswirkungen geregelt werden. Die Geräuschbelastung wird mittels Lärmkartierung erfasst und dargestellt, die Zahl der von Lärm betroffenen Menschen ermittelt. Die Lärmkartierung und die Information der Öffentlichkeit erfolgen zentral durch die Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg. Die Ausarbeitung von Lärmaktionsplänen ist Aufgabe der betroffenen Kommunen. (hk)

 

 

 

Nach Darstellung von Bürgermeister Oliver Gortat trat 2002 die „Richtlinie des Europäischen Parlaments und des Rates über die Bewertung und die Bekämpfung von Umgebungslärm“ in Kraft, die durch Änderung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes 2005 in nationales Recht umgesetzt wurde. In dieser EU-Umgebungslärmrichtlinie sei als grundsätzliches Ziel „die Gewährleistung eines hohen Gesundheits- und Umweltschutzniveaus“ beschrieben worden, wobei eines dieser Ziele im Lärmschutz bestehe. Um diese Ziele zu erreichen, sollen schädliche Auswirkungen und Belästigungen durch Umgebungslärm verhindert, ihnen vorgebeugt oder diese gemindert werden. Dazu werde der Umgebungslärm anhand der Lärmkartierung ermittelt und Lärmaktionspläne auf Grundlage der Lärmkartierung aufgestellt, um künftig Belastungen durch Lärm zu verhindern oder zu mindern. Im Rahmen des gemeinsamen Lärmaktionsplans sei eine erweiterte Lärmkartierung vorgenommen worden, in welcher die Hauptverkehrsstraßen in den jeweiligen Ortslagen und die Bodenseegürtelbahn berücksichtigt worden seien.

Grundlage für die Bearbeitung des Straßenlärms sei eine Verkehrszählung von Oktober 2016, so der Bürgermeister.

„Wo ist es wie laut?“: Das ist nach Informationen von Claus Kiener von Modus Consult Inhalt der Lärmkartierung. Bei der Verkehrszählung habe man täglich rund 9000 Fahrzeuge auf der B 31 alt ermittelt. „Rund 50 Bürger sind von hohen Lärmbelastungen betroffen“, sagte Kiener. Und zwar weniger tagsüber, sondern insbesondere nachts. Hier werde auf der Seestraße von Osten kommend die Grenze zur Gesundheitsgefährdung von 60 Dezibel überschritten. Tagsüber würden 70 Dezibel nicht erreicht. Mit dem Lärmaktionsplan solle erreicht werden, den Lärmpegel nach Möglichkeit zu unterschreiten. Das könnte laut Kiener in erster Linie mit Tempo 30 auf der gesamten Ortsdurchfahrt, zusätzlich mit einer lärmmindernden Straßenbelag und einem eventuellen Fahrverbot für Lastwagen erreicht werden. Der Verkehrsgutachter sagte weiter, dass laut Lärmkartierung von der Bahn nur wenige Einwohner betroffen seien, weshalb diesbezüglich keine Lärmminderungsmaßnahme in Betracht kämen.

Wie wichtig Tempo 30 für die gesamte Seestraße sein könnte, verdeutlichte Gemeinderat Clemens Beirer (CDU): „Seitdem hier 30 gilt, ist es erheblich ruhiger geworden – nicht nur gefühlt“, sagte er. Thomas Biller (FW) monierte die vorgestellte Lärmkartierung Espasingens, der zufolge dort „langfristig“ eine Ortsumfahrung zur Lärmminderung beitragen könnte. "Das muss sofort erfolgen, damit keine Lkws mehr durch Sipplingen fahren."

 

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