Sipplingen Hörspielkirche findet 2018 wieder statt

Dieses Jahr war Pause, aber im Jahr 2018 wird es in Sipplingen wieder die Hörspielkirche geben. Einen Zuschuss gibt es von der Gemeinde, aber für 2019 und 2020 nicht in der Höhe, wie von den Veranstaltern gewünscht.

Auf Kirchenbänken sitzen, vertrauten und neuen Geschichten lauschen, ganz in Ruhe und vereint mit anderen: Das wird im kommenden Jahr wieder möglich sein, wenn die Hörspielkirche Sipplingen nach ihrer diesjährigen Pause aufgrund des Reformationsjubiläums in ihre sechste Saison starten wird. Der Gemeinderat beschloss einen festen Zuschuss für die kommenden drei Jahre. Allerdings nicht, wie von der evangelischen Kirchengemeinde beantragt, für jedes Jahr 2500 Euro, sondern lediglich für das Jahr 2018. In den beiden darauf folgenden Jahren werden es 2000 Euro sein.

Bürgermeister Oliver Gortat führte zunächst aus, dass Menschen in einer herausfordernden Zeit eingeladen seinen, ganz Ohr zu sein für gesellschaftliche und werteorientierte Themen, um diese ansprechend und nachhaltig zu erleben. „Die Hörspielkirche leistet damit einen wertvollen Betrag für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft, unserer Perle am See, unserer Ökumene vor Ort und den vielen Menschen aus nah und fern“, sagte er. Die Hörspielkirche habe sich als festes Angebot im Kultur- und Tourismuskonzept von Sipplingen etabliert und sei über den Bodenseeraum für viele Menschen ein Begriff geworden. Sie trage zur Erweiterung des Urlaubsangebots bei und mache Sipplingen zu einem beliebten Ausflugs- und Ferienort. Gortat: „Die Zahlen zeigen, dass die Hörspielkirche wirklich angenommen wird.“ Jetzt möchte die Hörspielkirche für weitere drei Jahre verlässlich planen und bitte die Gemeinde deshalb auch weiterhin um Unterstützung in Form deines Zuschusses. „Die Hörspielkirche leitet das Programm, die Vorbereitung, die Räume, die Kontakte und die Veranstaltungen. Hierfür wird auch weiterhin die Unterstützung durch die Tourist-Information und die entsprechenden Werbemittel benötigt“, so Gortat.

Matthias Sehmsdorf, seit September 2013 Pfarrer in der Evangelischen Kirchengemeinde Ludwigshafen am See, sagte, die Hörspielkirche sei eine Marke geworden, nicht nur in Sipplingen, sondern in Deutschland. Sie sei eine Herausforderung und Chance zugleich, Menschen für Kirche, Werte und Kultur von klein auf zu gewinnen und Menschen vor Ort und von Ferne ins Gespräch zu bringen. Eine Saison kostet nach Darstellung Sehmsdorfs rund 12 500 Euro, davon allein 6000 Euro für Werbemittel. „Wir stehen inzwischen auf eigenen Füßen und tragen alles selber und komplett ehrenamtlich“, sagte er. Falls die finanzielle Unterstützung der Gemeinde wegfalle, bräche aber auch die Hörspielkirche zusammen, so der evangelische Pfarrer.

Tourismuschefin Silvia Fritz wiederum sieht in der Hörspielkirche aus touristischer Sicht ein Alleinstellungsmerkmal mit positiver Strahlkraft für Sipplingen. Man verzeichne infolge der Hörspielkirche einen leichten Zuwachs an Tagesgästen, welcher sich positiv auf das touristische Angebot und die örtlichen Leistungsträger auswirke. Fritz machte auch darauf aufmerksam, dass es sich um keine kirchliche Veranstaltungen handele, sondern dass diese für alle gedacht seien.

Zwar wollte keiner der Gemeinderäte die Hörspielkirche infrage stellen, dennoch wurde leichte Kritik laut. So sprach Günther Völk (CDU) von einem Projekt mit Dauerbezuschussung und fragte nach dem Erschließen anderer Geldquellen. "Mittelfristig trägt sich das Projekt dann vielleicht mal selber.“ Auch Christine Keßler (CDU) votierte für einen Weg, „dass nicht jedes Jahr 2500 Euro gebraucht werden“. Den Gemeindeetat „vielleicht sukzessive zurückführen“ wollte Clemens Beirer. Der CDU-Rat sprach sich dafür aus, künftig noch deutlicher auf die Spendebox am Ausgang der Kirche hinzuweisen. "Sie ist sehr dezent und könnte gestalterisch auffälliger gemacht werden." Kein Problem mit der Unterstützung hatte Willi Schirmeister (CDU): "20 Euro pro Veranstaltung sind nicht der Rede wert." Auf Antrag von Jürgen Straub (FW) beschlossen die Bürgervertreter schließlich bei drei Gegenstimmen den Zuschuss von 2500 Euro für 2018 und von 2000 Euro für 2019 und 2020.

Projekt Hörspielkirche

Die evangelische Jakobuskirche in Sipplingen ist nach der Feldsteinkirche in der Gemeinde Federow bei Waren beim Müritz-Nationalpark in Mecklenburg die zweite Kirche in Deutschland, in der seit dem Jahr 2012 Hörspiele aufgeführt werden. Das Projekt richtet sich an Touristen und Einheimische gleichermaßen und stärkt so den Zusammenhalt und die Wechselbeziehung von Gemeinde, Region und Tourismus. Projektträger ist die Evangelische Kirchengemeinde in Bodman-Ludwigshafen. Als Partner wurde die Hörspielredaktion des Radiosenders SWR 2 gewonnen. Die Hörspielkirche wurde in den ersten drei Jahren aus Projektmitteln der Evangelischen Landeskirche in Baden bezuschusst. Jetzt trägt die Gemeinde Sipplingen einen Teil der Kosten. Im Vorjahr wurden 60 Hörspiele im Wechsel von zwei Wochen je fünfmal aufgeführt, rund 1200 Besucher aller Altersgruppen aus nah und fern registriert. In diesem Jahr wurde aufgrund des Reformationsjubiläums eine Planungspause eingelegt. Ein engagiertes Team bereitet derzeit ein Hörspielprogramm für 2018 vor. (hk)

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