Salem Starke Teams aus Mensch und Tier beim Zollhundewettbewerb im Schlossseestadion - mit Bildern!

Zollhundeteams aus ganz Deutschland haben bei Wettbewerb im Salemer Schlossseestadion ihr Können gezeigt.

Der Zollhundewettbewerb, der die zurückliegenden drei Tage im Salemer Schlossseestadion ausgetragen wurde, hielt, was sich viele davon versprochen hatten: Für die zahlreichen Zuschauer bot diese Veranstaltung imposante Einblicke in die Arbeitswelt des Zolls, und für die aus ganz Deutschland angereisten Zollhundeteams wurden die Wettkampftage in der Schlossseegemeinde mit der Möglichkeit, in Kloster und Schloss Salem etwas von der Kulturgeschichte der Bodenseeregion mit nach Hause zu nehmen, zu einem erlebnisreichen Aufenthalt. "Hier stimmt alles", lobte Andreas Schneider von der Generalzolldirektion Potsdam die "tollen Rahmenbedingungen", die in Salem gegeben waren. Sogar das Wetter mit seiner altweibersommerlichen Milde hätte nicht besser sein können.

Mit den 22 an der Leistungsüberprüfung teilnehmenden Zollhundeteams präsentierte sich Deutschlands Elite unter den Zollhundeführern. Sie verrichten sonst ihren Dienst mit ihren wachsamen Vierbeinern in Flughäfen und in Zügen, auf Autobahnen oder an der grünen Grenze. Was man dort in der alltäglichen Arbeit zum Aufspüren von Gesetzesbrechern abrufen können muss, das wurde in den standardisierten Wettkampfübungen nachgebildet. Auf dem Rasen, auf dem sonst der FC Rot-Weiß Salem Punkten nachjagt, zeigten die Zollhundeteams im sportlichen Wettkampf, auf was es bei ihnen ankommt: Was für die Fußballer ein Tor ist, das ist für die Zollhundeteams die Aufdeckung illegaler Handlungen. Das fängt beim Rauschgift-, Zigaretten- oder Bargeldschmuggel an und hört beim Tierschutz, wenn exotische Tiertrophäen eingeführt werden, auf. Dabei können sich die Zollbeamten auf ihre speziell ausgebildeten Vierbeiner verlassen.

Geronimo in seinem Element: Der dreijährige Schäferhund des Salemer Zollhundetrainers Dieter Lohr geht, wenn's sein muss, einem Übeltäter auch mal an den Kragen.
Geronimo in seinem Element: Der dreijährige Schäferhund des Salemer Zollhundetrainers Dieter Lohr geht, wenn's sein muss, einem Übeltäter auch mal an den Kragen. | Bild: Peter Schober

Die Hunde waren es, die sich mit ihren Fähigkeiten die Herzen der Zuschauer eroberten. Sie kleben buchstäblich an den Beinen ihrer Hundeführer, ihre Blicke hängen kontinuierlich an dessen Gesichtsmimik. Kein Hörzeichen, kein Sichtzeichen wollen sie verpassen. "Fuß, Platz, Stopp, fass." Jedes Kommando führen sie exakt und prompt aus. Ein Flüchtender hat keine Chance. Den springt ein Zollhund in vollem Lauf an, hält ihn fest, bis sein Herrchen oder Frauchen zur Stelle ist.

Frauen als Hundeführer sind heute keine Seltenheit mehr. "Auf den Lehrgängen entdecke ich immer mehr weibliche Kolleginnen", erklärte Johanna Fey gegenüber dem SÜDKURIER. Sie ist mit ihrem neunjährigen Hund Mia am Kölner Flughafen tätig. Gleich nach ihrer Ausbildung zur Zollbeamtin bewarb sie sich als Hundeführerin: "Weil ich eine Hundenärrin bin." Seit acht Jahren bilden die 32-Jährige und die belgische Schäferhündin schon ein Team. "Zollhundeführer und ihre Vierbeiner bilden eine Gemeinschaft, die ein Hundeleben lang hält", bedeutete Andreas Schneider von der Generalzolldirektion Potsdam, dass sich beide aufeinander verlassen können müssen, um erfolgreiche Arbeit leisten zu können. Der menschliche Riecher sei genauso wichtig wie des Hundes.

Auf dem Laser-Schießstand des Zoll-Skiteams konnte man seine Treffsicherheit testen. Davon machten auch etliche Schulklassen beim Besuch des Zollhundewettkampfs Gebrauch. Von links Lisa Möhrle von der Realschule Salem, Thomas Müller von der Generalzolldirektion Nürnberg, Antonia Bockewitz und Peter Ramsenthaler.
Auf dem Laser-Schießstand des Zoll-Skiteams konnte man seine Treffsicherheit testen. Davon machten auch etliche Schulklassen beim Besuch des Zollhundewettkampfs Gebrauch. Von links Lisa Möhrle von der Realschule Salem, Thomas Müller von der Generalzolldirektion Nürnberg, Antonia Bockewitz und Peter Ramsenthaler. | Bild: Peter Schober

Das bestätigte auch Dieter Lohr. Der aus Salem stammende Hundetrainer beim Hauptzollamt Ulm zählte zum Favoritenkreis der Leistungsüberprüfung. Doch bei der ersten Übung patzte sein dreijähriger Geronimo, ein wunderschöner, athletisch gebauter deutscher Schäferhund, etwas und verlor etliche Punkte, weil er nach dem Stellen des Scheintäters und dem Aus-Kommando aus lauter Eifer noch einmal nachpackte. Dennoch reichte es am Ende dem Lokalmatador noch für Rang sieben.

Zollhunde

Die vierbeinigen Begleiter der Zollhundeführer müssen von ihrem Wesen her ganz bestimmte Eigenschaften mitbringen. Sie müssen, wie Erika Hartmann, Leiterin der Zollhundeschule Neuendettelsau, den Zuschauern beim Zollhundewettkampf erklärte, in erster Linie einen ausgeprägten Arbeitswillen mitbringen. Außerdem müssen selbstsicheres Verhalten und Verteidigungsbereitschaft erkennbar sein und der Hund muss zu seinem künftigen Führer passen. Das heißt: Die Chemie zwischen Hundeführer und Hund müssen stimmen. Gekauft werden die Zollhunde im Alter zwischen einem und eineinhalb Jahren, wenn ihr Charakter erkennbar ist. Die Ausbildung zum kombinierten Schutz- und Spürhund dauert etwa zwei Jahre. (as)

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