Salem SPD-Ortsverein fordert Neuorientierung in Verkehrsangebot

Der SPD-Ortsverein Salemertal hat sich in einer Gesprächsrunde dem Angebot an öffentlichen Verkehrsmitteln in der Region gewidmet.

Die Mitglieder hegen Zweifel an dem in Stuttgart vorgestellten Zwei-Stufen-Plan, durch den sich die Betriebsqualität auf der Bodenseegürtelbahn zwischen Radolfzell–Friedrichshafen und Friedrichshafen–Lindau verbessern soll. So soll etwa die Kapazität an Zugpaaren in der Hauptverkehrszeit am Nachmittag ab dem 24. März erhöht werden. In einer Pressemitteilung schildert Egenolf Löhr, stellvertretender Vorsitzender des Ortsvereins, ein allgemeines Erstaunen angesichts der Zufriedenheit von Landrat Lothar Wölfle, der sagte, dass er das erarbeitete Konzept für absolut tragfähig halte. Letztendlich habe Wölfle lediglich die Zusage erreicht, "dass man sich von Seiten der Landesregierung darum bemühen werde, endlich dafür Sorge zu tragen, dass die seit Jahren vereinbarten Vertragspflichten vonseiten der DB in Zukunft eingehalten werden". Erforderlich sei eine Neuorientierung des öffentlichen Verkehrs, die sich an den in den vergangenen Jahren stark veränderten strukturellen Entwicklungen dieser Region orientieren müsse.

Die Signalanlage auf der Strecke stammt dem SPD-Ortsverein zufolge größtenteils aus den 30er-Jahren. "Bahnhöfe sind zwischenzeitlich verkauft und für Fahrgäste nicht mehr benutzbar, es fehlen Warteräume, die auch wirklich vor Witterung schützen und sind Toilettenanlagen vorhanden, so müssen diese im Winter offensichtlich geschlossen werden, da sie nicht beheizt werden können", schreibt Egenolf Löhr. Für die "Initiative Bodensee S-Bahn", die eine Elektrifizierungsoffensive fordere, zeigten weder das Land noch der Bund Interesse. Insbesondere in Seenähe finde eine unaufhaltsame Entwicklung hin zu einem Verdichtungsraum statt.

Der SPD-Ortsverein sieht hier Not an einem leistungsfähigen Straßennetz und öffentlichen Verkehrsangebot, das "den Mobilitätsansprüchen dieses Raumes gerecht wird". Die Bürger von Salem und der direkt benachbarten Gemeinden seien wegen der starken Verflechtung mit den Nachbarkommunen in zunehmendem Maße auf ein leistungsfähiges öffentliches Verkehrsangebot angewiesen. Die Bodenseegürtelbahn könne hierzu eine Rückgratfunktion erfüllen, "unter der Voraussetzung, dass die infrastrukturellen Gegebenheiten verbessert werden und ein zumutbares Fahrangebot sichergestellt wird".

So wünschen sich die SPDler zumindest in den nachfragestarken Tageszeiträumen einen Halbstundentakt mit intakten Fahrzeugen, die den Ansprüchen genügen. "Voraussetzung hierfür ist eine zeitnahe Aktivierung des bestehenden Schienennetzes einschließlich der momentan geschlossenen Begegnungsgleise sowie eine grundlegende Modernisierung der Signalanlagen", heißt es in der SPD-Pressemitteilung und weiter: "Unseres Erachtens geht es also nicht nur darum, den vertraglich längst geregelten Leistungsumfang der Bahn endlich auf die Schiene zu bringen, sondern vor allem darum, das Angebot auf der Bodenseegürtelbahn in Kooperation mit den beteiligten sonstigen Verkehrsträgern in einem vertretbaren Zeitraum grundlegend zu verbessern."

Ihre Meinung ist uns wichtig
☀ Einzigartige Sonnenstücke vom See ☀
Neu aus diesem Ressort
Salem
Salem
Salem
Salem
Salem
Salem
Die besten Themen