Salem "Mitbürgerhilfe Salem" sucht Mitstreiter

Neuer Verein will Menschen in Notlagen schnell helfen. Die langjährige Familientreffleiterin Hildegard Sasse setzt ihren Plan um, den sie seit Jahren im Hinterkopf hatte.

Turnschuhe für eine Seniorin, die in Reha gehen muss, ein Beitrag zum Führerschein, wenn eine Person die Fahrerlaubnis benötigt, um auf dem Arbeitsmarkt flexibel zu sein, kurzzeitige Hilfe bei überraschender Arbeitslosigkeit oder wenn die Ehe plötzlich in die Brüche geht. Die Liste der Beispiele für ein mögliches Eingreifen des frisch ins Leben gerufenen Vereins "Mitbürgerhilfe Salem" ließe sich lange weiterführen. Der neu gegründete Verein möchte in Not geratenen Menschen aus Salem und der näheren Umgebung schnelle Hilfe zuteil werden lassen. Darüber hinaus sollen bürgerschaftliches Engagement, Inklusion und Chancengleichheit voran getrieben werden. Damit setzt Hildegard Sasse, ehemalige Mitarbeiterin des Landratsamtes sowie Jugendamtes und langjährige Familientreffleiterin ihre Idee um, die sie seit vielen Jahren im Hinterkopf hatte. Sie steht dem neuen Hilfegremium vor und kann auf einen Erfahrungsschatz aus über 20 Jahren in der Arbeit mit Notleidenden in der Familienhilfe zurückgreifen. Ihr zur Seite stehen Reinhard Wolters als ihr Stellvertreter sowie Sigrid Hansen als Kassenwartin. Insgesamt 19 Gründungsmitglieder hatten sich jetzt in Reck's Hotel für die Vereinsgründung ausgesprochen und das Vorstandsgremium für zwei Jahre gewählt, darunter die Gemeinderäte Franz Jehle (CDU) und Ulrich König (FDP). Ein selbstbestimmter, fünfköpfiger Beirat soll dem Vorstandstrio beratend zur Seite stehen.

Selbstverständlich greife zunächst der Sozialstaat, die notwendigen Anträge würden gestellt, erklärte Hildgard Sasse. Doch mahlten die Amtsmühlen ihrer Erfahrung nach oft zu langsam. Wenn der Strom abgeschaltet wurde oder Einkaufsgeld für dringend notwendige Lebensmittel fehle, müsste die Zeit bis zur staatlichen Hilfe überbrückt werden. Hier will die Mitbürgerhilfe künftig unkonventionell und sofort unterstützend an der Seite der Betroffenen stehen.

Die erfahrene Sozialarbeiterin Sasse setzt dabei auf ein Netzwerk von Institutionen, Vereinen, Unternehmen und Einzelpersonen, an das sie nach mehr als 20-jähriger Berufstätigkeit als mehrfache Familientreffleiterin des Landratsamtes anknüpfen kann. Seit Jahren ist sie auch in der Flüchtlingshilfe aktiv und fungiert derzeit als Koordinatorin der ehrenamtlich tätigen Flüchtlingshelfer in Salem. Weil sie in ihrer Arbeit immer wieder mit Armut auf der einen und Lücken im sozialen Netz Deutschlands auf der anderen Seite konfrontiert wurde, trägt sie sich seit zehn Jahren mit dem Gedanken, eine Bürgerhilfe zu gründen. Dass ihr das nun gelungen ist, rührte sie am Donnerstagabend in der Gründungsversammlung zu Tränen. Sie dankte allen Anwesenden für ihre Unterstützung. "Die Bürgermeister haben mir alle signalisiert, sie seien dabei", freute sie sich. Auch hofft sie auf viele weitere Mitglieder und Spender. Den Mitgliedsbeitrag setzte die Gründungsversammlung auf jährlich mindestens 36 Euro für Einzelmitglieder, 40 Euro für Familienmitgliedschaften und 100 Euro für juristische Personen fest.

Neben finanzieller und ideeller Hilfe für in Not geratene Familien oder Einzelpersonen geht es laut Vereinssatzung darüber hinaus um das Anstoßen von Projekten zum Beispiel zur Qualifizierung von benachteiligten Jugendlichen über Bildungspatenschaften, Patenschaften von Jung und Alt oder darum, bürgerschaftlich Engagierte zu schulen. Ebenso sind Projekte von Menschen mit und ohne Behinderung geplant.

Der Einzugsbereich der gemeinnützigen Bürgerhilfe erstreckt sich über Salem hinaus auf Frickingen, Heiligenberg und das Deggenhausertal. Der Schwerpunkt liege aber vor Ort, betonte Sasse mit Blick auf ihre Erfahrungswerte als Treffleitung sowohl in Salem als auch in Frickingen und im Deggenhausertal. "Die Welt ein Stückchen zu verändern, kann vor der Haustüre anfangen." Der von Sasse gewählte Satz vorne auf dem Vereinsflyer, zeigt auf, wohin die Vereins- Reise gehen soll.

"Wenn nichts mehr geht, dann kommt Frau Sasse und öffnet ihren Kofferraum", lautet ein geflügeltes Wort im Raum Salem. Als Sasse Anfang des Jahres ihre Vereinsidee gegenüber dem SÜDKURIER beschrieb, sagte sie: "Sozial benachteiligten Familien ist es oft gar nicht bewusst, dass sie Anspruch auf Leistungen eines Mehrbedarfs haben. Hier ziehe ich mein Wissen aus dem Kofferraum und nicht ein Kinderbett. In beiden Fällen soll mein neuer Verein ansetzen, schnelle und zeitnahe Hilfe zu bieten."

Der Verein

"Mitbürgerhilfe Salem e.V." heißt der frisch gegründete Verein, den eine Versammlung von 19 Gründungsmitgliedern am vergangenen Donnerstag in Reck's Hotel ins Leben gerufen hat. Der gemeinnützige Verein möchte in Not geratenen Menschen aus Salem und der näheren Umgebung schnelle Hilfe zuteil werden lassen. Darüber hinaus sollen bürgerschaftliches Engagement, Inklusion und Chancengleichheit voran getrieben werden. Geleitet wird das Gremium von Sozialarbeiterin Hildegard Sasse als Vorsitzender, Reinhard Wolters als ihrem Vertreter und Sigrid Hansen als Schatzmeisterin. Wer sich für eine Mitgliedschaft interessiert oder einfach spenden möchte, wendet sich an Hildegard Sasse per Telefon 0 75 53 / 88 99 oder per Mail an hildegard.sasse@t-online.de

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