Salem Mit der Kutsche durch Salem

Das Traditionsfahren findet im Mai zum vierten Mal statt. An zwei Tagen sind die historischen Gespanne auf den Straßen unterwegs.

Eine Zeitreise zurück in die Blütezeit des Kutschefahrens um 1900 können Interessierte am 12. und 13. Mai in Salem erleben. Der Verein Salemer Traditionsfahren um den Vorsitzenden Fritz Baur organisiert das Spektakel zum vierten Mal. "Es ist eine hochkarätige Veranstaltung und die einzige im Umkreis zwischen Kißlegg und Basel", freut sich Salems Bürgermeister Manfred Härle über das Alleinstellungsmerkmal. Zusammen mit dem Markgrafen Max von Baden übernimmt er die Schirmherrschaft für das "erstklassige Event".

Pferde- und Kutschenliebhaber sollen auf ihre Kosten kommen. "Originalgetreue Nachbauten von Droschken aus dem letzten Jahrhundert", verspricht Baur. 25 bis 30 teilnehmende Kutscher und deren Gespanne und Wagen erwartet der Vereinsvorsitzende. Allein 20 der bisherigen Anmeldungen kommen aus der Schweiz. Während die Kutschen ihre Runden durch das Schlossareal drehen, werden die Besucher von Annette Metzger über Pferde, Geschirr und Kutschwagen informiert. "Die Fachfrau aus Ludwigsburg ist auf Turnieren in ganz Deutschland unterwegs", sagt Baur.

Mit einem der Prachtwagen aus dem Nachlass des Prinzen Ludwig von Baden werden Salems Bürgermeister Manfred Härle und die Schlossverwalterin Birgit Rückert einfahren. Fritz Baur hat sie erstanden und farblich entsprechend der Flagge von Baden gestaltet. Die Räder sind rot und das blaue Chassis gelb liniert. Gerne erinnert sich Baur an den Kutsche fahrenden Berthold Markgraf von Baden, den er als Kind oft bei einer Ausfahrt habe beobachten können. Weil der Vater des amtierenden Markgrafen so ein besonderer Liebhaber der Kutschen war, trägt die samstägliche Traditionsfahrt auch den Beinamen "Markgraf-Berthold-Gedächtnisfahrt", verrät Vereinsmitglied Sabine Stark. Die Kulturamtsleiterin verweist auch auf die besondere Kleidung der Droschkenkutscher sowie ihrer Bei- und Mitfahrer. "Alle werden entsprechend des jeweiligen Kutschenstils traditionell gekleidet sein", verspricht sie.

Von links: Sabine Stark, Fritz Baur, Lena Nöh, Schlossverwalterin Birgit Rückert und Bürgermeister Manfred Härle.
Von links: Sabine Stark, Fritz Baur, Lena Nöh, Schlossverwalterin Birgit Rückert und Bürgermeister Manfred Härle. | Bild: Martina Wolters

Die Schlossherrin Birgit Rückert weist darauf hin, dass an beiden Tagen "das ganz normale Besuchsprogramm" bestehen bleiben wird. Den Gästen der Veranstaltung legt sie noch den Besuch des restaurierten Marstalls mit Pferdefresken des Neufracher Malers Johann Georg Brueders ans Herz. "Pferdestärken dienten schon damals zur Repräsentation", sagt Rückert.

Damit die zweitägige Veranstaltung gestemmt werden kann, ist der Verein auf viele Helfer angewiesen. "Jeder Weg muss abgefahren und genau beschildert werden, damit die Kutschgespanne nicht aufeinander auffahren können", erklärt der Fritz Baur. Daher ist er froh über die Hilfe vieler fleißiger Hände: von Schweizer Freunden und von den Ehrenamtlichen der Feuerwehr sowie dem Deutschen Roten Kreuz. Dankbar sei Baur auch dem Markgräflichen Haus und der Gemeinde Salem für deren Erlaubnis, ihre Wege benutzen zu dürfen. Mit Freude berichtet er, dass auch die Bürgermeister von Meersburg und Stetten, Robert Scherer und Daniel Heß, bei der sonntäglichen Überlandfahrt durch die Bodenseeweinberge bis zum Meersburger Wetterkreuz dabei sein wollen. Die Kutschenfahrt am Samstag beginnt laut Veranstalter gegen 10.30 Uhr und findet ihren Höhepunkt mit den Kutscheneinfahrten auf das Schlossgelände.

Ein Blick in den Marstall mit seinen restaurierten Fresken lohnt sich laut Schlossverwaltung. Von links: Lena Nöh, Bürgermeister Manfred Härle, Schlossverwalterin Birgit Rückert, Stabstellenleiterin Sabine Stark und Vereinsvorsitzender Fritz Baur.
Ein Blick in den Marstall mit seinen restaurierten Fresken lohnt sich laut Schlossverwaltung. Von links: Lena Nöh, Bürgermeister Manfred Härle, Schlossverwalterin Birgit Rückert, Stabstellenleiterin Sabine Stark und Vereinsvorsitzender Fritz Baur. | Bild: Martina Wolters

 

Das Traditionsfahren

  • Samstag, 12. Mai: Los geht es um 10.30 Uhr ab Hof Baur mit einer Geschicklichkeitsfahrt durch Salem. Ab 12 Uhr ist ein einstündiges Picknicktreffen auf dem Affenberg geplant. Zwischen 11 und 15 Uhr drehen die Prachtkarossen im Vier-Minuten-Takt innerhalb des Schlossgeländes ihre Runden. Fachfrau Annette Metzger aus Ludwigsburg wird die Kutschenschau moderieren und Informationen zu Tieren und Karossen geben. Mit einem Empfang im historischen Schlossteil um 16 Uhr endet die Fahrveranstaltung am Samstag.
  • Sonntag, 13. Mai: Es findet eine Überlandfahrt zu den Weinbergen am Bodenseeufer von Grasbeuren in Richtung Stetten und Meersburg statt. Start ist um 10 Uhr ab den Stallungen in der Bergehalle Hoher. Auf dem Meersburger Döbele-Parkplatz soll es ab 11.30 Uhr eine Rast geben. Ab 12.30 Uhr führt die Kutschfahrt über Roggele, Riedetsweiler und Grasbeuren wieder zurück nach Salem. Sie endet mit einem Stehempfang um 17 Uhr im Prälaturkeller des Markgrafen.

Wer sich für den Verein Salemer Traditionsfahren interessiert oder sich und sein historisches Kutschfahrzeug anmelden will, findet alles Wissenswerte im Internet: www.salemertraditionsfahren.de (mw)

 

 

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