Salem Grundschüler lernen Oper kennen

Die Tourneeoper Mannheim ist an der Grundschule in Beuren zu Gast gewesen. Die beiden Akteure nahmen die Kinder auf eine bewegende Reise durch bekannte Opern mit. Im Mittelpunkt stand das Problem, dass niemand mehr Opern hören möchte.

Ist die Oper ein alter Hut? Man könnte es fast befürchten, wenn man der Erzählung der Kinder-Oper "Aida" folgt, die die Tourneeoper Mannheim in der Grundschule Beuren aufgeführt hat. Darin ging es um den drohenden Untergang der Oper.

Die Geschichte: Die Souffleuse Aida ist verzweifelt. Ihr geliebtes Opernhaus wird geschlossen, weil niemand mehr Opern hören möchte. Bei ihrem Abschiedsrundgang durch die Oper fällt ihr ein alter Brief mit einem seltsamen Inhalt in die Hände: "Die Oper kann gerettet werden. Ihr müsst nur die richtigen Zutaten finden. Dabei hilft euch die Zauberflötenmusikmaschine." Es beginnt eine bewegende Reise durch die Opernwelt. Ein bisschen Papageno, ein wenig Freischütz, ein Ausschnitt aus dem "Fliegenden Holländer". Der finale Versuch, die Oper zu retten, gelingt. Ein Teil der Schüler wird dabei eingebunden, wird von den beiden Akteuren Teresa Wojcik und Karsten Münster instruiert, was sie bei ihren Einsätzen auf der Bühne zu tun haben.

<strong>Jannis Ruder</strong> kannte eine Oper bislang nur vom Namen her, wie er erzählt. Jetzt weiß er, was eine Oper ist, und hat eine Opern-Aufführung erlebt. Seine Begeisterung hält sich sehr in Grenzen. Die Musik vor allem ist nicht gerade sein Geschmack. "Ich mag die schrillen Töne nicht", spielt der Drittklässler auf die Arien der Sopranistin an. Aber dass er in einer Szene als Piratenjüngling mitmachen durfte, das hat ihm gefallen. Anders als der Gesang imponierten ihm die Geschichten, die die Mitmach-Oper erzählte. Das sei sehr spannend gewesen. Seine Antwort auf die Frage, ob er sich lieber einen Film oder eine Oper ansehen würde, fällt eindeutig aus: Dann lieber einen Film.
Jannis Ruder kannte eine Oper bislang nur vom Namen her, wie er erzählt. Jetzt weiß er, was eine Oper ist, und hat eine Opern-Aufführung erlebt. Seine Begeisterung hält sich sehr in Grenzen. Die Musik vor allem ist nicht gerade sein Geschmack. "Ich mag die schrillen Töne nicht", spielt der Drittklässler auf die Arien der Sopranistin an. Aber dass er in einer Szene als Piratenjüngling mitmachen durfte, das hat ihm gefallen. Anders als der Gesang imponierten ihm die Geschichten, die die Mitmach-Oper erzählte. Das sei sehr spannend gewesen. Seine Antwort auf die Frage, ob er sich lieber einen Film oder eine Oper ansehen würde, fällt eindeutig aus: Dann lieber einen Film. | Bild: Peter Schober

"Wir haben uns ganz bewusst einmal des Themas Oper angenommen und es in unseren Musikunterricht integriert", sagt Sonja Fahlenbock, die Leiterin der Grundschule Beuren. Mit einem Unterton des Bedauerns meint die Rektorin, die Oper sei in der heutigen Gesellschaft nicht mehr so etabliert wie früher und habe nicht mehr den Stellenwert, der ihr eigentlich von ihrer künstlerischen und musikalischen Bedeutung her gebühre.

Das bestätigt Karsten Münster von der Tourneeoper Mannheim. "Die Geschichte von der Schließung des Opernhauses, von der wir in unserer Aufführung erzählen, kommt ja nicht von ungefähr." Landauf, landab würden nicht nur Opernhäuser, sondern auch Theater um ihr Überleben kämpfen, weil die Zahl der Besucher rückläufig sei. Vor allem gelte dies für Opernhäuser. "Wir müssen deshalb versuchen, junges Publikum zu gewinnen", erklärt der Tenorsänger Karsten Münster. Das gelinge am besten im Grundschulalter, meint die Sopransängerin Teresa Wojcik. In diesem Alter seien die Kinder noch offen, die Jugendlichen auf den weiterführenden Schulen seien oft schon zu sehr festgelegt.

<strong>Antonia Baumgarten</strong> hatte eine vage Vorstellung davon, was eine Oper ist. "Ich wusste, dass da gesungen wird und dass eine Oper so etwas Ähnliches wie ein Musical ist." Zwischen den beiden Genres sieht die Drittklässlerin aber einen großen Unterschied. Oper, vor allem der Männergesang, sei "nicht so mein Geschmack". Ein Musical dagegen – Antonia spricht von Starlight Express – sei eher ihre Sache. Die Neunjährige sagt unverhohlen: "Ich glaube eher nicht, dass ich in eine Opernaufführung gehen würde, wenn hier eine angeboten würde." Aber dass sie in der Mitmachoper in der Horde der wilden Tiere mitspielen durfte, das hat ihr Spaß gemacht.
Antonia Baumgarten hatte eine vage Vorstellung davon, was eine Oper ist. "Ich wusste, dass da gesungen wird und dass eine Oper so etwas Ähnliches wie ein Musical ist." Zwischen den beiden Genres sieht die Drittklässlerin aber einen großen Unterschied. Oper, vor allem der Männergesang, sei "nicht so mein Geschmack". Ein Musical dagegen – Antonia spricht von Starlight Express – sei eher ihre Sache. Die Neunjährige sagt unverhohlen: "Ich glaube eher nicht, dass ich in eine Opernaufführung gehen würde, wenn hier eine angeboten würde." Aber dass sie in der Mitmachoper in der Horde der wilden Tiere mitspielen durfte, das hat ihr Spaß gemacht. | Bild: Peter Schober

Aber auch Kinder um die zehn Jahre haben schon recht klare Vorstellungen über ihre Präferenzen. Auch wenn diese selbst nach der Aufführung, deren Dramaturgie sie merklich und oft hörbar in den Bann zog, nicht vorbehaltlos auf Oper gerichtet sind, so blieb doch hängen, was in dem Schlusslied zusammengefasst war, das sie im Musikunterricht gemeinsam eingeübt hatten: Eine Oper bildet viele Facetten des Lebens ab. "Mal hast du Angst, mal bist du traurig, mal bist du froh."

<strong>Nora </strong><strong>Glöser</strong>, eine Viertklässlerin, kam schon mit relativ genauen Vorstellungen, was eine Oper ist, in die Aufführung. "Wir hatten im Musikunterricht ein Mozart-Projekt und da haben wir auch einiges über Opern gelernt." Bis dahin hatte die Zehnjährige gedacht, dass in einer Oper nur gesungen wird. Nach der Mitmach-Oper, in der sie gern mitgewirkt hat, weiß sie, dass eine Oper längst nicht so ernst ist, wie der Name klingt, sondern dass sie auch sehr spaßig sein kann. Auch an den schönen Kostümen konnte sich Nora ergötzen. "Ich würde schon mal in eine Opernaufführung gehen", nickt Nora. Aber ob die Eltern da mitgehen würden? – "Meine Tante schon."
Nora Glöser, eine Viertklässlerin, kam schon mit relativ genauen Vorstellungen, was eine Oper ist, in die Aufführung. "Wir hatten im Musikunterricht ein Mozart-Projekt und da haben wir auch einiges über Opern gelernt." Bis dahin hatte die Zehnjährige gedacht, dass in einer Oper nur gesungen wird. Nach der Mitmach-Oper, in der sie gern mitgewirkt hat, weiß sie, dass eine Oper längst nicht so ernst ist, wie der Name klingt, sondern dass sie auch sehr spaßig sein kann. Auch an den schönen Kostümen konnte sich Nora ergötzen. "Ich würde schon mal in eine Opernaufführung gehen", nickt Nora. Aber ob die Eltern da mitgehen würden? – "Meine Tante schon." | Bild: Peter Schober

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