Salem Funkenbuben in Mimmenhausen sind gewarnt

Eine Wache schützt den Funken des Narrenvereins Goldkäfer Mimmenhausen vor vorzeitigem Abbrennen. 2017 hatten Missetäter diesen in der Nacht vor dem Funkenfeuer angezündet. Das Drama des vergangenen Jahres soll sich nicht wiederholen. Mit einem Überblick über die Funkenfeuer in der Region.

Die Funkenbuben des Narrenvereins Goldkäfer Mimmenhausen sind gebrannte Kinder. Denn im vergangenen Jahr ist ihr fast fertiger Funken schon in der Nacht zum Funkensonntag in Flammen aufgegangen. Irgendwelche Missetäter haben ihn "hählings" mit Brandbeschleunigern in Nullkommanix zum Lodern gebracht. "Das soll uns nicht noch einmal passieren", sagt Funkenchef Tobias Nell. Dafür soll eine verstärkte Funkenwache sorgen. Der Aufbau eines Funkens ist schließlich kein Kinderspiel, da stecken viele, viele Stunden dahinter. Und diese immense Arbeit wollen sich die Mimmenhauser Funkenbuben nicht noch einmal von hinterhältigen Strolchen zunichtemachen lassen.

Immer am Samstag nach dem Dreikönigstag treten die Funkenbuben schon in Aktion. Da sammeln sie die Christbäume im Ort ein. "Da sind viele froh, dass wir ihren Christbaum abholen, und stecken uns dafür auch den einen oder anderen Geldschein zu", erzählt Tobias Nell. In diesem Jahr seien die Mimmehausener besonders spendenfreudig gewesen. Die Funkengilde braucht immer wieder ein paar Groschen. Der Sprit für die Traktoren kostet, am Funkenwagen ist immer wieder was zu machen, und mitunter müssen die einheitlichen Funkenhemden und Bommelmützen ergänzt werden.

Rund um den Funken

  • Bestimmungen
    "Damit es nicht zum Himmel stinkt" hat das Landratsamt in einem Merkblatt zusammengefasst, was auf den Funken darf und was nicht. Erlaubt ist: Naturbelassenes Holz wie Christbäume, Reisig oder Sturmholz sowie Stroh und trockenes Altheu. Nicht verbrannt werden dürfen: Altreifen, Altöl, Bahnschwellen, mit Holzschutzmitteln behandeltes Holz, Fenster- und Türrahmen, Matratzen, Möbel, bedruckte Pappe und Zeitungen, Plastikabfälle, Spanplatten, Skier, Styropor. Beim Verbrennen solcher Materialien entstehen nämlich Schadstoffe, die sich schädigend auf die Umwelt und Gesundheit auswirken können.
  • Tradition
    Wenn die Mimmenhauser Funkenbuben am Funkensonntag durch das Dorf ziehen, um Brennmaterial zu sammeln, machen sie seit jeher mit dem Ruf "Holz und Stroh macht de Funke hoh, Eis und Schnee macht de Funke schee" auf sich aufmerksam. Und noch eine Weisheit: "Isch de Funke krumm, war's de Whisky und de Rum.

 

Am Samstag vor dem Funkensonntag und am Funkensonntag sammeln die Funkenbuben noch einmal brennbares Material. "Wir sammeln dann Bäume, die in den Hausgärten gefällt wurden, trockene Gartenabfälle und sonstiges Altholz", erklärt Tobias Nell. Die Leute müssen es nur an den legen, und bestenfalls auch mit einer Spende versehen. Behandeltes Holz oder Bretter mit Nägeln sind allerdings nicht erwünscht.

Doppelte Arbeit: Nachdem der Mimmenhauser Funken von ungebetenen Gästen schon in der Nacht zum Funkensonntag abgefackelt wurde, spuckte die Funkengilde noch einmal in die Hände und baute einen neuen Funken auf.
Doppelte Arbeit: Nachdem der Mimmenhauser Funken von ungebetenen Gästen schon in der Nacht zum Funkensonntag abgefackelt wurde, spuckte die Funkengilde noch einmal in die Hände und baute einen neuen Funken auf. | Bild: privat

Das Errichten eines Funkens will gekonnt sein. "Am schwierigsten ist das Zusammenzimmern des Stangengerüsts, das dann die ganze große Last des Brennmaterials tragen muss", weiß der Funkenchef. Die Stangen – dünne Baumstämme – kann sich die Mimmenhauser Funkengilde aus dem Wald von Narrenmutter Albert Schmid holen. Das Auftürmen des gesammelten Brennmaterials ist dann harte Muskelarbeit.

Für die Funkengilde immer ausreichend Nachwuchs zu finden, ist gar nicht so einfach. "Denn wir sind vom Freitag vor dem Funkensonntag bis zum Abbrennen des Funkens fast rund um die Uhr auf den Beinen, und das, obwohl nahezu alle von den hochnärrischen Tagen noch strapaziert sind", plaudert Tobias Nell aus dem Nähkästchen. Momentan hat der 26-jährige Funkenchef keine Nachwuchssorgen. Aber er weiß, dass es früher einfacher war, eine Funkengilde zusammenzubekommen. Nach den früheren Regeln musste nämlich jeder Bursche im Dorf automatisch so lange als Funkenbub dienen, bis er geheiratet hat. Diese Tradition hat sich überholt. Erhalten geblieben ist aber das Scheibenschlagen während des Funkenabbrennens. Wenn die Flammen sich bis zur Funkenhexe, die seit etlichen Jahren von Anke und Jürgen Nell kunstvoll ausgestopft wird, hochgezüngelt haben, dann werden glühende Holzscheiben den Weingartenberg hinuntergeschlagen.

Früher wurden mit den Scheibi-Scheiba-Rufen die Liebespaare verkündet, die in der Fasnet zusammengefunden haben. Heute wird damit den Funken-Gönnern gedankt.

Angezündet wird der Funken am Funkensonntag, 18. Februar, um 19.01 Uhr. Die Funkenwirtschaft wird schon am Mittag geöffnet. Für die Gäste gibt es Kaffee und Kuchen, abends gibt es auch heiße Würstle und allerlei Getränke.

Der Mimmenhauser Funken wurde vergangenes Jahr schon in der Nacht zum Funkensonntag angezündet.
Der Mimmenhauser Funken wurde vergangenes Jahr schon in der Nacht zum Funkensonntag angezündet. | Bild: privat

 

 

Funkenfeuer in der Region

Samstag, 17. Februar

UHLDINGEN-MÜHLHOFEN 

Funkenabbrennen, 19 Uhr, am Fischerhafen

Sonntag, 18. Februar

ÜBERLINGEN

Abbrennen des Funkens durch die Zimmermannsgilde Nußdorf, 19 Uhr, auf dem Funkenplatz unterhalb der B 31, Bewirtung ab 17 Uhr

Abbrennen des Funkens in Aufkirch, 19 Uhr

Abbrennen des Funkens in Lippertsreute, 19.30 Uhr, auf dem Schellenberg, mittags Kaffee und Kuchen

Funkenabbrennen in Deisendorf, 19 Uhr, auf der Tiefenwiese. Bewirtung mit Kaffee und Kuchen ab 15 Uhr im beheizten Zelt.

Funkenfeuer in Hödingen, 19 Uhr, am Hödinger Berg, mit Bewirtung

Funkenabbrennen in Bambergen, ab etwa 19 Uhr. Die Funkenbar ist ab 11 Uhr geöffnet.

MEERSBURG

Funkenabbrennen, 19 Uhr, am Wetterkreuz

DAISENDORF

Funkenfeuer, 19 Uhr, am Neuberg, mit Bewirtung durch die Funkenbuben

HAGNAU

Funkenfeuer, ab circa 19 Uhr, auf der Wilhelmshöhe

UHLDINGEN-MÜHLHOFEN

Funkenabbrennen, 19 Uhr, Bauernhof Möcking

Funken, 19 Uhr, am Selsenberg

FRICKINGEN

Funkenabbrennen in Frickingen, 19 Uhr, mit Bewirtung ab 14 Uhr

Abbrennen des Funkens in Altheim und Leustetten, ebenfalls ab 19 Uhr

SALEM

Funkenabbrennen, 19 Uhr, in Stefansfeld an der Einmündung Langer Weg/Parkplatz Schloss Salem

Funkenfeuer, 19 Uhr, in Neufrach

Funkenabbrennen, 19 Uhr, auf dem Margaretenberg, Buggensegel

Abbrennen des Funkens Hennennest, 19 Uhr, Rickenbach

Funkenabbrennen, 19 Uhr, am Funkenplatz, Weildorf

Abbrennen des Funkens, 19 Uhr, auf dem Rosenberg, Altenbeuren

Funken, 19 Uhr, Beuren

Funken, 19 Uhr, Grasbeuren

Funkenabbrennen, 19 Uhr, Oberstenweiler

Funkenfeuer, 19.01 Uhr, in Mimmenhausen oberhalb der Kirche

HEILIGENBERG

Funkenabbrennen, 19 Uhr, Echbeck, mit Bewirtung ab 14 Uhr

Funkenabbrennen in Heiligenberg, 19 Uhr, auf der Amalienhöhe. Bewirtung mit Quarkbällchen ab 14.30 Uhr.

Abbrennen des Funkens in Wintersulgen, 19 Uhr, Auf der Höhe. Bewirtung mit Glühwein ab 19 Uhr.

Abbrennen des Funkens in Hattenweiler, 19 Uhr, am Grillplatz Heiligenholz, mit Bewirtung ab 15 Uhr

Funkenabbrennen in Steigen, 19 Uhr, am Silberberg an der Verbindungsstraße in Richtung Frickingen

Funkenabbrennen in Betenbrunn, 19 Uhr

STETTEN

Funkenabbrennen mit Scheibenschlagen, 19 Uhr, Schamergeten

OWINGEN

Funkenabbrennen, 19 Uhr

Funkenabbrennen, 19 Uhr, Taisersdorf

Funken, 19 Uhr, Hohenbodman

Funkenabbrennen, 19 Uhr, Billafingen

Die Liste der Funkenfeuer erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

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