Salem Für Lucas' Spender nur ein kleiner Pieks

Morgen um 10 Uhr startet in Salem die Typisierungsaktion für Lucas und 370 freiwillige Helfer kommen zur Unterstützung.

Lucas Tylla
Lucas Tylla

„Wenige Minuten für dich – ein ganzes Leben für mich.“ Dem Flyer, auf dem dazu aufgerufen wird, sich am heutigen Sonntag an der Typisierungsaktion für den zweijährigen Lucas Tylla aus Salem-Mimmenhausen zu beteiligen, begegnet man in beinahe allen Straßen, Geschäften und Schaufenstern im Bodenseekreis und darüber hinaus. Die Organisatoren der Aktion hoffen, einen geeigneten Stammzellspender für den an Leukämie erkrankten Jungen zu finden. Lucas hat wahrscheinlich nur dann eine Überlebenschance, wenn ein genetischer Zwilling gefunden wird.

Um diesen Lebensretter zu finden, haben Lucas' Eltern, Freunde, Bekannte und Verwandte alles mobilisiert, was möglich ist. Unter den 14 Millionen weltweit typisierten Menschen ist keiner, dessen Gewebemerkmale sich mit denen von Lucas decken. Die DKMS (Deutsche Knochenmarkspenderdatei) hat deshalb für den heutigen Sonntag eine Typisierungsaktion organisiert. Um sich als Stammzellenspender registrieren zu lassen, muss man sich lediglich rund fünf Milliliter Blut abnehmen lassen.

„Das tut nicht weh und kostet auch nicht viel Zeit“, versichert Martina Wanner von der DKMS. In gut zehn Minuten sei alles erledigt. Wer sich an der morgigen Typisierungsaktion im Salemer Bildungszentrum beteiligt, muss einen Bogen mit seinen Personalien ausfüllen und eine Einverständniserklärung für die Blutentnahme unterschreiben. Danach folgt der kleine Pieks, dann wird das Blut in einem Labor auf die Übereinstimmung mit Lucas' Gewebemerkmalen hin untersucht. Außerdem werden die Daten bei der DKMS registriert. So kann jeder Typisierte zum Lebensretter für einen erkrankten Menschen werden.

Martina Wanner von der DKMS rechnet, dass sich am morgigen Sonntag mindestens 2000 Menschen typisieren lassen. „Sollte es dabei zu gewissen Stoßzeiten kommen, können wir darauf reagieren. Zu langen Wartezeiten wird es nicht kommen“, verweist Martina Wanner auf die 370 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer, die sich für die Typisierungsaktion gemeldet haben. Allein für die Blutabnahme stehen 40 dafür ausgebildete Helfer – Krankenschwestern, Arzthelferinnen und Sanitäter, die sich freiwillig gemeldet haben – zur Verfügung.

„Das Echo“, freut sich Martina Wanner für den kleinen Lucas und seine Eltern Ulrike und Christof Tylla, „kann sich sehen lassen.“ Nicht nur sei eine große Bereitschaft gezeigt worden, an der Typisierungsaktion teilzunehmen. Auch gingen zahlreiche Spenden ein, um die Laborkosten zu finanzieren.Nun heißt es „Daumen drücken“, dass sich für den kleinen Lucas ein geeigneter Stammzellspender findet. Bis die Laborergebnisse der Typisierungsaktion vorliegen, dauert es vier Wochen. Inzwischen werden aber, erklärt Martina Wanner, weltweit die Neuzugänge in den Datenbanken darauf abgeglichen, ob sich da ein geeigneter Stammzellspender für Lucas findet.

www.helden-fuer-lucas.de

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