Salem Aldi will in neuem Gebäude auf Parkplatz Drogeriemarkt ansiedeln

Der Discounter Aldi möchte auf dem Parkplatz seines bestehenden Einkaufsmarktes an der Alten Neufracher Straße einen weiteres Gebäude errichten und darin möglicherweise einen Drogeriemarkt unterbringen. Bekannt wurde das Vorhaben am Montagabend im Gemeinderatsausschuss für Umwelt und Technik (AUT), der über eine Bauvoranfrage des Unternehmens zu befinden hatte, die die "Errichtung eines Einzelhandelsbetriebs" auf der vorhandenen Parkfläche beinhaltet. Laut Aldi soll die Drogeriekette DM Interesse haben. Noch ist nichts entschieden, denn die Salemer Gemeinderäte und Bürgermeister Manfred Härle haben noch Fragen.

Erst vor etwa zwei Jahren hat Aldi die Verkaufsfläche seines Discountermarkts in der Neufracher Straße auf rund 900 Quadratmeter erweitert. Auf Vorschlag von Bürgermeister Manfred Härle stellte der AUT am Montag die Entscheidung über die Bauvoranfrage vorerst aber zurück. Denn darin, so argumentierte Härle, seien keine verlässlichen Angaben darüber enthalten, was in das neue Gebäude kommen solle. Wie gestern auf Nachfrage vonseiten der Donaueschinger Aldi-Geschäftsstelle zu erfahren war, steht man augenblicklich mit einer Drogeriemarktkette und einem Getränkemarktbetreiber in Verhandlungen. Auf ein konkretes Sortiment hat sich Aldi eigener Aussage nach noch nicht festgelegt. Die DM-Markt-Kette habe aber großes Interesse gezeigt, sich bei Aldi niederzulassen. An einer Ansiedlung in der Neuen Mitte hingegen habe die DM-Geschäftsführung kein Interesse. Genauso habe sich auch eine weitere Drogeriemarktkette geäußert, heißt es von Aldi.

In der Sitzung des Gemeinderatsausschusses hatte sich im Laufe der Beratung der Bauvoranfrage herausgeschält, dass noch etliche baurechtliche Fragen offen sind. Zum einen geht es um die rein baurechtlichen Gegebenheiten, zum anderen aber auch um Vorgaben aus raumordnerischer Sicht, die die Größe von Einzelhandelsgeschäften auf dem Land regeln. Danach dürfte der Salemer Aldi-Markt eigentlich maximal eine Verkaufsfläche von 800 Quadratmetern haben. Im Jahr 2005 hatte die Baurechtsbehörde im Landratsamt Aldi aber eine Verkaufsfläche von 833 Quadratmeter genehmigt. Mit dieser Genehmigung in der Hinterhand, die 33 Quadratmeter über dem raumordnerischen Maximum lag, hat Aldi dann im Jahr 2012 vor dem Verwaltungsgericht die Aufhebung des Bebauungsplans der Gemeinde und gleichzeitig auch eine Vergrößerung der Verkaufsfläche auf 900 Quadratmeter erstritten.

Weil jener Bebauungsplan seither nichtig ist, hat sich die rein baurechtliche Beurteilung des jetzt geplanten zusätzlichen Einzelhandelsbetriebes an Paragraf 34 des Baugesetzbuches zu orientieren. Das heißt: Das Gebäude muss sich in die Umgebungsbebauung einfügen. Damit setzte sich der Ausschuss aber gar nicht auseinander. Vielmehr ging es um die Frage, was in dem von Aldi nun zusätzlich geplanten Einzelhandelsbetrieb angeboten werden soll. "Wir sollten erst klären, ob das darin vorgesehene Sortimentsangebot unseren Zielsetzungen entspricht", sagte Bürgermeister Härle. Mit Zielsetzung meinte er die angepeilte Ansiedlung von Einzelhandelsgeschäften in der Neuen Mitte. "Dort haben wir die Einzelhandelsentwicklung im Auge", betonte Härle.

Gemeinderätin Petra Herter (CDU) hielt dieses Argument gegen die Aldi-Pläne allerdings für sehr zweifelhaft. "Ich bin mir da nicht sicher, ob wir damit durchkommen", erklärte sie. Genau ist sich darüber auch Bürgermeister Härle nicht im Klaren. "Jetzt sollten wir erst einmal klären, ob das von Aldi geplante Angebot in dem neuen Gebäude zentrenrelevanten Charakter hat und deshalb an dieser Stelle den Vorgaben der Raumordnung entgegensteht", empfahl er als weitere Vorgehensweise. Und dann könne man auch noch prüfen, ob man wieder einen Bebauungsplan auf die Wege bringen kann und in diesem Rahmen das Aldi-Vorhaben durch eine Veränderungssperre stoppen könnte.

Bedenken gegen eine Aldi-Erweiterung brachte auch Herbert Sorg (FWV) vor. Ihm als Ortsreferent von Mimmenhausen kämen immer wieder Klagen zu Ohren über den zunehmenden Verkehr in der Alten Neufracher Straße und in der Straße "Zu den Eichen", der durch Aldi und den nur wenige Meter entfernten Penny-Markt verursacht würde. Im Übrigen sprach sich Sorg ebenfalls für eine Einzelhandelskonzentrierung in der Neuen Mitte aus.

 

Drogeriemärkte haben laut Aldi kein Interesse an der Neuen Mitte

Aldi habe sich in der Bauvoranfrage zur Errichtung eines Einzelhandelsbetriebes neben dem Discountermarkt an der Alten Neufracher Straße bewusst noch nicht auf ein bestimmtes Sortiment festgelegt, weil noch nichts feststehe. Dies erklärte Daniel Burkhard, Leiter Filialentwicklung Aldi Süd, gestern gegenüber dem SÜDKURIER auf Nachfrage. Wohl aber sei Bürgermeister Manfred Härle darüber unterrichtet, dass die Überlegungen in Richtung Drogeriemarkt oder Getränkemarkt gingen. Die DM-Markt-Kette habe großes Interesse gezeigt, sich bei Aldi niederzulassen. An einer Ansiedlung in der Neuen Mitte hingegen habe die DM-Geschäftsführung kein Interesse. Genauso habe sich auch eine weitere Drogeriemarktkette geäußert, erklärte Burkard weiter. Er habe sich auch in der Bevölkerung umgehört und dabei festgestellt, dass ein Drogeriemarkt in Salem sehnlichst herbeigewünscht werde.

Burkhard betonte aber, dass noch nichts feststehe. Deshalb habe man in der Bauvoranfrage die Nutzung des neuen Gebäudes mit „Waren aller Art“ sehr allgemein gefasst. „Wir wollen uns die Nutzung noch offen lassen“, erklärte Burkard, ließ aber durchblicken, dass man einen Drogeriemarkt favorisiere. Ein Gutachten, das Aldi in Auftrag gegeben habe, komme eindeutig zu dem Schluss, dass weder ein Drogeriemarkt noch ein Getränkemarkt negative Einflüsse auf den Einzelhandel im näheren Umkreis des Standorts beim Aldi-Markt habe. (as)

 

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