Salem Affenberg: Ausstellung über bedrohte Arten

Eine Ausstellung am Affenberg zeigt bis zum 5. November Fotos von Weißkopfskakis, Indris, Eulemuren und Co. Von insgesamt rund 500 Affenarten sind ungefähr 60 Prozent gefährdet.

Salem – Die auf dem Salemer Affenberg lebenden Berberaffen haben für einige Monate Gesellschaft von weiteren Artgenossen. Allerdings können die putzigen Gäste nur auf großformatigen, aber einzigartigen Fotos betrachtet werden. Auch wenn es sich nur um eine Ausstellung handelt, die im Übrigen unter dem Motto "Chances for Nature" steht – an Faszination lassen die in ihren natürlichen Lebensräumen abgelichteten Weißkopfskakis, Indris, Eulemuren, und wie sie alle heißen, aber dennoch nichts zu wünschen übrig.

Die bis zum 5. November zu sehende Ausstellung liefert auch Informationen zu Affenschutzprojekten, die die vor sechs Jahren gegründete Organisation "Chances for Nature" unter anderem in Peru und in Madagaskar in Gang gesetzt hat. Diese werden von Christian Matauschek und Matthias Markoff betreut. Roland Hilgartner, der Leiter des Affenbergs Salem, kennt die beiden Kollegen seit seiner Doktorandenzeit am Primatenzentrum Göttingen. Und er weiß, dass hinter der Organisation "Chances for Nature", die sich aus Spenden finanziert, sehr viel Expertise steckt und dass die finanziellen Mittel, die ihr anvertraut werden, "eins zu eins dort ankommen, wo sie zur Erhaltung von Lebensräumen von Tieren und Pflanzen benötigt werden."

"Wir wollen mit der Ausstellung insbesondere darauf aufmerksam machen, wie bedroht die Affenarten sind", erklärte Roland Hilgartner bei der Ausstellungseröffnung. Als Ursache nannte er Dinge wie Ausbeutung ihrer Lebensräume und illegaler Tierhandel. Roland Hilgartner hat sich in Madagaskar und Peru selbst ein Bild von der Situation gemacht. Von ihm stammen auch eine Reihe der Bilder, die in der Ausstellung gezeigt werden. "Die Eröffnung der Ausstellung haben wir vor einem besonderen Hintergrund gewählt", erklärt Hilgartner. "Während in unserem Park mit dem größten Affenfreigehege Deutschlands gerade süße Berberaffenbabys zur Welt kommen, wohlbehütet in ihren Familiengruppen aufwachsen und von den Besuchern bewundert werden, sind von den rund 500 Affenarten ungefähr 60 Prozent gefährdet oder vom Aussterben bedroht." In der Ausstellung erfährt man, wie es zu dieser alarmierenden Situation gekommen ist.

"Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, diese dramatische Entwicklung zu stoppen", sagt Christian Matauschek von "Chances for Nature". Er betreut ein Naturschutzprojekt in Madagaskar, das eine Fläche von rund 60 000 Hektar umfasst. "Viele Madagassen wissen gar nicht, welchen Schatz sie an ihrer Heimat haben", weiß Christian Matauschek. Deshalb setze man bei den Schutzmaßnahmen erst einmal bei der Bildung an. "Wir haben einen Film in Landessprache gedreht und touren mit einem Fahrradkino durch die Dörfer", berichtet der Biologe. So will man die Bevölkerung für den Schutz ihrer Lebensräume, die auch die der Tiere sind, sensibilisieren. Gleichzeitig werden auch Menschen durch eine entsprechende Ausbildung in die Lage versetzt, in Workshops Möglichkeiten zu einer nachhaltigen Lebensweise zu vermitteln. Dabei geht es zum Beispiel um eine effektive Aufzucht von Hühnern oder den Bau von Öfen, die nur einen Bruchteil von Brennholz benötigen als die landestypischen Exemplare.

Ähnlich verfährt Matthias Markolf auch in dem Naturschutzprojekt am Rio Tapiche in Peru. Auch will "Chances for Nature" die dort lebenden Menschen zur nachhaltigen Nutzung ihrer Ressourcen animieren." Unter anderem wird ihnen Unterstützung zum Aufbau eines Naturtourismus gegeben, um alternative Einnahmequellen zu generieren. "Mittlerweile können wir schon ein erfreuliches Umdenken der Bevölkerung feststellen", erklärte Markolf.

Chances for Nature

Die im Jahr 2011 gegründete Organisation hat sich zum Ziel gesetzt, nachhaltige Konzepte und Ideen zum Schutz von Lebensräumen und biologischer Vielfalt zu entwickeln und diese gemeinsam mit den Menschen vor Ort umzusetzen. Dabei steht das Miteinander von Mensch und Natur im Vordergrund. Die Menschen in den betreffenden Regionen sollen in die Lage versetzt werden, ihr Handeln so zu auszurichten, dass sie von der Vielfalt ihrer Heimat und deren Schutz dauerhaft profitieren.

Spendenkonto

Chances for Nature

IBAN DE 15 2605 0001 0056 0235 18

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