Ravensburg Zweiter Verhandlungstag im Juwelierraubprozess

Zwei Verkäuferinnen schildern am zweiten Verhandlungstag, wie der Blitzüberfall im April 2015 ablief.

Vor dem Landgericht Ravensburg wurde am Montag der Prozess gegen einen 22-jährigen Mann fortgesetzt, dem die Mithilfe an einem Raubüberfall auf ein Juweliergeschäft in Ravensburg vorgeworfen wird. Der Angeklagte hatte bereits am ersten Verhandlungstag eingeräumt, am Tag vor dem eigentlichen Überfall im April 2015 das Geschäft zwei Mal betreten zu habe, um im Auftrag seiner Kumpanen die Gegebenheiten und die hochwertigen Uhren als potenzielle Beute auszuspähen.

Im Mittelpunkt des zweiten Verhandlungstages standen die Zeugenaussagen der beiden Verkäuferinnen. Sie schilderten auch noch nach zwei Jahren detailliert, wie der Blitzüberfall ablief. Auch ihre Gefühlslage, als sie zusammengekauert hinter dem Verkaufstresen knieten – zwei Meter entfernt von einem Täter, der sie mit einer Pistole bedrohte. "Uns kam das wie eine Ewigkeit vor, erst später haben wir erfahren, dass der Überfall nicht einmal eine Minute dauerte", sagte eines der beiden Opfer.

Während eine 48-jährige Goldschmiedin durch das direkt ins Gesicht gesprühte Pfefferspray rund eine Dioptrie an Sehkraft verlor, leidet ihre Kollegin bis heute an psychischen Beeinträchtigungen im Alltag und an Schlafstörungen. Den Mann auf der Anklagebank konnte sie zwar mit dem Ausspähversuch, nicht aber mit dem Überfall an sich identifizieren. Gleiches galt für die beiden Zeugen aus einer benachbarten Sportsbar. Ihnen kamen die vier dunkel gekleideten Männer, die wie im Gänsemarsch zielgerichtet in Richtung Juweliereingangstür schritten, sofort dubios vor. "Ich habe den Notruf schon am Telefon gehabt, bevor der letzte Täter durch die Tür war", sagte die Bedienung aus.

Ihr Kollege, der einen der Täter ein Stück des Fluchtwegs verfolgte, beschrieb die Stimmung so: "Als ich diese Typen gesehen habe, wusste ich sofort, dass es da gleich scheppern wird." Weder durch die Zeugenaussagen, noch die später verlesenen DNA-Gutachten konnte dem Angeklagten eine Tatbeteiligung am Überfall nachgewiesen werden. Das Gericht stellte daher in Aussicht, dass der dritte Verhandlungstag am nächsten Montag bereits der letzte sein könnte.

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