Ravensburg Prozess wegen Mordes von Hoßkirch startet neu: Angeklagter schweigt vor Gericht

Neustart eines Prozesses: Wegen Mordes an seiner Ehefrau muss sich ein 35-Jähriger aus dem oberschwäbischen Hoßkirch seit Donnerstag erneut vor dem Landgericht Ravensburg verantworten. Der Angeklagte gab vor Gericht aber an, keine Angaben machen zu wollen.

Wegen Mordes an seiner Ehefrau muss sich ein 35-Jähriger aus Oberschwaben seit Donnerstag erneut vor dem Landgericht Ravensburg verantworten. Der Angeklagte gab vor Gericht aber an, keine Angaben machen zu wollen. Die erste Verhandlung gegen den Mann aus Hoßkirch hatte im November begonnen - der Prozess wurde aber nach rund vier Monaten abgebrochen, weil die Verteidigung ein Befangenheitsgesuch gegen eine Schöffin beantragt hatte, dem im März 2018 stattgegeben wurde.

Die ehrenamtliche Richterin war nach Angaben des Gerichts nach einem Verhandlungstag auf die Mutter des Opfers zugegangen und hatte sich nach dem Befinden der Familie erkundigt. Nun beginnt die Beweisaufnahme von Neuem (Az.: 1 Ks 12 Js 4484/17).

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 35-Jährigen Mord aus niederen Beweggründen vor. Laut Anklage soll er seine 30 Jahre alte Ehefrau Ende Februar 2017 in der gemeinsamen Wohnung erwürgt haben, weil sie sich von ihm trennen wollte. Der Angeklagte habe befürchtet, Unterhaltszahlungen für seine Frau und die beiden gemeinsamen Kinder leisten zu müssen, wozu er nicht bereit gewesen sei. Außerdem habe die 30-Jährige einer außerehelichen Beziehung des Angeklagten im Weg gestanden, sagte der Staatsanwalt.

Leiche der Frau zu einem Acker gefahren

Nach der Tat soll der Angeklagte die Leiche der Frau zu einem Acker gefahren haben. Dort platzierte er sie laut Staatsanwaltschaft auf dem Fahrersitz und fuhr das Automatikauto vom Beifahrersitz aus eine rund 1,5 Meter tiefe Böschung hinab in das Feld, um so einen Unfall vorzutäuschen. Dabei soll er selbst schwer verletzt worden sein.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Mann während der Fahrt über den Acker nicht angeschnallt war. Ein Spaziergänger hatte die tote Frau und den schwer verletzten Mann entdeckt. Er lag etwa 100 Meter vom Auto entfernt.

Zweifel an der Todesursache der Frau waren aufgekommen, weil der Unfallhergang nach Einschätzung der Polizeibeamten, die zum Unfallort gerufen worden waren, nicht zu einem tödlichen Verkehrsunfall passten. Der Airbag sei nicht ausgelöst worden, weshalb ein starker Aufprall unwahrscheinlich schien, sagte einer der Polizeibeamten vor Gericht. Auch Bremsspuren habe es auf dem Acker keine gegeben.

Eine Obduktion der Toten ergab, dass die Frau gewürgt worden war und erstickte. „Die Frau hatte Einblutungen in den Augen“, sagte der medizinische Sachverständige beim erneuten Prozessauftakt. Außerdem seien die Zungenbeinbänder gerissen gewesen. Ob die schweren Verletzungen des Angeklagten mit dem Unfall in Zusammenhang stehen, konnte der medizinische Sachverständige nicht feststellen. „Das hängt davon ab, wie heftig der Unfall gewesen ist“, sagte er.

 

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