Ravensburg Mordprozess: Haare gewaltsam ausgerissen

Spezialisten des Landeskriminalamts sagen im Mordprozess von Hoßkirch vor dem Landgericht Ravensburg aus. Ein 35-jähriger Mann soll seine Frau erwürgt haben.

Carsten Rüther ist Biologe und arbeitet am Kriminaltechnischen Institut (KTI) des Landeskriminalamts (LKA) in Stuttgart. Am siebten Verhandlungstag vor dem Landgericht Ravensburg gegen einen 35-jährigen Mann aus Hoßkirch (Landkreis Ravensburg), dem die Anklage die Tötung seiner Ehefrau durch Erwürgen vorwirft, gibt Rüther ein Gutachten zu Spurenauswertungen ab. Es könnte ein Mosaikstein für die Schuldfeststellung sein.

Rüther spricht von zwei dunklen Handschuhen, die er auf Haarspuren untersucht hat. Diese Fleecehandschuhe waren im Wohnhaus in Hoßkirch sichergestellt worden. 25 Haare des Opfers hat Rüther daran gezählt, 15 bis 40 Zentimeter lang. Der Biologe spricht von Hinweisen auf Gewalteinwirkung, soll heißen, die Haare müssen der Frau gewaltsam ausgerissen worden sein. Rüther erklärt der fünfköpfigen Schwurgerichtskammer, wie Haare in der Kopfhaut stecken und dass es an den Haarwurzeln erkennbar ist, wenn sie ausgerissen werden.

Mit den Handschuhen hat sich auch Rüthers Kollege Manuel Otte beschäftigt und sie auf Blut und sogenannte Hautabriebspuren untersucht. Aber die Zuordnung der Blutspuren sei nicht so einfach. Der DNA-Spezialist spricht von „Mischspuren“, die zwar dem Opfer zugeordnet werden könnten. Eindeutige Blutspuren der Frau fanden sich jedoch am Jackenärmel des Angeklagten, „ob tatrelevant, ist nicht zu sagen“, fügt der Gutachter hinzu.

Und da ist noch die LKA-Gutachterin Bettina Günzl, Diplom-Biologin und Spezialistin für Faserspuren-Ermittlung. Sie verweist auf 8000 ausgewertete Faserspuren und „deutliche Hinweise auf intensiven Kontakt“ zwischen dem Angeklagten und der getöteten Frau. So fanden sich Handschuhspuren am Hals des Opfers, Faserspuren am Sweatshirt und kleine Blutkrusten auf der Rücksitzbank des Mercedes Vito, den der Mann in der Februarnacht bei Hoßkirch in einen Acker gesteuert haben soll und dabei selbst schwer verletzt wurde, die tote Ehefrau auf dem Beifahrersitz.

Der Prozess wird am Donnerstag fortgesetzt.

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