Owingen Owingen tritt Stromnetzgesellschaft Seeallianz bei

Nachdem die Gemeinde Deggenhausertal im September vom geplanten Beitritt zur Stromnetzgesellschaft Seeallianz zur Überraschung aller Beteiligten wieder Abstand genommen hatte, blieb die Gemeinde Owingen auf Kurs und der Rat stand zu seiner schon im Dezember 2015 beschlossenen Absichtserklärung. Zwar gab es auch hier Rückfragen, um sich des erhofften Vorteils für die Kommune zu versichern. Doch am Ende votierte das Gremium einstimmig dafür, sich über die GmbH an der Übernahme der eigenen Stromversorgung zu beteiligen.

Die nun verbliebenen fünf Kommunen Bermatingen, Markdorf, Owingen, Salem und Uhldingen-Mühlhofen erwerben gemeinsam 51 Prozent an der Infrastruktur und sind damit Mehrheitseigentümer. Ein Drittel bleibt in Händen der EnBW Tochter Netze BW, ein Sechstel übernimmt das Stadtwerk am See, um die Regionalität zu stärken und die partnerschaftliche Kooperation zu unterstreichen. Die anteiligen Investitionen belaufen sich für Owingen auf rund 500.000 Euro, Salem wird das Doppelte einsetzen. Aus Sicht der Initiatoren und der Gemeinden soll der Einfluss von Letzteren mit dieser "werterhaltenden Investition" gestärkt werden. Ohne große Risiken erhoffen sich die Gemeinden eine sichere Rendite.

Noch etwas zu vage erschien dies Gemeinderat Markus Veit, der fragte: "Wo liegen denn die viel beschworenen Synergien ganz konkret? Sind die wirklich da?" Ziel sei es, so Berater Helmut Meng, dass die Gemeinde nicht nur weiterhin eine gute und sichere Stromversorgung hätten, sondern dass sie als starker Partner auch mehr Gewicht gegenüber den Versorgern hätten. Der Zweck sei ganz bewusst "breit gefasst", unterstrich Bürgermeister Henrik Wengert. "Die Kommune ist einfach dichter an den Entscheidungen dran." Dies bekräftigten auch Alexander-Florian Bürkle vom Stadtwerk am See und Nikolaus Scheirle von der EnBW. Was wäre, wenn zum Beispiel die russische Gasprom Mehrheitseigner von der EnBW werden würde, fragte sich Susanne Riester. Kein Gesellschafter könne seine Anteile frei verkaufen, hielten die Experten entgegen: "Es gibt immer ein Vorkaufsrecht für die anderen Gesellschafter."

Mit seiner Frage nach der vorgesehenen Vertretung und dem Gleichgewicht im Aufsichtsrat erwischte Arno Schindler die Fachleute auf dem falschen Fuß. Bisher war für jede der sechs Kommunen ein Sitz vorgesehen, die so den Versorgern ebenbürtig waren. Nach dem Ausstieg von Deggenhausertal seien es entweder nur noch fünf Vertreter oder die sechs Sitze müssten auf die Fünfergruppe umgelegt werden. "Eine Parität muss aus meiner Sicht gewährleistet sein", sagte Schindler. "Darüber haben wir noch gar nicht gesprochen", räumte Nikolaus Scheirle ein. Der Rückzug von Deggenhausertal sei überraschend gekommen. Doch man werde eine Lösung finden.

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