Owingen Henrik Wengert legt sich für Wiederwahl ins Zeug

Bürgermeister Henrik Wengert will seine Arbeit in Owingen fortsetzen und wirbt für seine Wiederwahl am 22. Oktober. Jüngst präsentierte er sich und seine Themen in der Pizzeria Da Rosa.

Der Herausforderer kam spät der Deckung, doch er kam. Ungeachtet dessen hatte sich Owingens Bürgermeister Henrik Wengert, der am 22. Oktober gerne wiedergewählt werden möchte, nichts dem Zufall überlassen, sich akribisch vorbereitet und zahlreiche Wahlveranstaltungen terminiert, um mit den Bürgern ins Gespräch zu kommen. Von Wahl-"Kampf" war bis zur offiziellen Kandidatenvorstellung am gestrigen Freitagabend aber kaum etwas zu spüren.

Exakt Halbzeit war schon am Vortag für Henrik Wengert beim fünften von neun öffentlichen Terminen in der Pizzeria Da Rosa. Auch hier im Hauptort kamen gerade mal ein Dutzend Zuhörer am Biertisch zusammen. Doch egal ob zehn, zwölf oder 20 Owinger da sitzen, der Bürgermeister macht es sich nicht einfach. Wengert kann aus dem Vollen schöpfen und von abgearbeiteten Vorhaben berichten, die er in einem Power-Point-Vortrag systematisch aufgearbeitet hat. Bei seinem Zukunftsprogramm kann Wengert auf die eingeleiteten Prozesse zurückgreifen – und kündigte als nächstes Großprojekt das Domizil für die Feuerwehr an.

Wengert macht auch keinen Hehl daraus, dass er sich bei den Workshops zum Klimaschutzkonzept mehr Zuspruch gewünscht hätte. Bürgerbeteiligung sei "zwar teuer, aber wichtig und gewollt", bekräftigte er. "Klimaschutz funktioniert nur, wenn jeder zumindest einen Teil beiträgt", gibt der Bürgermeister zu bedenken. Die Gemeinde gehe mit der weiteren Sanierung der öffentlichen Gebäude mit gutem Beispiel voran.

Für den Tourismus müsse Owingen einiges tun, erklärte Wengert. Aussichtsturm, Aachtobel und Sielmannweiher reichten als attraktiver Ziele nicht aus. Aufgrund seiner interessanten Topografie könne sich Owingen durch einige Rad- und Wanderrundwege entwickeln. Hier könnten die Bürger ihre Erfahrungen und Kenntnisse einbringen.

Als wichtige Schwerpunkte der nächsten Jahre nannte Henrik Wengert unter andere die digitale Infrastruktur, einen Ausbau der Jugendarbeit über die Gemeindegrenzen hinweg und die Schaffung eines Umfelds, das selbstbewussten Senioren genügt. "Ältere Menschen wollen heutzutage möglichst lange souverän bleiben."

Schwierig werde es bei der Ausweisung von weiteren Gewerbegebieten, räumte Wengert ein und äußerte vorsichtig die Hoffnung, nahe der Landesstraße im Ortskern noch kleinere Flächen ausweisen zu können. Das letzte verfügbare Grundstück am Henkerberg werde in der kommenden Woche verkauft. Doch ohnehin seien künftig nur noch interkommunale Gewerbegebiete zulässig.

Hier äußerte Andreas Oßwald vorsichtige Kritik am Zuschnitt der jüngsten Flächen. "Wieso war denn für ganz kleine Betriebe hier gar nichts dabei?", klagte der Gärtner. Henrik Wengert verwies auf die gleichmäßige Parzellierung von 3000 Quadratmetern und das Ziel, mit der Ansiedlung von Betrieben möglichst viele Arbeitsplätze zu schaffen.

Als Sprachrohr einiger anderer Familien verstand sich Andreas Oßwald, als er die Höhe der Gebühren für die Kinderbetreuung ansprach. "Könnte man die nicht einfach halbieren oder das Mittagessen ganz umsonst anbieten?", fragte er, "da wären manche ganz froh." Oßwald verwies dabei auf die gesunden Gemeindefinanzen. "Wir könnten uns das doch leisten", sagte er.

Dem hielt Henrik Wengert entgegen, "dass die Kommune jetzt schon mehr als 900 000 Euro aus allgemeinen Steuermitteln zuschießt". Owingen bleibe sogar noch deutlich unter dem vom Gemeindetag empfohlenen Deckungsgrad von 20 Prozent durch die Elternbeiträge. Einen weiteren Pferdefuß hätte diese Großzügigkeit ebenfalls, erklärte der Bürgermeister den Zuhörern: "Wir bekommen nur dann Zuschüsse zu unseren Vorhaben, wenn wir selbst unsere Einnahmequellen in adäquater Form nutzen."

 

Zwei Kandidaten

Gemeinsame Auftritte, geschweige denn Diskussionen hatten Amtsinhaber Henrik Wengert und Herausforderer Thomas Blietschau aus Stockach im Vorfeld der Owinger Bürgermeisterwahlen noch nicht. Nur wenige Owinger bekamen den Aspiranten Blietschau bislang zu Gesicht.

Zur offiziellen Kandidatenvorstellung im Owinger Bürgerhaus Kultur/O am Freitagabend hatte der Stockacher nun sein Kommen zugesagt. Danach wird es wohl nur noch zu einer Begegnung der beiden Bewerber kommen – am kommenden Donnerstag, 19. Oktober, auf dem Haslerhof der Familie Bischoff. Dorthin hat der Gewerbeverein Owingen eingeladen, um den landwirtschaftlichen Betrieb vorzustellen, aber insbesondere, um die beiden Bürgermeisterkandidaten kennen zu lernen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Beginn ist um 19 Uhr. Wegen der begrenzten Teilnehmerzahl und zur besseren Planung bittet GVO-Vorsitzender Helmut Haller um eine Anmeldung bis zum Dienstag, 17. Oktober, Telefon 0 75 51/6 22 21, E-Mail: info@gewerbeverein-owingen.de.

Die Bürgermeisterwahl findet am 22. Oktober statt.

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