Oberteuringen Ein Fassadenbild als Hochzeitsgeschenk

Das Sgraffito am Haus der Oberteuringer Eheleute Vöhringer mit Kubismus-Elementen ist 1963 entstanden.

Ein rund vier Meter hohes Fassadenbild ist ein eher ungewöhnliches Hochzeitsgeschenk, doch als besonderes Extra für ihr neues Heim, nahmen es die Eheleute und Häuslebauer Vöhringer gern an. "1962 wurde das Haus gebaut und 1963 mit dem Außenputz dann die großflächige Verzierung angebracht.

Wir waren damals das einzige Haus weit und breit, 15 Jahre nur Obstplantagen rundherum. Ein Feldweg führte zu uns herauf. Strom haben wir von der Pfaffenbergstraße her selbst gelegt. Wir bauten auf dem Grundstück vom Großvater, hatten eine tolle Sicht und fühlten uns kein bisschen einsam. Die Postadresse Oberteuringen, Rebenstraße 20 wurde erst mit der Erschließung des Baugebietes und der Straße vergeben", erinnert sich Hubert Vöhringer gute 55 Jahre zurück.

Bruno Müller aus Hepbach war der Mann, der die Hausfassade verzierte. "Er war ein Freund der Eltern meiner damaligen Frau, hatte Maler und Gipser gelernt und war gerade dabei, seine Meisterprüfung zu machen. Unser Sgraffito war quasi sein Meisterstück", weiß der Hausherr noch. Auch dass er dann Meister war und die Prüfung bestanden hat. Aber welche Note Müller bekam, hat Hubert Vöhringer nie erfahren. Die Vasen und Vierecke waren für ihn nur ein Muster, von der Planung hatte er lediglich eine Vorlage gesehen, mit der er "einfach einverstanden" war.

Es war kein Herzenswunsch von mir mein Haus mit Fassadenschmuck zu verzieren, aber als Hochzeitsgeschenk war es etwas Besonderes das ich gern angenommen hab,gesteht Hubert Vöhringer bereitwillig.
Es war kein Herzenswunsch von mir mein Haus mit Fassadenschmuck zu verzieren, aber als Hochzeitsgeschenk war es etwas Besonderes das ich gern angenommen hab,gesteht Hubert Vöhringer bereitwillig.

Dass das Sgraffito mit den geometrischen Formen der Epoche des Kubismus' zugeordnet ist, die Vasen eine besondere Zugabe und Ausdrucksform innerhalb dieser Art der Kunst sind und Pablo Picasso einer der ersten und wichtigsten Propagandisten jener Zeit war, hat offensichtlich nur der angehende Handwerksmeister Bruno Müller gewusst. Die jetzige Hausherrin Christel Vöhringer zeigt dafür ein altes Foto vom Haus, als das Sgraffito noch vom Fußboden bis zum Giebel reichte und ein Fenster umschloss. "2002 haben wir umgebaut und dort eine Balkontür eingesetzt, wozu ein Stück der Kunst wegrationalisiert wurde. So ist es moderner und praktischer", sagt Christel Vöhringer. Toll findet sie auch, dass jetzt eine Straße am Haus entlang führt, eine Bushaltestelle gegenüber ist und ein paar nette Nachbarn dazugekommen sind. Dass nach Meinung ihrer Tochter das "Ding" nicht mehr in die Zeit passt, ist den Besitzern dagegen egal.

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