Meersburg Sigrid Süss-Egervari hat das Pfarramt schon fest im Griff

Seit 1. November ist Sigrid Süss-Egervari neue Pfarrerin in Meersburg. Die 55-Jährige hat viel zu tun, mit manchen Arbeiten in der Pfarrgemeinde wurde gewartet, damit sie mitentscheiden kann. Offiziell wird sie am 10. Dezember in ihr Amt eingeführt.

Seit 1. November ist die evangelische Pfarrstelle in Meersburg wieder besetzt. Genaugenommen ist Pfarrerin Sigrid Süss-Egervari aber schon am Wochenende vor ihrem Amtsantritt gestartet. Denn an diesem Termin war die Freizeit der Konfirmanden, die bereits seit langem fest gebucht war. Und wie kann man junge Menschen besser kennenlernen als bei einer Freizeit?

Süss-Egervari hat als Nachfolgerin von Anja Kunkel das Pfarramt schon fest im Griff. Einiges sei liegengeblieben beziehungsweise man habe mit einigen Arbeiten – wie der Aktualisierung der Homepage – gewartet, damit sie mitreden könne. Voller Elan ist sie in die neue Herausforderung gestartet. "Nachdem die Kinder nun alle aus dem Haus sind, kann ich Vollzeit arbeiten", freut sich die vierfache Mutter. Ihr Ehemann Martin Egervari ist ebenfalls Pfarrer. Zu Beginn der Ehe hatte sich das Paar elf Jahre lang eine Pfarrstelle in Philippsburg geteilt. Darauf folgten für die Pfarrerin 15 Jahre in Teilzeit als Seelsorgerin in der kleinen Gemeinde von Dettingen-Wallhausen, während ihr Mann in dieser Zeit als Krankenhausseelsorger in Konstanz arbeitete. Seit Anfang des Jahres ist Martin Egervari Pfarrer in Immenstaad. Gemeinsam wohnt das Paar nun in der Meersburger Pfarrwohnung.

Die in einem kleinen Ort bei Karlsruhe Aufgewachsene entdeckte ihren Berufswunsch schon früh. Im Alter von zehn oder elf Jahren hörte sie zum ersten Mal eine weibliche Pfarrerin predigen. Dass Frauen das auch dürfen, beeindruckte sie. Später wurde sie durch den Religionsunterricht zum wissenschaftlichen Arbeiten mit der Religion motiviert. "Theologie ist etwas anderes als nur im kirchlichen Rahmen zu arbeiten", sagt die 55-Jährige. Ihr Studium begann sie in Bielefeld-Bethel, Stationen in München und Heidelberg folgten.

Kraft und Erholung schöpft sie beim Bergwandern, nur für ihr anderes Hobby, das Nähen, findet sie momentan noch keine Zeit. Gern liest sie auch mal einen zeitgenössischen Roman. Häufiger blickt Sigrid Süss-Egervari jedoch in die Zeitungen, um sich anhand des aktuellen Tagesgeschehens Anregungen für ihre Predigten zu holen. Den Gottesdiensten räumt sie einen großen Stellenwert ein, deshalb wolle sie diese auch abwechslungsreich gestalten. Gern möchte sie thematische Gottesdienst anbieten, zum Beispiel passend zu aktuellen Ausstellungen in der Bibelgalerie, oder Gemeindemitglieder zu gemeinsamen Projekten motivieren. "Die Kirche muss sich klar machen, dass sie auf die Menschen zugehen und sie mit einbeziehen muss", erklärt sie ihr Vorhaben. Die Zeiten, in denen sich die Gläubigen vom Pfarrer berieseln hätten lassen, seien vorbei. Auch Kindergottesdienste will sie verstärkt halten und im Konfirmandenunterricht den "jungen Menschen nahe bringen, dass der Glaube das Leben vertiefen und bereichern kann".

Denn, so meint die Pfarrerin, gerade Jugendliche beschäftigten sich mit den existenziellen Fragen und machten sich Gedanken über den Sinn des Lebens.

"Jede Gemeinde ist etwas Individuelles", antwortet Süss-Egervari auf die Frage, was sie an Meersburg besonders reize. Mit den drei Predigtstellen Meersburg, Hagnau und Daisendorf werde es sicher sehr "arbeitsintensiv, zumal die Schlosskirche auch beliebt als Traukirche ist".

 

Der Einführungsgottesdienst für Pfarrerin Sigrid Süss-Egervari findet am Sonntag, 10. Dezember um 16 Uhr in der Schlosskirche in Meersburg statt. Die Begrüßung übernimmt Dekanin Regine Klusmann, für die musikalische Umrahmung sorgt der Chor der Gelegenheiten. Anschließend findet ein Empfang im Martin-Luther-Haus statt.

 

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