Meersburg Schüleraustausch mit Louveciennes feiert 25. Jubiläum

21 junge Franzosen aus der Meersburger Partnerstadt Louveciennes sind derzeit zu Gast. Fünf Tage lang wartet auf die ein pralles Programm. Im Juni werden die Meersburger Schüler ihrer neuen Freunde in Frankreich besuchen. Es ist der 25. Schüleraustausch zwischen den beiden Städten, der in diesem Jahr gefeiert wird.

Zum 25. Mal findet zwischen Meersburg und seiner französischen Partnerstadt Louveciennes ein Schüleraustausch statt. Unter den 21 französischen Kindern, die meisten zwischen zehn und elf Jahren alt, und ihren deutschen Gastgebern, sind auch Guénola und Léonore. Sie freuen sich über das Gastgeschenk: eine blaue Trinkflasche mit Meersburg-Schriftzug. Léonore ist bereits zum zweiten Mal in der Burgenstadt und hat einige Tipps für Guénola, die das erste Mal hier ist. An erster Stelle: "la piscine", das Schwimmbad, betont Léonore, und dann natürlich die Mainau. Auf die Kinder, die Bürgermeister Robert Scherer am Montag im Ratssaal herzlich begrüßt, wartet in den kommenden fünf Tagen ein pralles Programm – natürlich darf da die Mainau nicht fehlen, fürs Freibad ist's aber noch zu kalt.

Mit einem Lied, das sowohl junge Deutsche als auch Franzosen mitsingen können, stimmt Gisela Heinzel mit ihrer Gitarre die Kinder auf den Austausch ein: "Bonjour Madame, Bonjour Monsieur, salut, ça va?" Heinzel ist auf Meersburger Seite die Leiterin des Schüleraustauschs. Dieser fand 1992 erstmals statt, ein Jahr nachdem die Städtepartnerschaft, die "Jumelage", gegründet worden war. Scherer sagt den Kindern: "Ihr seid ein wichtiges Standbein der Partnerschaft, ihr symbolisiert den Zusammenhalt."

Gisela Dürr, die erste Meersburger Leiterin des Schüleraustauschs, mit dem Raben Corax, den sie einst einsetzte, um Sprachbarrieren zwischen den Kindern zu überwinden, und Jürgen Ritter, Leiter der Sommertalschule.
Gisela Dürr, die erste Meersburger Leiterin des Schüleraustauschs, mit dem Raben Corax, den sie einst einsetzte, um Sprachbarrieren zwischen den Kindern zu überwinden, und Jürgen Ritter, Leiter der Sommertalschule. | Bild: Sylvia Floetemeyer

Wilma Morin vom Jumelage-Komitee übersetzt Scherers Worte ins Französische. Morin kennt die Geschichte des Schüleraustauschs, den zu Beginn Gisela Dürr und Marie Claude Roth leiteten, anschließend zwölf Jahre lang Ulrich Blersch. "Anfangs gab's einen ganz hohen Zuspruch mit jeweils bis zu 30 Schülern", erinnert sich Morin. Diese große Nachfrage habe rund 15 Jahre angehalten. Doch dann habe sich der generelle Rückgang des Interesses für die andere Landessprache bemerkbar gemacht. "Wir hatten trockene Jahre", sagt Morin offen. Einmal fiel der Schüleraustausch ganz aus. In der jüngeren Vergangenheit habe auch die Angst vor Terror für eine gewisse Zurückhaltung gesorgt. Doch in der jüngsten Zeit erlebe man einen neuen Aufschwung, was auch Gisela Heinzel zu verdanken sei. Sie habe ein neues Konzept entwickelt. Statt der wöchentlichen Französisch-AG an der Sommertalschule gibt es nun ein monatliches Treffen mit jeweils speziellen Schwerpunktthemen wie "Weihnachtsbräuche à la française". Eins der nächsten Themen ist laut Morin: "Wie isst man in Frankreich."

Guénola (links) und Léonore aus Louveciennes freuen sich über die Trinkflaschen, die sie als Meersburger Gastgeschenk erhalten haben.
Guénola (links) und Léonore aus Louveciennes freuen sich über die Trinkflaschen, die sie als Meersburger Gastgeschenk erhalten haben. | Bild: Sylvia Floetemeyer

Pionierin Gisela Dürr freut sich, dass der Schüleraustausch immer noch existiert. Sie hat zwar keinen Kontakt mehr zu den ersten Teilnehmern, die heute Mitte 30 sind, ist aber oft in Louveciennes und hat dort Freunde. Um Sprachbarrieren zwischen den Kindern abzubauen, bediente sich die ehemalige Lehrerin damals erfolgreich des Raben Corax, einer lustigen Handpuppe.

Anja Bergmann weiß aus eigener Erfahrung, dass man bei solchen Begegnungen öfter Verständnisschwierigkeiten überbrücken muss. Mit elf Jahren nahm sie, die in Heidelberg zur Schule ging, selbst an einem Schüleraustausch teil, nun macht es ihr Tochter Leni nach. Bevor es im Juni selbst mit den Meersburger Teilnehmern nach Louveciennes geht, mit Mama Anja als Begleiterin, beherbergt die Familie derzeit die junge Laurène. Die beiden Mädchen scheinen sich auch ohne Raben-Diplomatie schon ganz gut zu verstehen.

Deutsch-französische Freundschaft: (von links) Leni aus Meersburg, Laurène aus Louveciennes, Lilly-Ann aus Meersburg und Enola aus Louveciennes. Die jeweils andere Sprache beherrschen die Fünftklässlerinnen noch nicht wirklich. Lilly-Anns Vater stammt aber aus Versailles und Enola hat Verwandte in Köln, wo sie schon mehrmals zu Besuch war. Auf was freut sie sich besonders in Meersburg? „Manger et jouer“, „essen und spielen“, lautet Enolas klare Ansage. Leni und Lilly-Ann fahren im Juni nach Louveciennes in der Nähe von Paris. Sie haben den Eiffelturm als Ausflugsziel auf ihrer Wunschliste.
Deutsch-französische Freundschaft: (von links) Leni aus Meersburg, Laurène aus Louveciennes, Lilly-Ann aus Meersburg und Enola aus Louveciennes. Die jeweils andere Sprache beherrschen die Fünftklässlerinnen noch nicht wirklich. Lilly-Anns Vater stammt aber aus Versailles und Enola hat Verwandte in Köln, wo sie schon mehrmals zu Besuch war. Auf was freut sie sich besonders in Meersburg? „Manger et jouer“, „essen und spielen“, lautet Enolas klare Ansage. Leni und Lilly-Ann fahren im Juni nach Louveciennes in der Nähe von Paris. Sie haben den Eiffelturm als Ausflugsziel auf ihrer Wunschliste. | Bild: Sylvia Floetemeyer

 

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