Meersburg Premiere in der Meersburger Pfarrkirche Mariä Heimsuchung

Schulchor und Stadtkapelle vereint in einem Konzert bieten außergewöhnliches Klangerlebnis. Marianne Halder, Dirigentin der Stadtkapelle, brillierte auch als Solosängerin.

Es war ein Konzert der Überraschungen und Premieren in der Pfarrkirche Mariä Heimsuchung in Meersburg und vereinte die Stadtkapelle und den Schulchor des Droste-Hülshoff-Gymnasiums (DHG) in einer erfolgreichen Symbiose. Die Kirche fasste fast nicht die vielen Musikfreunde, Eltern und Verwandten, die dem Auftritt des Schulchores mit rund 60 Sängern und der Stadtkapelle als Premiere entgegenfieberten.

Marianne Halder dirigierte die Stadtkapelle und Peter Herrbold leitete den Schulchor des Droste-Hülshoff-Gymnasiums. Für beide Klangkörper war es das erste Mal, gemeinsam zu musizieren und zu singen. Es gab anstrengende Proben, sei es bei der Stadtkapelle oder in der Schule. Bei der gemeinsamen Generalprobe in der Pfarrkirche wurden die letzten Fehler ausgemerzt.

Das Ergebnis übertraf alle Erwartungen. Die Stadtkapelle wurde noch verstärkt durch Matthias Klemm am Kontrabass und Marie Langemann, Gitarre, sowie der Pianistin Stefanie Jürgens. Schon der mächtige Auftakt mit „Canzon Duodecimi Toni à 10 No. 3“ von Giovanni Gabrieli auf der Empore mit zehn Blechbläsern steigerte die Erwartungen auf das kommende Konzert. Mit dem Komponisten Giovanni Gabrieli, der von 1557 bis 1612 in Venedig lebte und arbeitete, begann die eindeutig definierte Bläsermusik und die venezianische Schule erlebte ihren Höhepunkt.

Johann Sebastian Bach ist bekannt für seine Kirchenkantaten. Das Bekenntnis zu Gott „Jesus bleibet meine Freude“ zeigte die großen Möglichkeiten des Schulchors auf, welcher zusammen mit den ausgezeichneten Musikanten der Stadtkapelle – Solo Roland Fischer auf der Oboe – das Meersburger Kirchenschiff jubilierend und ergreifend ausfüllte.

Alfred Reed hat viele Kompositionen für Blasmusik geschrieben und die Stadtkapelle huldigte ihm mit „Russian Christmas Music“, in der der Klangkörper alle Möglichkeiten ausschöpfte, um die Weihnachtsstimmung in der östlichen orthodoxen Kirche aufleben zu lassen.

Andrew Lloyd Webber hat nicht nur Musicals geschrieben, sondern komponierte 1984 auch ein Requiem für seinen verstorbenen Vater. Das ergreifende „Pie Jesu“ aus diesem Requiem war ein fulminanter ergreifender Höhepunkt des Schulchores und der Stadtkapelle, der den Zuhörern einen Schauer über den Rücken rieseln ließ. Die Gospelballade „Like an Eagle“ von Carl Strommen und das innige „Amaté adea“ von Karl Jenkins, bei dieser Komposition wirkt nur der Klang, zeigten die großen Möglichkeiten und Talente der jungen Sänger und Sängerinnen auf, die die Zuhörer auf eine Reise ins Innere der Seele mitnahmen.

Selbst Dirigentin Marianne Halder war hingerissen und überwältigt von der Darbietung des amerikanischen Volksliedes „Shenandoah“ durch die Musiker der Stadtkapelle, die bis in die letzten Nuancen die Naturstimmung und den Geist dieses Tales interpretierten. Nachdem jeder glaubte, eine Steigerung wäre nicht möglich, wurden die Zuhörer eines Besseren belehrt. Der Monumentalfilm „Gladiator“ wurde mit fünf Oscars prämiert. Die Chorstimmen und die beiden letzten Nummern daraus – „Honour Him“ und „Now we are free“ – sind eigens für dieses Konzert von Marianne Halder arrangiert worden, die zur Überraschung aller auch den beeindruckenden Solo-Gesang übernahm. Marianne Halder hat außer ihrem Studium als Dirigentin und Klarinettistin auch Gesang studiert bei Hanna Liska-Aurbacher in Stuttgart von 1986 bis 1992.

Durch dieses Kirchenkonzert, das nicht ohne eine Zugabe auskam, wurde die Meersburger Musikwelt um ein weiteres Klangerlebnis bereichert, und das hoffentlich nicht zum letzten Mal.

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