Meersburg Orgelkonzert mit Blick auf Geschichte

Vor 500 Jahren wurde die erste Orgel in Meersburg dokumentiert, der Förderverein nimmt das als Anlass für viel Musik beim Orgel- und Vokalkonzert am Samstag, 14. Oktober.

Zu einem Orgel- und Vokalkonzert mit dem Titel "500 Jahre Orgel in Meersburg" lädt der Förderverein Orgelrenovierung Meersburg am Samstag, 14. Oktober, um 18 Uhr in die katholische Pfarrkirche Mariä Heimsuchung in Meersburg ein. Geboten wird ein Programm geistlicher Chormusik sowie Orgelliteratur des Barock und der Klassik. Angekündigt ist ein besonderes Konzert – "besonders deshalb, weil Urkunden belegen, dass es bereits seit 500 Jahren in Meersburg eine Orgel gibt", sagt Wilfried Wodsak vom Förderverein. Die derzeitig klingende Orgel in der Meersburger Pfarrkirche wurde als technischer Neubau ja erst 2014 gebaut, wofür der Förderverein sich kräftig engagiert hat. Das Konzert soll entsprechend eine Erinnerung daran sein, dass, historischen Dokumenten zufolge, seit 500 Jahren überhaupt eine Orgel in der Pfarrkirche existiert. Von 1517 bis 1526 soll, so heißt es in Wolfgang Manekes Buch "Historische Orgeln im Bodenseekreis", ein gewisser Hans Schentzer eine neue Orgel in Meersburg gebaut haben. 1527 muss sie fertig gewesen sein.

Die weitere Orgelgeschichte der Pfarrkirche gibt Einblicke in die Namen der amtierenden Organisten und schildert Orgelreparaturen in der Folgezeit. "Orgelmacher und Bürger" Marx Günzer errichtete 1611 eine neue Orgel mit acht Registern, die 500 Gulden gekostet haben soll. Im Jahr 1832, vermutlich auch bereits 1697, wurde diese Orgel verbessert und auf 18 Register erweitert. Nach zahlreichen Reparaturen gab es zwischen 1907 bis 1908 mit dem Orgelneubau durch Otto Mönch aus Überlingen eine erneute Zäsur. Diese Orgel hatte bereits 24 Register. 31 Jahre später erweiterte Mönch die Orgel auf 30 Register. Im Jahr 1972 gab es einen erneuten Neubau durch Eugen Pfaff von der Überlinger Orgelwerkstatt Friedrich Wilhelm Schwarz. 15 Jahre später wurde diese Orgel von seinem Sohn Egbert Pfaff überholt.

Mehrere Zäsuren in Historie

Zunehmende technische Probleme ließen ab etwa 2007 die Idee der Kirchengemeinde reifen, die Orgel zu erneuern und die Kirchengemeinde entschied sich 2013 für die Orgelbaufirma Josef Maier in Hergensweiler bei Lindau. Es wurde ein Jahr später daraus ein sogenannter technischer Neubau: Gehäuse, Windladen (auf denen die Pfeifen stehen) und der Spieltisch wurden neu gebaut unter Verwendung eines sehr großen Teils der Pfeifen der Vorgängerorgeln. Um auch romantische Orgelwerke spielen zu können, wurde die Orgel von bislang 29 auf 36 Register erweitert und ein Schwellwerk (Gehäuse mit verschließbaren Lamellen zur Lautstärkeregulierung) hinzugefügt.

Die Ausführenden beim Orgel- und Vokalkonzert am Samstag, 14. Oktober, sind Gerhard Breinlinger und Thomas Hößler an der Maier-Orgel, ein Projektorchester mit Konzertmeisterin Katrin Klemm, ein Projektchor der Seelsorgeeinheit Meersburg unter der Leitung von Chorleiter Manfred Sonnenschmidt sowie Verena Simmler, Waltraud Flatscher, Thomas Tillich und Markus Stürzenhofecker als Solisten.

Konzertprogramm

  • Justin Heinrich Knecht": Die durch ein Donnerwetter unterbrochene Hirtenwonne", eine musikalische Schilderung auf der Orgel.
  • Wolfgang Amadeus Mozart: Missa brevis C-Dur, KV 220 (Spatzenmesse)
  • Georg Friedrich Händel: Orgelkonzert Nr. 13 F-Dur, "Der Kuckuck und die Nachtigall" und Auszüge aus dem Oratorium "Der Messias"

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