Meersburg Mit „France Mobil“ Französisch lernen

Mit Fiona Dubreuil-Krebs macht Kindern das Französisch lernen Spaß: Die Lektorin beim Programm „France Mobil“ versteht es, jungen Menschen die Sprache näher zu bringen. Jetzt war sie bei der 6a des Droste-Hülshoff-Gymnasiums zu Gast.

Ça va? Na, wie geht's? Bien, mal, bof? Gut, schlecht, geht so? Diese Frage übt Fiona Dubreuil-Krebs, Lektorin beim Programm „France Mobil“, zum Einstieg ganz locker mit der 6a des Droste-Hülshoff-Gymnasiums – mit Handzeichen: Daumen oben, Daumen unten, Daumen unentschieden.

Die Schüler, die zuvor schon Fionas Namen erraten mussten, machen begeistert mit. Als Nächstes geben sie zu Musik einen Würfel herum. Es muss schnell gehen, denn derjenige, bei dem die Melodie stoppt, ist raus und darf sich hinsetzen – aber nicht, ohne vorher auf Französisch zu sagen, wie er oder sie heißt. Zum Schluss geht der Ball nur noch zwischen Max und Moritz hin und her, rasant, als wollten sie eine heiße Kartoffel schnell loswerden.

Regelmäßig macht das „France Mobil“ einmal im Jahr auch im „Droste“ Station, um den Sechst- und Siebtklässlern, die das erste Jahr Französisch lernen, die Sprache auf spielerische Weise näher zu bringen. Schulleiterin Annette Brunke-Kullik, selbst Französisch-Lehrerin, ist von dem Angebot begeistert: Die Tatsache, mit „echten Franzosen“ zu sprechen, gebe den Kindern jedes Mal einen Motivationsschub. Denn der Schüleraustausch mit der französischen Partnerschule des „Droste“, mit dem Lycée La Saulaie in St. Marcellin bei Grenoble, findet ja auch erst in der neunten Klasse statt.

Grenoble hat Fiona nicht auf ihre Liste, aber auf den Schildchen, die sie jetzt hochhebt, stehen jede Menge andere französische Städte, deren Namen die Schüler nachsprechen und deren Platz auf der Karte Frankreichs sie sich schon mal merken sollen. Klar, Paris, ist darunter. Aber auch Orte wie Clermont-Ferrand, Saint-Malo, Toulouse und Cergy finden sich auf den Kärtchen, die Fiona jetzt auf dem Tisch ausbreitet. Die Schüler teilt sie in drei Gruppen ein und lässt sie vor dem Tisch Aufstellung nehmen.

Dann spielt sie Lieder unterschiedlichster Musikrichtungen ab und jedes Mal, wenn ein Städtename fällt, dürfen die Kinder nach vorne preschen und der Schnellste schnappt sich die richtige Karte. Das macht allen sichtlich so viel Spaß, dass Lehrerin Sigrid Brodbek unwillkürlich seufzt: „Man möchte gern mitspielen.“ Aber die Aufgabe ist noch nicht beendet, nun gilt es, sich zu erinnern, wo diese Orte liegen, im Norden, im Süden?

„Die Stunde ist um“, sagt Fiona plötzlich. „Was, schon?“, entfährt es einem Mädchen. Doch für ein paar Fragen an die junge Lektorin bleibt noch Zeit. „Sind Sie in Frankreich geboren?“ Ja, Fiona stammt aus Paris, hat einen französischen Vater und eine deutsche Mutter. Sie studiert Jura und beschloss, nach ihrem Bachelor-Abschluss ein Jahr für FranceMobil zu arbeiten, bevor es mit dem Masterstudium weitergeht. „Das fragt man eigentlich nicht, aber wie alt sind Sie?“, will ein Mädchen wissen. „22“, sagt Fiona und meint später: „Das fragen alle.“ Fast ebenso oft: „Isst man in Frankreich wirklich Schnecken und Frösche? Waren Sie schon mal auf dem Eiffelturm? Und: Wie ist Paris?“ Ja, wie? Fiona lacht: „Schön natürlich.“


„France Mobil“

Das Programm „France Mobil“ riefen die Robert-Bosch-Stiftung und die Französische Botschaft 2002 ins Leben. Ein Jahr lang reisen auch 2013/2014 wieder zwölf französische Lektoren mit ihren Renault-Kangoos durch Deutschland, um Schülern spielerisch Französisch nahezubringen. In den vergangenen elf Jahren hat das Programm bundesweit mehr als 850 000 Schüler an rund 10 300 Schulen erreicht.



Kontakt: Fiona Dubreuil-Krebs, Institut français de Stuttgart, Telefon 07 11/2 39 25 23. Informationen im Internet:

www.institutfrancais.de/francemobil

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