Meersburg Meersburger Hexen machen kurzen Prozess

Stephan Ruther und Monika Greitmann standen vor dem Hexengericht. Außerdem wurden alte Verfahren gegen drei Promis neu aufgerollt.

Gleich einer ganzen Reihe alter und neuer Missetäter heizten die Burghexen bei ihrem Hexengericht auf dem Marktplatz mächtig ein: Sie machten nicht nur den aktuellen Angeklagten, der "rasenden PS-Mieze" Monika Greitmann und "Shopping Queen" Stephan Ruther, den Prozess. Nein, sie rollten auch die alten Verfahren gegen Tourismus-Chefin Iris Müller, Winzer Thomas "Edi" Geiger und Glonke-Papa Herbert Hanser neu auf. Und dann gab's da ja auch noch die Vorjahres-Sünder, deren Strafverbüßung die Hexen überprüften.

Einzig Gerti Rombach, die 2017 mit ihrem mittlerweile verstorbenen Gatten Hugo vor dem Tribunal gestanden hatte, hatte alle Auflagen erfüllt – noch mit Hugo, dessen die Hexen gedachten. Durch ihre gemeinnützige "Strafaktion" – radeln, als Kuckucksuhren verkleiden – waren 940 Euro für die TuS-Jugend hereingekommen. Der seit Jahren nicht resozialisierbare "Setzling" Andreas Neßler hatte auch 2017 wieder keine Pasile (Stiefmütterle) vor die Zunftstube gepflanzt. Da er aber ebenso wenig greifbar war wie der frühere Narrenbüttel Felix Raschke, musste Bertram Wengert als Einziger ins Saugatter, das uneinsichtigen Missetätern vorbehalten ist.

Bertram Wengert hat seine Strafe von 2017 nicht verbüßt und muss dafür ins Saugatter.
Bertram Wengert hat seine Strafe von 2017 nicht verbüßt und muss dafür ins Saugatter. | Bild: Sylvia Floetemeyer

Dann wurde auch schon Greitman herbeizitiert, "ein Weib, das nur an Fasnet zur Hochform aufläuft", sonst aber etwa Urlaubsbuchungen im Internet vermassle und bei der Erziehung ihres grätigen Gatten versage, der seit 40 Jahren gleich herumlaufe. Ihre Strafe, außer den üblichen Besenhieben, die die Hexen allen verpassen: Im Advent 2018 müsse sie den Schnabelgiere-Brunnen weihnachtlich schmücken, dort zu einem vorweihnachtlichen Singen einladen und selbstgemachten Glühwein ausschenken. Anschließend rief die Gerichtshexe einen Mann für alle Fälle auf, den Top-DJ aus der "Villa Trostlos", eine "alte Schlaftablette", die sich jede Fasnet von zwei Damen willenlos in ein Häs stecken lasse: Stephan Ruther. "Nimm die Mundwinkel hoch, s'isch doch Fasnet", forderte die Oberhexe. Ruther musste sich etwa für seine Kauf- und Bestellsucht verantworten, die ihm den Spitznamen "Shopping-Queen" einbrachte, sowie seine lausigen Englisch-Kenntnisse. Im Urlaub habe er im Hotel ein "Bitte-nicht-stören"-Schild an die Zimmertür hängen wollen. Resultat: "Am nächsten Morgen klopfte ein Bautrupp an." Ruther wurde dazu verdonnert, bei der nächsten Busfahrt der Narrenzunft alle mit Leckereien zu verköstigen sowie beim nächsten Allerlei an allen drei Abenden, mit einem Bauchladen ausgestattet, die Zuschauer mit Naschereien zu versorgen. Der Erlös der Strafaktionen 2018 soll zum einen dem Familientreff zugutekommen, zum anderen der Stadt, damit die es sich leisten könne, an der nächsten Fasnet in ihrer Bar einen anständigen Sekt oder Secco aus Meersburg auszuschenken statt billiger auswärtiger Plörre.

Noch lacht Stephan Ruther (rechts), den die Hexen vor ihr Gericht zitiert haben, Monika Greitmann (links) hat ihre Verurteilung schon hinter sich.
Noch lacht Stephan Ruther (rechts), den die Hexen vor ihr Gericht zitiert haben, Monika Greitmann (links) hat ihre Verurteilung schon hinter sich. | Bild: Sylvia Floetemeyer

Nun mussten sich Geiger und Hanser nochmals verantworten, Müller war im Skiurlaub, wurde aber trotzdem mitverurteilt. Alle Drei hatten ihre alten Strafen nicht verbüßt: Geiger kein Wein-Etikett für die Narrenzunft kreiert, Müller keine Schnitzeljagd durch Meersburg für Kinder organisiert, Hanser habe sich grob geweigert, die Hinterlassenschaften seines Hundes "Rambo" zu beseitigen. Die neue Kombi-Strafe für das Trio: An einem schönen neuen Sommernachmittag müssen sie auf dem Dr.-Moll-Platz Wein aus dem Hause Geiger für einen guten Zweck ausschenken. Hanser muss zuvor, in Stadtreiniger-Kluft, den Platz von sämtlichen Hundehäufchen befreien und Iris Müller soll ein selbst verfasstes Gedicht aufsagen. Die Hexen hatten auch gleich ein paar Themenvorschläge, etwa: "Warum wird aus blau und gelb grün?" oder: "Welcher Meersburger landet als Erster im Dschungelcamp?"

Die Zuschauer auf dem Meersburger Marktplatz verfolgen interessiert das Hexengericht 2018.
Die Zuschauer auf dem Meersburger Marktplatz verfolgen interessiert das Hexengericht 2018. | Bild: Sylvia Floetemeyer

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