Meersburg Knappe Mehrheit für Mehrfamilienhäuser

Nach langen Jahren und verschiedenen Konzepten genehmigt der Gemeinderat mit knapper Mehrheit einen Bauantrag "Am Rosenhaag".

Mit einer knappen Mehrheit von acht Ja- zu sieben Nein-Stimmen bei zwei Enthaltungen hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung dem Bauantrag für einen Neubau mit Nutzung als Mehrfamilienhaus in der Stefan-Lochner-Straße zugestimmt. Der Bauherr plant zwei Gebäude mit einem Abstand von zehn Metern. Entstehen sollen 14 Wohneinheiten mit 27 Stellplätzen in einer Tiefgarage, welche über einen Aufzug erreicht wird. Weiterhin geplant sind vier Stellplätze im Freien.

Das vorhandene Hotel wird dafür abgerissen. Der Beschluss des Gemeinderats umfasst die Auflage zur Begrünung der südwestlichen Fassadenecke. Außerdem wird aufgrund der schwierigen Topografie der Hanglage, die Einholung weiterer geologischen Gutachten und die Begleitung des Vorhabens durch einen vereidigten Prüfstatiker gefordert. Bauamtsleiter Martin Doerries empfahl in seinem Sachvortrag die Genehmigung des Vorhabens trotz geringfügiger Überschreitungen des vorgegebenen Maßes. Bei der einen Abweichung handele es sich um eine Überschreitung auf der Ebene der Tiefgarage, die andere Überschreitung talseits betrüge lediglich 74 Zentimeter und würde durch die schmalere Planung entlang der Straße auch ausgeglichen. "Maßgeblich ist für uns das obige Volumina, auf Flächen unterhalb darf bis an den Rand gegangen werden und bei den Längen haben wir uns nicht genau festgelegt", sagte Doerries zu einem Einwand von Boris Mattes (SPD), den "im Kern" die Überschreitung stört. Er empfinde die Gebäude als "einen Fremdkörper", welche ihn nicht vom Hocker reiße. Markus Waibel (FWV) merkte an, dass es "unser erklärtes Ziel" gewesen sei, dass die Gebäude nicht gegen die historischen Gebäude in Konkurrenz treten sollen. Er habe damals schon gegen die Bebauungspläne gestimmt und sagte: "Deswegen kann ich auch heute nicht zustimmen."

Das Hotel in einer der besten Meersburger Lagen muss weichen. Hier entstehen neue Mehrfamilienhäuser.
Das Hotel in einer der besten Meersburger Lagen muss weichen. Hier entstehen neue Mehrfamilienhäuser. | Bild: Lorna Komm

Heinz Frey (FWV) ist "nicht glücklich mit der Planung. Es sind schöne Gebäude aber nicht hier". In einer Stadt voller Dächer würden die Flachdächer nicht passen. Auch Julia Naeßl-Doms (CDU) gefällt die Optik nicht. Anstelle des Flachdachs wäre ihr ein "kleines Dächle" lieber gewesen. Als "moderne Kästen" bezeichnete Monika Biemann (Umweltgruppe) die Gebäude und bedauerte: "Wir verlieren immer mehr Hotelbetten." Auch Werner Endres (CDU) und Michael Gilowsky (UMBO) hätten gerne eine Bebauung mit einem Hotel gesehen. Martin Brugger (CDU) und Peter Krause (UMBO) sehen die Voraussetzungen des Bebauungsplans eingehalten, insbesondere das Kriterium der Bebauung mit zwei Gebäuden sei erfüllt. Brugger fügte an, dass der vorliegende Bebauungsplan der Beste von allen gewesen sei und "ob es mir persönlich gefällt, spielt keine Rolle". Bürgermeister Robert Scherer meinte ebenfalls: "Wir reden über einen Bauantrag, nicht über Geschmack."

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