Meersburg Feuerwehrleute erhalten künftig 15 statt 12 Euro pro Einsatzstunde

Der Gemeinderat von Meersburg hat zugestimmt, den ehrenamtlichen Einsatz von Feuerwehrleuten besser zu entlohnen: Sie erhalten künftig eine Aufwandsentschädigung von 15 statt 12 Euro pro Stunde. Auch die jährlichen Entschädigungen für Funktionsträger in der Feuerwehr wurden leicht angehoben. Im Bodenseekreis sollen bis 2020 alle Feuerwehrleute 15 Euro pro Stunde erhalten.

Die Meersburger Feuerwehrleute erhalten ab 1. Juli für ihren ehrenamtlichen Einsatz eine Aufwandsentschädigung von 15 Euro pro Stunde. Derzeit bekommen sie 12 Euro. Der Gemeinderat bewilligte einstimmig die Erhöhung, deren Details Andreas Heier von der Finanzverwaltung erläutert hatte.

Außerdem werden die jährlichen Entschädigungen für die Funktionsträger leicht angehoben – mit Ausnahme der des Kommandanten, der nach wie vor 5400 Euro erhält. Denn Hartmut Schucker, im Hauptberuf Postbote, führt sein Amt wie viele seiner Kollegen bei Freiwilligen Feuerwehren als 450-Euro-Job aus und diese Höchstsumme soll aus steuerlichen Gründen nicht überschritten werden. Die beiden stellvertretenden Kommandanten erhalten künftig je 1000 statt wie bisher 800 Euro, der Gerätewart 2000 statt 1600 Euro, der Atemschutzgerätewart 1200 statt 1000 Euro, der Jugendwart 600 statt 500 Euro. Die anderen Funktionsträger bekommen künftig je nach Tätigkeit 250 oder 350 Euro. Insgesamt steigen die Entschädigungen für die Funktionsträger von bisher 12 500 auf 14 250 Euro im Jahr. Heier merkte im Namen der Stadtverwaltung an: "Diese angemessene Erhöhung der Entschädigungen soll auch die Wertschätzung der ehrenamtlichen Leistungen zum Ausdruck bringen und zum Erhalt der Motivation für den Feuerwehrdienst dienen." Die Belastungsgrenze für Ehrenamtliche werde teilweise überschritten und vor allem unter der Woche sei es schwierig, genügend Einsatzkräfte zu erreichen.

Der Landesfeuerwehrverband hatte, zusammen mit den kommunalen Spitzenverbänden, bereits 2016 eine Mindestentschädigung von 15 Euro pro Stunde empfohlen. Entscheiden muss darüber aber jede Kommune selbst. Im Bodenseekreis ist anvisiert, dass bis 2020 alle Kommunen 15 Euro pro Stunde zahlen. Derzeit erhalten etwa Feuerwehrleute in Hagnau 10 Euro, in Salem 11, in Überlingen 12 und in Daisendorf 13 Euro pro Stunde. Friedrichshafen zahlt bereits 15 Euro.

Feuerwehrkommandant Hartmut Schucker (links) und Stellvertreter Thomas Schmäh (rechts), der auch 2017 wieder die Einsatz-Hitliste anführte, folgen mit etlichen Kameraden der Ratssitzung.
Feuerwehrkommandant Hartmut Schucker (links) und Stellvertreter Thomas Schmäh (rechts), der auch 2017 wieder die Einsatz-Hitliste anführte, folgen mit etlichen Kameraden der Ratssitzung. | Bild: Sylvia Floetemeyer

Markus Waibel (FW) betonte, dass man möglichst schnell eine einheitliche Bezahlung erreichen sollte. Georg Dreher (CDU), selbst Feuerwehrmann, stimmte zu: "Wir machen alle die gleiche Arbeit und sollten alle das Gleiche bekommen." Heinz Frey (FW) meinte trotz der anstehenden Anhebung: "Es ist sehr wenig, dafür, dass die Feuerwehrleute den Kopf hinhalten und ihr Leben riskieren." Boris Mattes (SPD) schlug vor, die Erhöhungen an jene im öffentlichen Dienst zu kuppeln, um sicher zu gehen, dass die Entschädigungen regelmäßig angepasst würden. Dafür könnte man in einem Rundschreiben an alle Bürgermeister werben, schlug Mattes vor.

Kommandant Hartmut Schucker, sein Stellvertreter Thomas Schmäh und etliche weitere Feuerwehrleute, die der Sitzung folgten, nahmen die Erhöhung zufrieden zur Kenntnis. In einem weiteren Beschluss erhöhte der Rat den Stundensatz für ehrenamtlich tätige Einsatzkräfte der Feuerwehr, den die Stadt Verursachern und Auftraggebern, etwa für das Auspumpen eines Kellers, in Rechnung stellt, von 30 auf die zulässige Höchstgrenze von 30,96 Euro.

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