Meersburg Droste-Hülshoff-Gymnasium: Hörgenuss Open Air

Die Red House Big Band und der Schulchor des Gymnasiums in Meersburg gaben ein Open-Air-Konzert.

Die Red House Big Band des Droste-Hülshoff-Gymnasiums ist bei ihren jährlichen Open-Air-Konzerten Wetterkapriolen gewöhnt. In diesem Jahr spielte ihr ein empfindlich kalter Wind übel mit. Verwehte Notenblätter und fliegende Haare hielten die Bandmitglieder und den Schulchor in Atem, der zum ersten Mal gemeinsam mit dem Jazzorchester auftrat.

Dabei hatte alles ganz harmonisch im Atrium des Roten Hauses begonnen: Unter dem Dirigat des neuen Chorleiters Florian Schmid erklang Carole Kings „You've got a friend“. King, die gemeinsam mit Legenden wie Bob Dylan, Donovan, Woody Guthrie und Pete Seeger der Friedensbewegung ihre Stimme lieh, wurde in den 1970er Jahren zum Sprachrohr einer ganzen Generation. Der gemischte Chor interpretierte den Song mit sanftem, diszipliniertem Klang, wobei die Eindringlichkeit des Textes ihre Wirkung nicht verfehlte.

Anerkennender Applaus heizte die Schüler zu weiteren Glanzlichtern an: Lars Jansson „To the Mothers in Brazil (Salve Regina)“, arrangiert von Gunnar Eriksson, beeindruckte mit einer Mischung aus diversen Musikstilen. Der lateinische Text erinnerte an den liturgischen Gesang gregorianischen Chorals, Erikson steuerte die skandinavische Note bei, während die Rhythmik lateinamerikanische Einflüsse aufwies. Mit „At Last“, einem Popsong aus der Feder von Mack Gordon und Harry Warren, und dem jazzigen „Revelation“ der Yellowjackets, neu arrangiert von Florian Schmid, traten Schulchor und Big Band gemeinsam auf.

Nach einer kurzen Umbaupause gehörte die Bühne allein der Big Band. Leiterin Nikola Schorr arbeitete geschickt mit dem Mittel des Kontrasts, indem sie dem Ellington-Strayhorn-Klassiker „Johnny Come Lately“ Chick Coreas mitreißendes „Spain“ folgen ließ, bei dem sich die Zuschauer warm klatschten. Einzelne Bandmitglieder setzten sich immer wieder gekonnt als Solisten in Szene. So brillierten in Herbie Hancocks Improvisationsstück „Maiden Voyage“ Julian Nagl auf dem Tenorsaxofon, Jannik Hoffmann und Florian Möhrle auf der Posaune, Jérôme Kreutzer am Vibrafon, Julian Kemmer an der Gitarre sowie Luis Niedermeyer am Schlagzeug.

Schorr bedauerte, dass sechs Abiturienten die Band mit Beginn der Sommerferien verlassen werden. Sie hinterlassen eine große Lücke, von der Schorr noch nicht weiß, wie sie sie schließen soll. An diesem Abend zeigten die Musiker aber noch einmal ihr ganzes Können und entführten mit Astor Piazzollas „Libertango“ ins warme Argentinien. Dennoch zogen sich immer mehr Zuschauer ins Gebäudeinnere zurück, um der durchdringenden Kälte zu entfliehen. Aus den geöffneten Fenstern rings um den Innenhof spendeten sie stürmischen Applaus für ein großartiges Konzert unter widrigen Bedingungen.

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