Meersburg Der neue Rektor am Droste-Hülshoff-Gymnasium heißt Philipp Strack

Von den Kollegen und der Schülermitverantwortung gab es eine Schultüte und viele guten Wünsche für den Beginn. Von Philipp Strack gab es eine Antrittsrede unter freiem Himmel.

Er ist 55 Jahre als, verheiratet, hat eine Tochter – und ist neu eingeschult worden. Zum Schulbeginn erhielt Philipp Strack eine Schultüte. Allerdings war diese vom neuen Lehrerkollegium und von der Schülermitverwaltung gefüllt worden, mit der sie den neuen Leiter des Droste-Hülshoff-Gymnasiums (DHG) Meersburg begrüßten. Die "Wundertüte" war voll mit vielen guten Wünschen und Aufmerksamkeiten: Sie barg eine Schultasche mit DGH-Logo, eine manuell reagierende Trillerpfeife für den Sportunterricht, viele gute Wünsche in Form von Grußkarten, ein selbstgereimtes Gedicht, ein Engel für die Nähe zu einer höheren Macht, die ihn vielleicht in seiner Arbeit unterstützen kann, sowie Sonnenblumensamen für den Biologielehrer. Das sei Ausdruck einer guten Willkommenskultur, die man im DHG pflegt, wie Philipp Strack bemerkte.

Dieser Tradition schloss er sich gerne an und stellte gestern Vormittag sich und die sechs neuen Lehrer seinen rund 550 Schülern vor. Für seine Antrittsrede, unkonventionell unter freiem Himmel auf dem Sportplatz des DHG, hatte er sich das Motto des Deutschen Fußball-Teams zu eigen gemacht: "Ein guter Anfang braucht Begeisterung, ein gutes Ende Disziplin." "Was ist dabei herausgekommen?" fragte er in die Runde. "7:1 gegen Brasilien!" und "Weltmeister!" rief es aus der Menge, worauf der neue Schulleiter die Zusammenhänge dieses Leitbilds zwischen ihm und den Schülern erklärte. Er sei begeistert von der Arbeit mit jungen Menschen. Verantwortung und Aufgaben forderten Disziplin, besonders wenn es mal Negatives gebe oder wenn es ans Korrigieren von Klassenarbeiten gehe.

Doch wie sehe Disziplin hier an der Schule aus? "Sollen wir stramm stehen? Oder eine Schuluniform einführen?", fragte Strack seine Zuhörer. Die Schüler waren sich da bei ihren Antworten nicht ganz einig. Es gehe um ein paar Regeln zur Schulgemeinschaft. Begeisterung stehe auch bei den Schülern zu Beginn der Schulzeit. "Bei manchen hält sie bis zum Schulabschluss", so Strack. Dafür müsse man allerdings etwas tun, da sei Disziplin gefragt. Hier riet er zur Vorgehensweise nach dem Vorbild des WM-Teams: Von Spiel zu Spiel denken. Das gebe er ihnen mit auf den Weg. Und: "Seid neugierig auf Eure neuen Lehrer", verglich der Schulleiter diese mit Trainern, an die man sich vertrauensvoll wenden könne und die sie unterstützen würden. Kein Schüler bleibe alleine. "Und wenn meine Tür offen steht, könnt ihr auch zu mir kommen. Allerdings müsst ihr an meiner Sekretärin Frau Vögele vorbei", fügte er an, was mit einem Lachen quittiert wurde. Er freue sich auf einen guten Anfang und eine vertrauensvolle Zusammenarbeit.

Als großes Glück empfindet Philipp Strack seine neue Stelle. Nachdem ihm die Verwaltungsarbeit am Gymnasium in Friedrichshafen Zugang zu mehr Einfluss aufs Schulgeschehen ermöglicht hatte, hatte er sich um die Stelle in Meersburg beworben. Es passe alles: Die Nähe zum Wohnort, die tolle und feine Schule mit ihrem Umfeld und den Möglichkeiten, die er als besonders bezeichnete und deren spannende Vielfalt er herausstellte – und das alles bei einer überschaubaren Größe, so dass man auch im Kollegium und im Internat gute Kontakte aufbauen und haben könne.

"In diesen alten herrlichen Räumen herrscht ein ganz moderner Stil, was die Verwaltung und die Einstellung zur Schulentwicklung angeht: Engagiert, ideenreich und mit dem Willen, im Sinne der Schüler sich auch weiterzuentwickeln." Man wolle diese fit für die Zukunft machen, auch über deren Vorstellungen hinaus. Sie gegen Krisen wappnen. Ihnen nicht nur eine umfangreiche Allgemeinbildung vermitteln und sie aufs Studium vorbereiten, sondern sie auf die Welt vorbereiten, die man in weiten Teilen nicht kenne. "Das ist uns ein großes Anliegen", so Philipp Strack. Dazu gehöre ein ständiges Hinterfragen des Handelns und das gemeinsame Vorgehen im Team. Er sehe eine seiner Hauptaufgaben darin, unterstützend den dafür notwendigen Gestaltungsraum zu liefern. Über das Schulische hinaus freut sich der Schulleiter, auch mehr privat in Meersburg anzukommen und Leute kennenzulernen.

Das Droste-Hülshoff-Gymnasium Meersburg ist ein staatliches Aufbaugymnasium mit G8-Zug und Internat, dessen Schulträger das Land Baden-Württemberg ist. Es hat derzeit 551 Schüler. Davon sind 276 Mädchen und 275 Jungen. 47 sind interne Schüler. Es gibt zwölf Klassen.

Zur Person

Philipp Strack, 55, ist in Lübeck geboren und besuchte als externer Schüler das Internatgymnasium Schloss Plön. Nach Biologie- und Sportstudium an der Uni Kiel und Referendariat in Flensburg waren Anstellungen mit dieser Fächerauswahl damals wie heute schwierig, Gelegenheitsjobs in Bildungsinstitutionen folgten. Seine schließlich bundesweite Bewerbung brachte ihm die erste feste Stelle am Albert-Schweitzer-Gymnasium in Laichingen/Schwäbische Alb ein. Er lernte ländliche Strukturen kennen, übernahm verantwortungsvolle Aufgaben wie Rektoratsassistenz, Stundenplan- und Vetretungsplanung.

Als Fachberater Biologie beim Regierungspräsidium Tübingen kam er nach zwölf Jahren ans Graf-Zeppelin-Gymnasium Friedrichshafen. Dort wurde er stellvertretender Schulleiter und bewarb sich nach fünf Jahren auf die Stelle des Schulleiters am Droste-Hülshoff-Gymnasiums (DHG) Meersburg. Philipp Strack wohnt mit Frau – Lehrerin am Überlinger Gymnasium – und Tochter in Daisendorf. Zu seinen Hobbies gehören Laufen inklusive der Teilnahme an Halbmarathons, sowie Segeln. Er ist Mitglied in einem Segelverein, im Verein der Freunde der Sommerakademie Meersburg und im Förderverein des DHG. (keu)

 

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