Meersburg Das Publikum im Wohnstift Augustinum gibt beim Improtheater den Ton an

„Theater mit beschränkter Hoffnung“ hat Wortwitz und Feuer im Hintern. Die Besucher im Augustinum applaudierten begeistert.

Ein Skript? Existiert nicht. Lediglich ein Stichwort, dann der Countdown: Fünf, vier, drei, zwei, eins. Das Publikum zählt die Schauspieler ein, die Szene beginnt – aus dem Stegreif, improvisiert. Bei ihrem Auftritt „Einschalten am Schalttag“ im Augustinum verblüfften Angi Vossköhler, Marc Schloßarek und Jens Weber vom Konstanzer Improtheater TmbH, „Theater mit beschränkter Hoffnung“, mit Wortwitz und großartigem Schauspiel. Musikalisch begleitet wurden die drei Spieler von Bella Kokaia am Flügel.

Schlag auf Schlag entstanden Szenen mit überraschenden Wendungen. Das Publikum agiert als Souffleur, die Frage der Dramaturgie entscheidet sich innerhalb weniger Sekunden. Wo spielt die nächste Szene? Wer tritt auf? Und welche Emotionen werden dargestellt?

„Improtheater ist eines der größten Abenteuer, in die sich ein Schauspieler stürzen kann“, verrät Schloßarek gleich zu Beginn. „Unser Spiel braucht die Interaktion mit dem Publikum.“ Als Requisite dienen drei Stühle, mehr ist nicht nötig.

Die Aufwärmrunde startet mit einem Stoppspiel, in dem das Geschehen durch Abklatschen angehalten wird. Verkehrssünder, Bettler und Revolverhelden stehen, wie aus dem Ärmel geschüttelt, auf der Bühne. Mal wechseln die Parts ganz schnell, mal entstehen längere Szenen. Die Darsteller verkörpern Schauspieler und Regisseur in einer Person. Mithilfe von Pantomime und Hinweis gebenden Stichworten errät Weber den vom Publikum vorgegebenen Begriff „selbstausräumende Spülmaschine mit Spieluhrantrieb“. Bei dem Science-Fiction-Sketch „Das Wasser fehlt“ spielten sich die Schauspieler selbst, ihre Stimmen wurden jedoch vom jeweils anderen gesprochen. Gemeinsam mit dem Publikum blickten Schloßarek, Vossköhler und Weber bei dieser Geschichte in eine düstere, von Jedi-Ritter „Lars“ Vader dominierte Zukunft. Zum Kugeln komisch, brillant gespielt. Schade nur, dass an diesem Abend so wenige Zuschauer den Weg in den Theatersaal des Augustinums fanden. Die Vorstellung hätte ein ausverkauftes Haus verdient.

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