Meersburg Bundesverdienstkreuz für Monika Taubitz

Die Schriftstellerin Monika Taubitz erhält die hohe Auszeichnung für ihr literarisches Werk. Außerdem werden damit ihre Verdienste als Brückenbauerin zwischen Deutschen und Polen gewürdigt

Ihre ersten Geschichten schrieb Monika Taubitz als Flüchtlingskind auf Zeitungsränder. Als 76-Jährige erhielt die vielfach preisgekrönte Autorin beim Neujahrsempfang der Stadt von Landrat Lothar Wölfle das Bundesverdienstkreuz am Bande.

Das Bundesverdienstkreuz hat sich die gebürtige Breslauerin nicht nur mit ihrem schriftstellerischen Werk verdient, sondern auch als Brückenbauerin zwischen Deutschen und Polen. Diesen Aspekt hob Landrat Wölfle gleich eingangs hervor, indem er an den Beginn des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren erinnerte, die erste der zwei Jahrhundertkatastrophen, die Europa für lange Zeit in zwei Hälften spalten sollten. „Es braucht Menschen, die Grenzen überwinden“, sagte Wölfle. Zu diesen Menschen zählt Taubitz. Bereits 1972 kehrte sie erstmals in ihre alte Heimat zurück. Seit der Wende pflegt sie intensive Kontakte nach Polen, etwa zu den Universitäten Breslau und Warschau und zu jungen polnischen Germanisten. Eine von ihnen schrieb sogar ihre Doktorarbeit über Taubitz' Werk. Für ihre schriftstellerische Arbeit erhielt Letztere bereits 1978 den Eichendorff-Preis. Viele weitere Auszeichnungen folgten, wie etwa die Gerhart-Hauptmann-Plakette oder 2012 der Andreas-Gryphius-Preis. Im Hauptberuf war Taubitz Lehrerin, von 1965 bis zu ihrer Pensionierung 1997 an der Sommertalschule Meersburg. Sie habe ihre Arbeit mit viel Herzblut gemacht. Außerdem würdigte Wölfle Taubitz' großes ehrenamtliches Engagement.

So leitete sie etwa 15 Jahre lang die Künstlervereinigung „Wangener Kreis“.

Wölfle trug zwei von Taubitz' Gedichten vor, darunter „Uferlandschaft“, in dem es heißt: „Dieser Erdzeit Dauer verleihen, mitten im Wandel.“ Wölfle bescheinigte Taubitz: „Das haben Sie gemacht.“ Die Schriftstellerin erwiderte gerührt: „Ich habe diese Ehre so nicht erwartet.“ Das habe sie nicht ahnen können, als sie 1962 Meersburg erstmals betrat und dabei auch das „Fürstenhäusle“ der Dichterin Annette von Droste-Hülshoff besuchte. Diese sei letztlich die Ursache gewesen, dass sie 1965 als Lehrerin nach Meersburg kam, „wo ich mich mit viel Liebe sowohl den Schülern als auch der Stadt widmete“. Die Droste habe Meersburg als „die zweite Hälfte meiner Heimat“ bezeichnet. „Das ist auch passend für mein Leben“, sagte Taubitz, die 1946 aus Schlesien vertrieben wurde. Dass zum ersten Teil ihrer Heimat im heutigen Polen „durch meinen kleinen Beitrag die Literatur auch zur Brücke geworden ist“, um Verständnis für den anderen und sogar Freundschaft zu erwecken, bezeichnete Taubitz als „Wunder, das ich noch erleben darf“. Sie nutzte den Rahmen auch, um ihrer Freundin Anne Wachter für deren langjährige Unterstützung zu danken. Und als „Dank und Geschenk an Sie“ lud Taubitz die Anwesenden zu einer Lesung aus ihrem neuen Buch ein: am 30. Januar, 19.30 Uhr, im Klosterkeller.

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