Meckenbeuren Meckenbeurens Bürgermeister Andreas Schmid vor der Wahl: "Einen Plan B habe ich nicht."

Am 22. Oktober wählen die Einwohner der Schussengemeinde ihren Bürgermeister. Der Amtsinhaber gibt Auskunft zu seiner Motivation, einen zweiten Anlauf zu nehmen.

Herr Schmid, Sie haben 2009 erstmals für das Amt des Bürgermeisters kandidiert und sind seit 2010 im Amt. Nun möchten Sie für weitere acht Jahre wiedergewählt werden. Wenn Sie Ihre damaligen Beweggründe für eine Kandidatur mit denen von heute vergleichen, hat sich da etwas geändert?

Die Motivation ist dieselbe wie in 2009. Die Motivation, etwas zu gestalten, etwas vorwärtszubringen, und zwar zusammen mit der Gemeinde, den Bürgerinnen und Bürgern und dem Gemeinderat. Dazu kommt noch, dass wir viele Projekte gerade im Umsetzungsprozess haben, die wir zusammen mit Gemeinderat und den Bürgerinnen und Bürgern weiterentwickeln wollen. Das ist das, was unter anderem neu dazugekommen ist.

Wenn Sie die vergangenen acht Jahre Revue passieren lassen, worauf sind Sie stolz, was haben Sie auf den Weg gebracht?

Ich nenne da exemplarisch zwei Punkte. Das eine ist das Thema Finanzen und Gewerbe. Unser Defizit – der Saldo aus Schulden und Rücklagen – beträgt heute nur noch 3,1 Millionen Euro, übernommen habe ich bei minus sieben Millionen Euro. Wenn man dann noch sieht, wie viel wir investiert haben im Bereich Bildung, Betreuung und Jugend, nämlich über 50 Millionen Euro, dann finde ich, da können wir gemeinsam stolz drauf sein. Dann ist da noch das Thema der gewerblichen Weiterentwicklung. Das ist in die Zukunft gerichtet und bietet uns wieder Möglichkeiten, über die Einnahmen der Gewerbesteuer in sozialen Bereichen zu investieren.

Gibt es etwas, bei dem Sie sagen: Das würde ich heute anders machen?

Hinterher ist man immer schlauer, aber es gibt nichts, wo ich sagen würde, das war grundlegend falsch. Vielleicht würde ich heute die ein oder andere Vorgehensweise anders wählen. Da habe ich die Erfahrung machen dürfen, dass manche Entscheidungswege mehr Zeit brauchen als andere. Aber ich denke, das geht jedem so, der ein Amt zum ersten Mal übernimmt.

Wann reifte der Entschluss, ein zweites Mal zu kandidieren?

Ende vergangenen Jahres habe ich mich aktiv damit auseinandergesetzt. Wenn man acht Jahre Verantwortung übernommen hat, schaut man immer wieder: Wie sind die Rückmeldungen? Was kommt auch seitens der Gemeinderäte rüber? Wobei ich sagen kann, wir hatten nie einen großen Konflikt. Die Frage ist, wie ist man in der Bürgerschaft und damit auch in Vereinen und Institutionen verankert? Mein Gefühl sagt mir, ja, die Bürgerschaft steht zu ihrem Bürgermeister. Deswegen war es für mich richtig, noch mal zu kandidieren, und das motiviert.

Sie haben auf Ihrer Wahlkampftour Termine in den einzelnen Ortsteilen Meckenbeurens wahrgenommen. Welche Themen brannten den Bürgern besonders unter den Nägeln?

Die Themen waren, wie die Ortsteile selbst, sehr verschieden. Die Gesamtresonanz war aus meiner Sicht gut. In Liebenau war das Thema Straße – B30 neu und Entlastung der B 467 – absolut dominant. In Kehlen ging es eher um Entwicklung der Teilgemeinde. In Meckenbeuren war es die Entwicklung des Zentrums, in Brochenzell hauptsächlich Infrastruktur und Breitband. Es gab für das Geschaffene positive Rückmeldungen, aber auch gleichzeitig teils berechtigte Kritik und Anregungen, die ich in eine weitere Amtszeit mitnehme.

Warum sollen die Bürger von Meckenbeuren Andreas Schmid wählen und nicht Elisabeth Kugel?

Wenn man auf die letzten acht Jahre zurückblickt, haben wir eine gute Entwicklung genommen. Im Bereich Gewerbe, aber vor allem im Bereich Bildung, Betreuung und Jugend. Wir erleben gerade eine prosperierende, dynamische Gemeinde, wo man sagt: Wow, da möchte ich gern dabei sein. Dies mitzugestalten, dafür wäre ich ein geeigneter Mann und das würde ich gern machen.

Gibt es einen Plan B, falls Sie nicht wieder gewählt werden?

Ich habe keinen Plan B. Ich komme aus dem Sport und es gibt für entscheidende Wettkampfsituationen nie einen Plan B. Sobald ich den habe, bin ich nicht mehr hundertprozentig fokussiert und von daher gibt es nur einen Plan A.

Sie haben keinen Job von acht Uhr morgens bis fünf Uhr abends. Warum tun Sie sich das an? Wie finden Sie einen Ausgleich?

Am Ende glaube ich, es muss einem Spaß machen und die Belastbarkeit muss da sein. Dann wiederum kommt man auch mit dem reduzierten Freizeitbereich zurecht. Wenn ich dazu komme, treibe ich Sport. Ansonsten ist es positive Arbeit. Stress, aber ein positiver Stress, weil es Spaß macht, mit und für die Menschen zu arbeiten.

Fragen: Kerstin Schwier

 

Zur Person:

Andreas Schmid wurde am 13. Oktober 1966 in Stuttgart geboren. Seit 2010 ist er Bürgermeister von Meckenbeuren. Zuvor war er Abteilungsleiter und Jugendreferent der Stadt Ravensburg sowie Mitarbeiter beim TSB Ravensburg und Studienleiter des Württembergischen Landessportbundes. Seine Hobbys und Interessen sind Sport, Lesen, Politik und das Kennenlernen anderer Kulturen. Schmid ist CDU- Mitglied sowie Mitglied in zahlreichen Vereinen Meckenbeurens.

Informationen im Internet: www.andreas-schmid.de

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