Meckenbeuren Heimat- und trachtenverein Montfort auf der Jagd nach dem Kurschatten

Regina Röschs Komödie "Wenn einer eine Reise tut..." sorgt für viel Heiterkeit in der ausverkauften Karl-Brugger-Halle in Kehlen. Darin ist zwei älteren Herren im Kururlaub wenig Vergnügen beschieden. Ihre Frauen sind nämlich mit dabei.

Wer von einer Reise wiederkommt, hat bekanntlich viel zu erzählen. Wenn dieser Reisebericht nun allzu positiv und euphorisch ausfällt, kann es passieren, dass beim Zuhörer der Wunsch aufkeimt, diesen paradiesischen Ort ebenfalls einmal besuchen zu wollen. Genau das widerfährt Oswald Krause (Rudi Höllbacher) und Emil Lautenschläger (Werner Ott). Die zwei Freunde aus Kindheitstagen haben, völlig unbeabsichtigt, mit ihrer Schwärmerei für Bad Füssing ihre beiden Ehegattinen neugierig auf den Kurort gemacht. Nach 20 Jahren Single- Kururlaub in Füssing wollen die Angetrauten auf einmal mit. Ein Alptraum für Oswald und Emil! Wie sich der gestaltet, erzählt Regina Rösch in ihrer Komödie "Wenn einer eine Reise tut...".

Der Heimat- und Trachtenverein "Montfort" hat sich in diesem Jahr des schwäbischen Lustspiels angenommen und damit wieder einmal ein feines Gespür bei der Stückauswahl bewiesen. Denn das Publikum in der voll besetzten Karl- Brugger Halle war bei der Premiere am Sonntagnachmittag restlos begeistert und honorierte den Auftritt der zehn Laiendarsteller mit tosendem Applaus. Eine gelungene Premiere auch für Jürgen Prinz, der erstmals Regie führte und gleich zwei Rollen übernommen hatte.

Eigentlich sind die Schweine an allem schuld. Oder besser gesagt, deren Abschaffung. Denn bislang haben Helga Krause (Thea Schappert) und Betty Lautenschläger (Gabi Domke) die grunzenden Vierbeiner im heimischen Stall ohne Murren versorgt, während die Göttergatten im Kururlaub weilten. Doch nun sind die Tiere weg und damit ist der Weg frei für einen ersten, gemeinsamen Pärchenurlaub. Bewaffnet mit Schwimmreifen, Taucherbrille und Schnorchel treffen sich Oswald und Emil morgens an der dörflichen Bushaltestelle, beide noch in dem Glauben, die Reise ginge an weiße Sandstrände. "Was sind schon Mallorca oder Mauritius gegen Bad Füssing? Da waren wir drei Wochen richtige Männer!", klagen sie einander ihr Leid und schwelgen in Erinnerung an vergangene Kurschatten. Getreu ihres Mottos "Morgens Fango, Abends Tango" haben die beiden Freunde in den letzten 20 Jahren nichts anbrennen lassen. Wie groß ist daher ihr Entsetzen, als ihre Ehefrauen ihnen eröffnen, dass statt Badeurlaub die Reise gemeinsam nach Bad Füssing geht.

Dort angekommen, will sich in dieser Konstellation keine rechte Stimmung einstellen. "So eine scheiß Kur hab ich noch nie gemacht. Das ist doch keine Erholung," beschwert sich Oswald. Da können auch Masseur Harry (Tobi May) und seine Assistentin Susi (Stephanie Sing) nicht weiterhelfen. "So viele Sahneschnitten laufen hier herum. Und was haben wir dabei? Trockenobst!", jammert Emil. Erst die wöchentliche "Frischfleischlieferung" in der Kurklinik kann sie aufheitern, entdecken sie dort doch zwei "saftige Rippchen". Allerdings ist Jaquelines (Elisabeth Gümpel- Wittich) und Chantals (Nadine Welte) Interesse an den beiden älteren Herren rein finanzieller Natur. "Dass wir jedes Mal zwei so blöde Kerle finden," freut sich Chantal über die vermeintlich reiche Beute. Währenddessen sind auch die beiden Ehefrauen nicht untätig. Grandios wie Helga und Betty zu den Klängen von Westernhagens "Sexy" in ausgebeulten Jogginganzügen und Badeschlappen auf die Bühne stampfen. Auch an ihre Fersen haben sich mit Adalbert Baron zu Stadelhofen (Jürgen Prinz) und Ferdinand von Cartier (Guy Mathieu) zwei windige Verehrer geheftet. Wer am Ende wen über den Tisch zieht, bleibt abzuwarten.

Weitere Aufführungen: Samstag 18. November, 19.30 Uhr; Sonntag, 19. November, 18 Uhr, Samstag 25. November, 19.30 Uhr; Sonntag 26. November, 18 Uhr, jeweils in der Karl-Brugger Halle in Kehlen.

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