Meckenbeuren Elisabeth Kugel bewirbt sich als Bürgermeisterin von Meckenbeuren

Sie ist damit die erste Gegenkandidatin für Amtsinhaber Andreas Schmid.

Ist Meckenbeuren reif für eine Frau an der Spitze der Gemeinde? Wenn es nach Elisabeth Kugel geht, dann auf jeden Fall. Die 46-jährige Sozialpädagogin bewirbt sich um das Amt als erste Bürgermeisterin der Schussengemeinde und sorgt damit für einige Überraschung in der Bevölkerung. Wer bislang gedacht hatte, die Bürgermeisterwahl am 22. Oktober wäre mangels Gegenkandidaten ein Alleingang für Amtsinhaber Andreas Schmid, sieht sich nun eines Besseren belehrt.

Am Dienstag, zwei Wochen vor Ablauf der Bewerbungsfrist, hat Kugel ihre Bewerbungsunterlagen im Rathaus abgegeben. Und das hat sich "gut, spannend und richtig" angefühlt, wie die Kandidatin im Gespräch mit dieser Zeitung erzählt. Auch wenn die Idee schon länger in ihrem Kopf herumgeisterte, die endgültige Entscheidung zur Kandidatur fiel nach einem intensiven Abwägungsprozess und zahlreichen Gesprächen erst vor zwei Wochen. "Der Startschuss kam aus der Bevölkerung. Es sind einige Menschen an mich herangetreten, die meinten, ich solle mich unbedingt bewerben," berichtet Elisabeth Kugel. Nachdem sich die Meldung über ihre Kandidatur blitzschnell in Meckenbeuren verbreitet hat, trudeln an diesem Vormittag schon die ersten Rückmeldungen bei ihr ein. "Die Reaktionen sind durchweg positiv und begeistert. Die Menschen kennen mich ja auch schon," freut sich Kugel. Bereits seit vergangenem Herbst hat sie innerlich gespürt, dass sie sich beruflich verändern möchte und die Zeit reif ist, etwas Neues anzufangen. Daher hat sie nach fast 15 Jahren – zwar schweren Herzens doch mit der Gewissheit, das Richtige zu tun – ihre Arbeit im Jugendreferat Meckenbeuren beendet.

Seit 24 Jahren lebt die gebürtige Tettnangerin in Meckenbeuren. Die Gemeinde und vor allem deren Einwohner sind ihr in den Jahren sehr ans Herz gewachsen. Durch ihre Arbeit im Jugend- und Schulsozialbereich und ihr ehrenamtliches Engagement in der evangelischen Kirchengemeinde sowie als Schöffin am Landgericht Ravensburg ist sie für viele Menschen in Meckenbeuren und Umgebung kein unbekanntes Gesicht. "Ich habe in Meckenbeuren viele schöne Erfahrungen machen können; durch das, was ich beruflich einbringen durfte, aber auch im persönlichen Bereich," berichtet die Sozialpädagogin. Der Austausch und die Wertevermittlung zwischen den Generationen sind ihr wichtig. Das Wahlomaprojekt sei eine "super Sache" und auch für den Jugendbereich, "eine Zielgruppe, die mir sehr vertraut ist", schweben ihr schon einige Ideen vor. Doch im Moment hält sie diese, auch wenn es ihr sichtlich schwer fällt, noch zurück. Sie möchte erst noch weiter mit den Bürgern ins Gespräch kommen und Eindrücke sammeln. Aus diesem Grund bietet sie vier öffentliche Termine (siehe Info-Kasten) in verschiedenen Meckenbeurer Ortsteilen an, um eben mehr über die Sorgen und Nöte der Bevölkerung zu erfahren.

In zwei Wochen möchte sie dann mit konkreten Inhalten an die Öffentlichkeit treten. Dann wird sie zu Themen wie B 30-neu, Bildung, Kinderbetreuung, Integration von Flüchtlingen, Tourismus oder aber Ortsteilentwicklung Stellung beziehen. Die Fülle an Aufgaben und Themenbereichen schreckt die motivierte Bewerberin nicht ab, spürt sie in sich doch "genügend Energie und Power, um diese Herausforderungen zu meistern und auch den Gegenwind auszuhalten". Dass das Bürgermeisteramt eine "Wahnsinnsaufgabe" ist, dessen ist sich Elisabeth Kugel durchaus bewusst. Auch, dass sie nicht auf jedem Gebiet über Expertenwissen verfügt. Doch sie weiß auch, dass im Rathaus viele kompetente Fachkräfte sitzen, mit denen sie gern zusammenarbeiten möchte. "Ich werde mich intensiv einarbeiten, aber auch die vorhandene Fachkompetenz nutzen," verspricht Kugel. Führungsqualitäten hat sie bereits in ihrer früheren Tätigkeit bewiesen und auch, wenn nötig, mal ein Machtwort gesprochen.

Zur Person

Elisabeth Kugel wurde 1971 in Tettnang als Tochter eines Obstbauern und einer Erzieherin geboren. Aufgewachsen ist sie in Oberdorf und war von 1993 bis 2005 verheiratet. Sie hat soziale Arbeit in der Verwaltung studiert und war nach Abschluss des Studiums als Diplom- Sozialpädagogin zunächst für die Bezirkssozialarbeit beim Kreisjugendamt zuständig. Von 2003 bis 2017 war sie in der kommunalen Jugend- und Schulsozialarbeit in Meckenbeuren tätig. Aktuell ist sie mit der Vorbereitung auf das Bürgermeisteramt befasst. Sie ist Kirchengemeinderätin in der evangelischen Kirchengemeinde Meckenbeuren und Mitglied im Kirchenbezirksausschuss Ravensburg.

Ihre Hobbys sind Wandern, Sport, Musik, Kunst und Kultur. Ortstermine: 19. September: Hildes Vesperstüble, Kehlen; 21. September: Wirtshaus Schloss, Brochenzell; 27. September: Pizzeria Leone, Buch; 4. Oktober: Gasthof Hirsch, Liebenau. Beginn ist jeweils um 19.30 Uhr.

Informationen im Internet: www.elisabeth-kugel.de

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