Meckenbeuren Elisabeth Kugel als Bürgermeisterin vereidigt

Elisabeth Kugel wurde am Freitagabend als Bürgermeisterin vereidigt. Sie kündigte an, Einzel- und Gruppeninteressen dem Gemeinwohl unterordnen und die Bürgerbeteiligung in allen Altersstufen stärken zu wollen. "Das ist keine lästige Übung, das ist meine Grundhaltung."

Nach ihrer überraschenden Wahl am 22. Oktober wurde Elisabeth Kugel am Freitag von Karl Gälle in Meckenbeuren als Bürgermeisterin vereidigt. Den Gräben, die der Wahlausgang zunächst zwischen den Bürgern aufgerissen hatte, setzte sie eine Rede entgegen, die gemeinsame Ziele zum Wohl der Gemeinde, transparente Kommunikation mit allen Beteiligten und klar definierte Aufgaben für ihr erstes Jahr im Amt in den Vordergrund stellte.

Mit 55 Prozent der Stimmen hat Elisabeth Kugel im Herbst ihren Vorgänger Andreas Schmid abgelöst. Zweifeln an ihrer Kompetenz begegnete sie offensiv: "Quereinsteiger – und das bin ich – haben zunächst vor allem den Außenblick." Und darin sieht die erste weibliche Gemeinde-Chefin in Meckenbeuren einen klaren Vorteil. Nehme er doch das große Ganze wahr, da unverstellt, und liefe nicht Gefahr, sich in Details zu verlieren. Der 47-jährigen Sozialarbeiterin mit Schwerpunkt Verwaltung wurde denn auch von allen Rednern Hilfe angeboten. "In Sachen B 30 biete ich Ihnen die enge Abstimmung zwischen Landkreis und Gemeinde an", betonte Landrat Lothar Wölfle und wünschte ihr Kraft, Geduld und einen breiten Rücken. Sozialminister Manfred Lucha war aus eigener Erfahrung sicher: "Natürlich werden Sie das mit der Verwaltung hinbekommen, gut ausgebildete Sozialarbeiter schaffen das." Mit den Worten "ihre erste Liebe war ein Württemberger", überreichte er der strahlenden Bürgermeisterin einen kleinen Teddy der Firma Steiff und einen Wecker fürs Büro.

"Frauen gehen Dinge anders an als Männer", sagte Kugel. "Sie gehen mit Menschen und Konflikten anders um." So wolle sie zukünftig Einzel- und Gruppeninteressen dem Gemeinwohl unterordnen und die Bürgerbeteiligung in allen Altersstufen stärken. "Das ist keine lästige Übung, das ist meine Grundhaltung." Mit dieser Zielsetzung gelte es, zukünftig mehr die Folgen von Entscheidungen und die Gesamtentwicklung im Blick zu behalten. Besonders im Hinblick auf ein gemeinsames Konzept für die drei Teilorte der Gemeinde. Neben dem Erschließen von Wohnraum und Anschlussunterkünften, der Verbesserung der Verkehrssituation sowie dem Ausbau der Kinderbetreuung und einem Radwegkonzept hat sie bereits weitere Wünsche auf der Agenda. Trotzdem sieht sie sich einer sorgfältigen Verwendung der finanziellen Ressourcen verpflichtet. "Meckenbeuren wird nicht über seine Verhältnisse leben", betonte sie. "Weder Lob noch Furcht sollen Dich leiten", gab ihr Pfarrer Peter Steinle in Anlehnung an den Wahlspruch des Bischofs Clemens von Galen auf den Weg. Dann, während der Ansprache des Vertreters der sächsischen Partnergemeinde, ging das Licht aus. Ende der Redezeit. Der gesellige Teil des Abends mit Musik der "Blue Notes" konnte beginnen.

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