Meckenbeuren 500 Bürger bei Vorstellung der beiden Bürgermeisterkandidaten

Gut eine Woche vor der Bürgermeisterwahl in Meckenbeuren haben sich die beiden Kandidaten bei der offiziellen Vorstellung den Bürgern präsentiert. Knapp 500 Bürger hörten Amtsinhaber Andreas Schmid und Herausforderin Elisabeth Kugel zu, Fragen waren keine gestattet. Gewählt wird am 22. Oktober.

Bürgermeister oder Bürgermeisterin von Meckenbeuren? Wer sich am 22. Oktober an die Spitze der Schussengemeinde setzt, ist noch lange nicht entschieden. Bevor die Einwohner Meckenbeurens am Sonntag kommender Woche ihr Kreuzchen machen, wollten sie sich noch einmal genauer über die beiden Bewerber und deren Wahlprogramme informieren. Dazu hatten sie am Mittwochabend Gelegenheit.

Die Gemeinde Meckenbeuren hatte zur öffentlichen Vorstellung der beiden Kandidaten für das Bürgermeisteramt in die Humpishalle eingeladen. Fast 500 potentielle Wähler waren nach Brochenzell gekommen und wollten den Auftritt der beiden Kandidaten, Amtsinhaber Andreas Schmid und Herausforderin Elisabeth Kugel, nicht verpassen. Die Halle war gut gefüllt.

Für Karl Gälle, Vorsitzender des Gemeindewahlausschusses und Moderator der Veranstaltung, zeugte die große Anzahl an Besuchern nicht nur von deren Interesse an den Bewerbern, sondern auch vom politischen Mitgestaltungswillen der Bürger. "Sehen Sie Ihr Wahlrecht als Bürgerpflicht. Meckenbeuren hat das verdient", gab er allen Anwesenden mit auf den Weg.

Beide Kandidaten hatten 20 Minuten Redezeit, in denen sie sich den Wählern präsentieren konnten. Eine Fragerunde war an dem Abend nicht vorgesehen. Vor allem der Auftritt von Elisabeth Kugel war mit Spannung erwartet worden. Generell positiv äußerten sich die Besucher über die Veranstaltung an sich, über die Möglichkeit, die Bewerber kennenzulernen.

Er will den Ort zukunftsfit machen

Andreas Schmid: Die Rede des Amtsinhabers war vor allem geprägt von der Rückschau auf seine Erfolge der vergangenen acht Jahre. Angetreten zu einer Zeit, als die Folgen der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise noch weithin spürbar waren und sich das Bildungssystem im Umbruch befand, waren die Themen Finanzen und Bildung die größten Herausforderungen für ihn, die es zu meistern galt. "Es gab einen klaren Fokus der vergangenen acht Jahre: Meckenbeuren fit für die Zukunft zu machen", erklärte Schmid und erläuterte seine weiteren Ziele für Meckenbeuren.

Bürgermeister Andreas Schmid
Bürgermeister Andreas Schmid | Bild: Kerstin Schwier
  • Verkehr/Infrastruktur: Bürgermeister Schmid möchte beim Bau der B 30-neu die von Verwaltung und Gemeinderat favorisierte Westtrassenlösung schnellstmöglich vorantreiben inklusive einer Ortsumfahrung Liebenau. Busverbindungen in alle Ortsteile und das Bürgermobil Emma sollen weiter verbessert werden. Beim Thema Breitbandausbau werde er "nicht lockerlassen, bis auch die blinden Flecken" versorgt sind.
  • Wohnen: Schmid spricht sich gegen subventionierten Wohnungsbau aus. Vielmehr möchte er weiter gemeindeeigene Grundstücke an den Markt bringen und Genehmigungsverfahren zügig und unkompliziert gestalten, um den Bedarf an Wohnraum vor allem für Meckenbeurer Bürger zu befriedigen. Neue Wohnformen, etwa eine Senioren-Wohngemeinschaft, sollen realisiert werden.
  • Ortsteilentwicklung: Der individuelle Charakter der einzelnen Ortsteile sowie Straßenzüge wie etwa die Bahnhofstraße als "Keimzelle Meckenbeurens" sollen erhalten bleiben. Für jeden Ortsteil gibt es ein eigenes Entwicklungskonzept, das in den nächsten Jahren mit den Bürgern diskutiert und umgesetzt werden soll.
  • Familie/Bildung/Vereine: Der bedarfsgerechte Ausbau der Betreuung in Kindertagesstätten und Schulen soll fortgeführt werden. Am Bildungszentrum Buch soll in Kooperation mit einem Gymnasium in der Nachbarschaft die Sekundarstufe II eingeführt werden. Den drei Sportvereinen stellt Schmid ein Kunstrasenfeld in Aussicht. Das lang ersehnte Vereinsheim für die Narrenzunft Brochenzell soll als Kooperationsprojekt mit dem Schützenverein Brochenzell realisiert werden.
  • Wirtschaft/Finanzen: Örtlichen Betrieben sollen Erweiterungsflächen zur Verfügung gestellt werden. Stärkung und Stabilisierung des Einzelhandels ist ein zentrales Anliegen von Schmid. Langfristiges Ziel ist eine komplette Entschuldung der Gemeinde.

Der Kandidat im Internet: www.andreas-schmid.info

Kandidatur aus Liebe zur Gemeinde

Elisabeth Kugel: Die Herausforderin legte den Schwerpunkt ihrer Bewerbungsrede zunächst auf die Vorstellung ihrer Person, ihren Lebenslauf und ihre Beweggründe für die Kandidatur. "Aus Liebe und Verbundenheit zu Meckenbeuren" möchte sie Verantwortung für die Entwicklung ihrer Heimatgemeinde übernehmen. Dabei ist ihr die Beteiligung der Bürgerschaft "auf Augenhöhe" besonders wichtig. In der Vergangenheit seien die Bürger zu oft bei wichtigen Entscheidungsprozessen und Planungsvorhaben nicht beteiligt gewesen.

Herausforderin Elisabeth Kugel
Herausforderin Elisabeth Kugel | Bild: Kerstin Schwier
  • Verkehr/Infrastruktur: Kugel spricht sich beim Bau der B 30-neu ebenfalls für die vom Gemeinderat favorisierte Westtrassenlösung aus. Gleichzeitig möchte sie die Ortsumfahrungen für Liebenau, Kehlen und Reute vorantreiben. Mehr öffentliche Parkplätze, die Schließung des Radwegenetzes und die Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs sind auf ihrer Agenda.
  • Wohnen: Kugel möchte eine "beliebige Ausdehnung und Wucherung" der Gemeinde verhindern. Sie setzt verstärkt auf sozialen Wohnungsbau. Durch Erschließung weiterer Bauplätze sollen vor allem kinder- und familienfreundliche Wohnquartiere entstehen. Kleine bezahlbare Wohneinheiten mit dezentralen Nahversorgungs-Anlaufstellen möchte sie für Senioren schaffen.
  • Ortsteilentwicklung: Kugel möchte ein solides, städtebauliches Gesamtkonzept zusammen mit Bürgern und Verwaltung entwickeln. Alle Ortsteile und Siedlungen sollen "naturnah durchgängig mit Grünachsen verbunden und mit der Schussenaue vernetzt sein".
  • Familie/Bildung/Vereine: Handlungsbedarf sieht Kugel beim Betreuungsangebot an den Grundschulen hinsichtlich der Qualifizierung und der zeitlichen Ausweitung. Die Betreuung im U3-Bereich soll dezentral und möglichst bei den örtlichen Kindertagesstätten angesiedelt sein. Förderung von Bildung, Kunst und Kultur sowie Gewinnung von ehrenamtlichen Nachwuchskräften, hier vor allem junge Menschen, sind ihr ebenfalls wichtig. Fördermittel sollen "sinnvoll und gerecht" verteilt und Förderrichtlinien zeitnah weiterentwickelt werden.
  • Wirtschaft/Finanzen: Wirtschaftszweige und Betriebe sollen unterstützt werden durch "eine aktivere Bestandspflege, eine attraktivere Öffentlichkeitsarbeit eine maßvolle Vorhaltung gewerblicher Bauflächen und eine vorausschauende Anpassung der benötigten Infrastruktur". Der Gemeindehaushalt soll entlastet und die Pro-Kopf-Verschuldung gesenkt werden.

Die Kandidatin im Internet: www.elisabeth-kugel.de

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