Markdorf Vier BZM-Schüler mit Wirtschaftsförderpreis ausgezeichnet

Vier Schüler des Bildungszentrums Markdorf sind mit dem Markdorfer Wirtschaftsförderpreis für hervorragende Leistungen ausgezeichnet worden: Maximilian Vincen, Tom Einhaus und Lukas Bernhard im Bereich Naturwissenschaften sowie Jessica Mazat im Bereich Sprachen.

"Was sagen Zeugnisse über die Schüler aus?" Diese Frage warf bei der Verleihung des Markdorfer Wirtschaftsförderpreises Bürgermeister Georg Riedmann in den Raum, genauer gesagt in den Rittersaal des Bischofsschloss'. Und was sagen Wirtschaftsförderpreise über die schulische Bildung aus? "Am Ende des Schuljahres ist das ein bisschen wie eine Ernte einfahren", zog Schulleiter Tilmann Siebert Bilanz.

Die Ernte eingebracht mit einem Preis für herausragende Leistungen in naturwissenschaftlichen und sprachlichen Bereichen haben vier Schüler des Bildungszentrums. So ging im naturwissenschaftlichen Bereich der Preis an Maximilian Vincen und Tom Einhaus, sie widmeten sich der Frage "Entsteht mehr Energie durch Kochen?". "Man darf sich das jetzt nicht so vorstellen, dass wir monatelang an der Herdplatte hantiert haben", schmunzelte Maximilian Vincen. Vielmehr sei dieses Forschungsprojekt aus einer Studie des PM-Magazins hervorgegangen, welche letztlich gescheitert sei am Versuch, aufzuzeigen, dass seit der Entdeckung des Feuers dem Menschen mehr körpereigene Energie zur Verfügung stünde. Anhand der vier Einhaus'schen Hausmäuse galt es für die beiden Schüler, diese These zu bestätigen. Es wurde im weiteren Verlauf gebaut und programmiert, gekocht und dokumentiert. Mittels eines Laufrades sollten alsbald die Mäuse ihren Energieüberschuss dank aufgespaltener Mahlzeiten belegen. Und siehe da: Sie taten es! 50 Prozent mehr Laufleistung konnte das Mäuselaufrad verbuchen. Auf die Frage, wie's denn heute den Mäusen ginge, räumte Tom Einhaus den bedauerlichen Verlust dreier Nager ein. "Was aber ausschließlich am Alter lag, denn das Essen war absolut mausgerecht!"

"Art-gerecht" auf eine ganz andere Weise präsentierte sich das folgende Projekt, das nicht nur Kult-, sondern in dieser Form auch Kunststatus erreichen könnte. Die legendäre Nixie-Röhre war es, der sich Lukas Bernhard in seinen Studien gewidmet hatte. "Warum beschäftigt man sich mit so altem Kram", fragte sich nicht nur Gymnasiallehrer Ingo Bohlken, sondern jeder, der sich an diese Art Glimmlampe zur Darstellung verschiedener Zeichen erinnert. Die einfache Antwort lautet: Weil diese alten Geräte einfach cool aussehen und gerade eine Renaissance erleben. Nichts weniger als eine Nixie-Uhr sollte es also sein. Dargestellt von zehn in einem Glaskolben vereinten Kathoden, die entsprechende Ziffern bei entsprechender Steuerung anzeigen. In Lukas Bernhards Überlegung kinderleicht: "Das ist ganz normales Platinenbestücken – nichts Weltbewegendes." Ein bisschen hier, ein bisschen da; Glastrichter an der Drehmaschine formen und schwuppdiwupp sollte es dann funktionieren. Was es aber zunächst nicht tat. "Alles hat nicht besonders gut funktioniert", räumte der Zwölftklässler im Nachhinein ein. Was ihn aber zu keinem Zeitpunkt davon abhielt, weiterzumachen und nie aufzugeben. Solange, bis eben doch noch ein Licht aufging.

"Mich hat beeindruckt, wie groß die Bereitschaft ist, sich frustrieren zu lassen", sagte Siebert und betonte die Notwendigkeit des Scheiterns und der Erkenntnis, wie befreiend es sein kann, neu zu beginnen. "Lasst uns das Scheitern als etwas Positives sehen!", forderte Siebert zu dieser Geisteshaltung auf. Der kleine Seitenhieb in Richtung seines Nebenmannes, dem Schotten und somit britischem Staatsbürger Stefan Ferguson, war gewollt und spielte auf das Thema der Preisträgerin Jessica Mazat im sprachlichen Bereich an: das Brexit-Referendum. Viele Meinungen, viele Befürworter, viele Gegner. "Die Zukunft können wir aktiv beeinflussen. Die Vergangenheit können wir nicht mehr ändern", resümierte Jessica Mazat mit der beeindruckenden Fähigkeit, wohldurchdachte Positionen einzunehmen. Nach London wolle sie reisen, sich ein Bild machen von den Menschen und der Stimmung im Land. "Wir sollten versuchen, andere Meinungen nachzuvollziehen und uns nicht davor zu verschließen." Mit dieser Maxime im Gepäck wird sie bald diese Reise antreten.

Der Förderpreis

  • Der Förderpreis des Markdorfer Wirtschaftskreises wird in zwei Kategorien vergeben: Naturwissenschaften und Sprachen. Schüler können von der Schule für diesen Preis nominiert werden. Außerdem ermöglicht der Wirtschaftskreis eine etwa einwöchige Studienreise ins Ausland. Die Reise findet im Jahr nach der Preisverleihung statt. Der Preis richtet sich an Schüler der Abschlussklasse, die eine besondere Begabung im sprachlichen Bereich aufweisen.
  • Die Preisträger: Maximilian Vincen, Tom Einhaus und Lukas Bernhard (Naturwissenschaften) sowie Jessica Mazat (Sprachen) (hst)

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