Markdorf/Deggenhausertal Sturmschäden halten sich in Grenzen

Heftige Böen haben am Mittwoch in Markdorf einen Bauzaun umgeworfen. Die Feuerwehr hatte es in Markdorf und Deggenhausertal mit etlichen umgefallenenen Bäumen zu tun. Etwa 45 Minuten gab es in Deggenhausertal keinen Strom.

Glimpflich davongekommen sind Markdorf, Bermatingen und Deggenhausertal beim Sturm am Mittwoch. Tief "Burglind" tobte in den frühen Morgenstunden zum Teil in Orkanstärke übers Land. Wurden andernorts Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 130 Kilometern und hoher Schaden gemeldet, ist es in Markdorf vergleichsweise ruhig geblieben. "Ein umgeworfener Bauzaun um 12.28 Uhr und wenige Minuten später ein zweiter Einsatz, um in der Hauptstraße einen umsturzgefährdeten Baum abzusägen", erklärte Martin Scherer, Pressesprecher der Freiwilligen Feuerwehr in der Gehrenbergstadt am Nachmittag. Im Anschluss an ihre Einsätze, so Scherer weiter, "konnte die vorsorglich im Feuerwehrhaus zurückgestellte Bereitschaft wieder nach Hause fahren – beziehungsweise zur Arbeit. Bei heftigen Sturmtiefs wie Burglind stelle sich die Wehr auf erhebliche Schäden ein. Ergiebiger Starkregen überfluten dann oftmals die Keller. Und Sturmböen entwurzeln Bäume. So berichtete Pressesprecher Scherer aus der Vergangenheit. Je nach Schadenslage, so erläuterte der Pressesprecher, entscheide eine Führungsgruppe im Markdorfer Feuerwehrhaus, welche Meldungen zunächst und welche später "abgearbeitet" werden. Ereignen sich wenige Unglücksfälle rücke die Wehr sofort aus. Wenn sich die Unglücksfälle indes häufen, geht es zunächst dort hin wo Schlimmeres passiert ist, wo Straßen rasch geräumt werden müssen.

Mülleimer und Umleitungsschilder hielten dem Sturmtief "Burglind" nicht stand.
Mülleimer und Umleitungsschilder hielten dem Sturmtief "Burglind" nicht stand. | Bild: Jörg Büsche

Stefan Mutter, Leiter des städtischen Bauhofs, konnte seinen Mitarbeitern ebenfalls Entwarnung geben. "Wir sind derzeit zu zwölft", erklärte er am späten Vormittag. Außer einem umgekippten Umleitungsschild und umgeworfenen Mülltonnen gab es allerdings keine Einsätze. Deshalb blieb es für die Bauhof-Leute beim Rückschnitt in den öffentlichen Grünflächen. Bei wirklich schlimmen Unwettern kümmern sie sich um herabgefallene Äste und halten außerdem Abläufe frei oder beugen vor, wenn Bachläufe sich anstauen.

Sorgen haben die Sturmwarnung jedoch nicht allein der Feuerwehr und dem Bauhof bereitet. Auch Architekt Gerhard Lallinger, Leiter des Umbaus an der Mittleren Kaplanei, fürchtete, die orkanähnlichen Böen könnten Schäden am dortigen Baugerüst der anrichten. Bei einer Gesamtfläche von mehr als 900 Quadratmetern sei die Wahrscheinlichkeit, dass sich etwas losreißt oder unbefestigtes Material herabgeweht wird, recht hoch. Auf dem Gerüst ist Lallinger dann Johannes Beck begegnet. Der mit der Sanierung des Dachstuhls und Ausbau der Gaupen befasste Zimmerer-Meister schaute gleichfalls nach dem Rechten.

Architekt Gerhard Lallinger nach seinem Rundgang auf dem Baugerüst an der Mittleren Kaplanei.
Architekt Gerhard Lallinger nach seinem Rundgang auf dem Baugerüst an der Mittleren Kaplanei. | Bild: Jörg Büsche

Wer im Deggenhausertal unterwegs war, konnte recht ungewöhnliche Situationen erleben. So flogen zur Abholung bereitgestellte Christbäume durch die Gegend. Große Mülltonnen lagen unsortiert in der Gegend herum und Plastikplanen schwirrten in bizarrer Gestaltung durch die Luft. Gewöhnlich saubere Landes-, Kreis- und Gemeindestraßen waren übersät mit Sträuchern, Ästen und allerlei Grünzeug. Immer wieder konnte man Feuerwehrfahrzeuge im Einsatz erkennen, die meist zu Aufräumarbeiten unterwegs waren.

"Die erste Alarmierung erreichte uns um 10.47 Uhr", berichtete der Kommandant der Feuerwehr Deggenhausertal, Karl-Heinz Bentele. Der Sturm hatte beim Lehenhof, oberhalb des Teilorts Deggenhausen, eine riesige Tanne und einen nicht minder großem Laubbaum umgeworfen. Die Tanne, die auf der Verbindungsstraße von Deggenhausen nach Lichtenegg lag, wurde von der Feuerwehr zersägt und beiseite geschafft. Den Laubbaum, der die Zufahrt des Lehenhof versperrte, beseitigte das Lehenhof-Team. Insgesamt hatte die Wehr in Deggenhausertal vier Einsätze, bei denen jeweils umgestürzte Bäume beseitig werden mussten. Ein weiterer Baum von der Kreisstraße von Grünwangen in Richtung Markdorf, einer im Winkelhof und noch ein Baum an der Gemeindeverbindungsstraße zwischen Grünwangen und Oberstenweiler.

Vier Einsätze in rund drei Stunden hatte die Freiwillige Feuerwehr Deggenhausertal, um Schäden des Sturmtiefs "Burglind" zu beseitigen.
Vier Einsätze in rund drei Stunden hatte die Freiwillige Feuerwehr Deggenhausertal, um Schäden des Sturmtiefs "Burglind" zu beseitigen. | Bild: Wolf-Dieter Guip

Während des Sturms hatte es im Deggenhausertal einen etwa 45-minütigen Stromausfall gegeben. "Nach der ersten Alarmierung wurden sukzessive bis zu 26 Kameraden der Feuerwehr alarmiert, die sich um die Beseitigung der Schäden kümmerten", sagte Karl-Heinz Bentele. Nachdem es ab 13.30 Uhr wieder heller wurde, sei die Alarmbereitschaft um 14 Uhr beendet worden.

Stromausfälle

In der Gemeinde Deggenhausertal hat es wegen des Sturmtiefs "Burglind" mehrere Stromausfälle gegeben. Erste Meldungen wegen Störfällen hat es nach Auskunft von Dagmar Jordan, Pressesprecherin der Netze BW GmbH, ab kurz nach 11 Uhr gegeben. Betroffen waren laut Jordan zum einen Wittenhofen, Untersiggingen und Mennwangen. In den drei Ortschaften habe es 19 Minuten keinen Strom gegeben, ehe der Fehler durch Umschaltungen behoben worden sei. Zum anderen seien Deggenhausen und Boshasel durch einen kurzen Stromausfall von rund einer Minute betroffen gewesen. (gan)

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