Markdorf Studierende der FH Furtwangen entwickeln Online-Plattform für Flüchtlingshilfe

Studentin Sonita Soth, die in Markdorf bei SAP als Werkstudentin tätig ist, stellt das Projekt, eine Internet-Plattform für Flüchtlingshilfe vor.

Im Bereich der Flüchtlingshilfe läuft derzeit viel. Zuweilen fällt es Hilfswilligen und Bürgern schwer, sich zu orientieren: In einem Moment hat das örtliche Flüchtlingsheim Bedarf an Kleidung, wenige Wochen später sind so viele Kleidungsstücke abgegeben worden, dass die Bürger aufgefordert werden, die Spenden einzustellen. Um die Übersichtlichkeit von Hilfsangeboten und Bedarf zu erleichtern, haben Studenten der Hochschule Furtwangen eine Internet-Plattform entworfen, die für Orientierung sorgen soll.

Helfer sollen zusammengebracht werden

Sonita Soth ist eine der Studierenden, die an der Entwicklung der Plattform federführend beteiligt ist. „Auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise haben wir uns überlegt, was wir tun können“, beschreibt sie die Ausgangslage. Als Studierende des Studiengangs E-Business lag es nahe, die eigene Fachkompetenz einzubringen. Die geplante Plattform hat das Ziel, Hilfsorganisation, Helferkreise und freiwillige Helfer oder Hilfswillige zusammenzubringen. Wer sich also engagieren will, aber noch keine Idee hat, was er selbst leisten kann und was gefragt ist, kann auf der Website die eigene Postleitzahl eingeben und damit den lokalen Bedarf in der Flüchtlingshilfe erfahren.

Soweit die Theorie. Das Ganze funktioniere natürlich nur, wenn sich genügend Organisationen auf der Internetseite anmelden und ihren Bedarf dokumentieren, erläutert Sonita Soth. Derzeit ist die Tuttlingerin an zwei Tagen pro Woche als Werkstudentin bei SAP Markdorf beschäftigt, an drei Tagen studiert sie in Furtwangen. Die Organisation des Projekts wickeln die Studenten in ihrer Freizeit ab. Der Caritasverband und das DRK in Donaueschingen hätten eine Testvariante der Seite angesehen und seien begeistert gewesen. Im Moment werden die letzten rechtlichen Fragen geklärt, nötig ist zum Beispiel ein Eintrag ins Handelsregister.

Testvariante hat bereits für Begeisterung gesorgt

Sonita Soth hat sich vor allem in den Bereichen Marketing und Finanzen eingebracht, hat Unternehmen angeschrieben, die als Sponsoren in Frage kommen, Texte für einen Flyer geschrieben, ein Logo entworfen. In wenigen Tagen können die fünf Studenten das Projekt bei einem Gründerwettbewerb, dem Elevator Pitch BW, vorstellen. Das Unternehmen, das den Wettbewerb gewinnt, erhält ein Preisgeld, das investiert werden kann.

„Ich habe viel gelernt bei dem Projekt“, sagt die Studentin, „spannend sind die Kontakte zu den Hilfsorganisationen. Wir bekommen viel positive Resonanz“. Von der IHK und einem Anwalt bekamen die Studenten jeweils eine kostenlose Beratung. Einige Erfahrungen mit Flüchtlingen hat die 24-Jährige auch bereits gesammelt: Mit Bekannten habe sie mehrfach Kleidung und Gemüsespenden zu einer Flüchtlingsunterkunft gebracht.

Richtig spannend wird es aber ab dem 15. Januar. Dann wird die Sharity-Seite online sein und die Studenten werden sich um Pflege und Aktualisierung kümmern. Zu erwarten ist, dass ihr Engagement in der Vermittlung von Hilfsangeboten und Hilfsbedarf nachhaltig gefordert sein wird.

 

Flüchtlingshilfe

Zur Plattform: Sharity Online wird von 35 Studenten der Hochschule Furtwangen entwickelt, ab 15. Januar geht sie online. Im Vorstand sind fünf Studenten tätig. Auf der Website können Organisationen der Flüchtlingshilfe Aufgaben ausschreiben. Helfer können sich daran orientieren.
Kontakt: sonita.soth@hs-furtwangen.de

Firmenengagement: Die Firma SAP hat mehrere Hilfsprojekte angestoßen. Unter anderem haben Mitarbeiter und der Vorstand 900 000 Euro für die humanitäre Ersthilfe gesammelt. Im kommenden Jahr soll etwa 100 Flüchtlingen ein Praktikum bei SAP angeboten werden, wie Bettina Wunderle, in der Pressestelle von SAP tätig, berichtet.

SÜDKURIER-Datenbank: Der SÜDKURIER bündelt Initiativen, die Flüchtlingen helfen, und zeigt, was wo benötigt wird: www.suedkurier.de/skhilft

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