Markdorf St. Elisabeth: Kindergarten-Anbau kommt trotz Gegenwind im Rat

Der Kindergarten St. Elisabeth wird erweitert und erhält einen Anbau. Bestehende Räume werden saniert. Es ist ein neuer Bereich für unter Dreijährige geplant. Angesichts der großen Parkplatzprobleme vor dem Kindergarten in der Spitalstraße gab es auch Kritik zu den Anbauplänen.

Die Notwendigkeit, den St.-Elisabeth-Kindergarten in der Markdorfer Spitalstraße zu erweitern, sei größer als der Schrecken, den die damit verbundenen Kosten verursachen. So äußerte sich Bürgermeister Georg Riedmann unmittelbar, nachdem Bauamtsleiter Michael Schlegel die Planungsentwürfe für einen Anbau ans vorhandene Gebäude vorgestellt hatte. Rund 2,5 Millionen Euro soll der Erweiterungsbau kosten. In dieser Summe enthalten sind auch die Kosten für den Umbau im vorhandenen Komplex. Entstehen werden neue Büro- und Sozialräume. Der geplante Neubau mit einem Bereich für die Unter-Dreijährigen besitzt eine eigene Küche sowie Essensbereiche. Erschlossen wird er vom Haupttrakt aus durch einen Tunnel. Ausdrücklich verwies Bauamtsleiter Schlegel darauf, dass sich die "durchaus nicht als gering zu veranschlagenden Kosten" sehr wohl mit vergleichbaren Kindergarten-Neubauten vergleichen ließen. Auch mit dem in Ittendorf – und das obgleich der geplante Anbau an St. Elisabeth sowohl höheren energetischen Standards gerecht wird wie auch mit erheblich aufwändigeren Erschließungsarbeiten verbunden sei.

Den Freien Wählern im Gemeinderat kam der Planungsbeschluss zu früh. CDU-Stadtrat Alfons Viellieber konnte keinen Diskussionsbedarf mehr erkennen: "Wir wollen die U3-Gruppe, ein Anbau verbraucht auch weniger Fläche als ein gänzlicher Neubau – für mich ist die Sache abstimmungsreif." Ganz anders Dietmar Bitzenhofer: Der Fraktionschef der Freien Wähler äußerte erhebliche Bedenken. Er stellte sogar den Antrag, erneut über den Standort an der Spitalstraße nachzudenken. Bitzenhofer erinnerte daran, dass das benachbarte Seniorenzentrum St.

Franziskus weiteren Raumbedarf in Aussicht gestellt habe. Anderen Freien Wählern kam der von der Verwaltung vorgelegte Planungsentwurf zu rasch. Jens Neuman warnte davor, die Dinge zu übereilen. Ein Argument Bitzenhofers war das massive Parkplatzproblem in der Spitalstraße. Drei neue Kindergarten-Gruppen, weitere Erzieherinnen und noch mehr an- und abfahrende Eltern würden das nur noch verschärfen. Überhaupt: "Jeder Anbau ist immer nur Flickwerk", konstatierte Bitzenhofer, "warum beginnen wir nicht im Süden?" Dort habe die Stadt ohnehin einen neuen Kindergarten vorgesehen. Den könnte man zunächst gemeinsam mit einem Bauträger bauen und anschließend weitersehen.

Ein gewisses Verständnis für den Erweiterungsbedarf im St.-Elisabeth-Kindergarten zeigte Uwe Achilles, Fraktionsvorsitzender der SPD. Aus seiner Sicht gebe es eine Konkurrenz unter den Kindergärten. Der Platz- und Betreuungsbedarf für unter Dreijährige sei in der Stadt sicherlich gegeben. Am Ende votierten sechs Stadträte mit Nein, vier enthielten sich und eine Mehrheit von 14 Stimmen gab es für das vorgelegte Planungskonzept.

"Wir freuen uns schon sehr darüber, erklärte Ina Berger. Die Leiterin des St.-Elisabeth-Kindergartens hatte die Sitzung mit ihren Erzieherinnen verfolgt. "Viele Eltern wünschen sich ein U-3-Angebot", so Ina Berger. Demnächst müsse sie diese Eltern nicht mehr an andere Kindergärten verweisen. Und für die Kinder sei es günstig, die von klein auf vertraute Umgebung nicht mehr wechseln zu müssen. Der "starke Gegenwind im Gemeinderat" habe sie aber schon überrascht, erklärte Berger.

 

Die Kosten

Die Belegungszahlen in den Markdorfer Kindertagesstätten haben den Ausbau des Kindergartens St. Elisabeth erforderlich gemacht. Geplant ist ein Erweiterungsbau für den Bereich der unter Dreijährigen, außerdem Veränderungen im schon vorhandenen Gebäudeteil.

Insgesamt wird von Baukosten in Höhe von etwa 2,5 Millionen Euro ausgegangen. Kostentreibende Faktoren sind dabei der erhöhte Absicherungsaufwand hin zur Spitalstraße sowie die neuerlich angestiegenen Anforderungen im Bereich der Wärmedämmung. Laut EU-Richtlinien müssen ab dem Jahr 2019 alle öffentlichen Gebäude in Niedrigstenergie-Bauweise ausgeführt werden.

 

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