Markdorf Schnee-Chaos auf der "Müllstraße" zwischen Markdorf und Raderach

Polizei und Straßenmeisterei berichten über stundenlange Einsätze am Montagabend. Räumfahrzeuge des Landkreises fahren 2200 Kilometer in 77 Einsatzstunden ab und setzen 89 Tonnen Streusalz ein

Markdorf (gup) Es ging rasend schnell und es war heftig: Wegen des starken Schneefalls am Montagabend und einsetzender Glätte auf den Straßen mussten die Mitarbeiter des städtischen Bauhofs kurzfristig aus ihrem Feierabend geholt werden, berichtet Bauhof-Leiter Stefan Mutter auf Anfrage des SÜDKURIER. Auch am Dienstagmorgen seien die Räumfahrzeuge des Bauhofs nochmals im Einsatz gewesen, sagt Mutter.

Gegen 19 Uhr hatte in der Redaktion das Telefon geklingelt. Wo denn die Streufahrzeuge blieben, wollte ein Leser wissen. Zwischen Markdorf und Raderach sei auf der Kreisstraße bereits ein kilometerlanger Stau entstanden. Darüber informiert Tobias Karrasch von der Straßenmeisterei Markdorf des Landratsamtes. Vor allem betroffen gewesen sei die K 7742, die "Müllstraße", bestätigt er. Aber auch die B 31 bis in den Raum Meersburg und die B 33 um Markdorf seien in Windeseile zugeschneit und spiegelglatt gewesen. Zu diesem Zeitpunkt waren die Räumfahrzeuge lange schon unterwegs gewesen. Von 3.40 Uhr bis 22.45 Uhr seien sie fast ununterbrochen gefahren, berichtet Karrasch. Auf sieben Touren sei die Straßenmeisterei mit sieben Fahrzeugen im Einsatz gewesen, im gesamten Bezirk. Wegen plötzlicher Schnee- und Graupelschauer sei man gezwungen gewesen, vier so genannte Volleinsätze zu fahren. Das Problem: Weil der starke Temperatursturz am Montagnachmittag so plötzlich einsetzte, habe das eingesetzte Streusalz Natriumchlorid nicht sofort gewirkt beziehungsweise sei die Fahrbahn sofort wieder zugefroren. Zudem, so Karrasch, hätten sich unter die Schneeschauer auch Eiskörner gemischt, was die Situation zusätzlich verschärft hatte.

Gegen 17.30 Uhr, so berichtet die Polizei, sei der Verkehr auf der K 7742 völlig zum Erliegen gekommen. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich auf der Fahrbahn bereits eine ein Zentimeter dicke Eisschicht gebildet. Die Kreisstraße musste kurze Zeit später für mehrere Stunden vollgesperrt werden. Einige Autofahrer, die nicht mehr weiterkamen, seien ausgestiegen und zu Fuß weitergegangen, so die Polizei. Das DRK betreute die in ihren Autos ausharrenden Insassen. Die Polizei musste den Räumfahrzeugen mit viel Aufwand, wie es heißt, das Durchkommen ermöglichen. Erst gegen 20.45 Uhr sei die K 7742 wieder befahrbar gewesen.

Zuvor musste noch ein Streufahrzeug wieder flott gemacht werden, das ins Rutschen geraten war und auf dem Seitenstreifen festgefahren steckengeblieben war. Kurz vor der Vollsperrung kam es bei Raderach noch zu einem Unfall, an dem drei Autos beteiligt waren und ein Schaden von 5000 Euro entstanden war, jedoch niemand verletzt wurde. Laut Karrasch setzte die Straßenmeisterei am Montag 89 Tonnen Streusalz und 34 000 Liter Salz-Sole ein. 2200 Kilometer wurden in insgesamt 77 Stunden Einsatz abgefahren.

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