Markdorf Notlösung beim Markdorfer Bahnübergang

Im Bereich des Markdorfer Bahnübergangs an der Kreuzung Gutenbergstraße/Ensisheimer Straße ist die Ampelanlage erneut ausgefallen. Wieder hat die alte, erst kürzlich reparierte Steuerungstechnik versagt.

Die Ampelanlage am Bahnübergang Gutenbergstraße/Ensisheimer Straße ist – wenige Wochen nach den jüngsten Reparaturen – wieder außer Betrieb. Erneut ist die veraltete Steuerungstechnik defekt. Und wieder muss ein Techniker ran. "Die Reparaturarbeiten beginnen am Montag. Wir hoffen, dass der Fehler bald behoben und die Anlage wieder in Betrieb genommen werden kann", erklärt Ordnungsamtsleiter Jürgen Hess.

Kurzerhand ist eine Notlösung eingerichtet worden. Für Fußgänger steht an der Ensisheimer Straße etwa auf Höhe der Straße Am Sportplatz wieder eine provisorische Ampel. Auf der Ensisheimer Straße sowie auf der Bernhardstraße gilt auf Teilabschnitten bis auf Weiteres Tempo 30. Bekanntlich bilden die Ensisheimer Straße und die Bernhardstraße wegen des Berufspendler- und Schulverkehrs (BZM) eine Hauptverkehrsachse im Süden Markdorfs.

Wegen der ausgefallenen Ampelsteuerung am Bahnübergang – bei geschlossenen Schranken komplette Rotphase für alle Richtungen, sonst keine Ampelsignale – gilt derzeit eine Tempo-30-Zone in der Bernhardstraße und Ensisheimer Straße. In der Bernhardstraße soll schnellstmöglich eine provisorische Fußgängerampel aufgestellt werden, wie das in der Ensisheimer Straße der Fall ist.
Wegen der ausgefallenen Ampelsteuerung am Bahnübergang – bei geschlossenen Schranken komplette Rotphase für alle Richtungen, sonst keine Ampelsignale – gilt derzeit eine Tempo-30-Zone in der Bernhardstraße und Ensisheimer Straße. In der Bernhardstraße soll schnellstmöglich eine provisorische Fußgängerampel aufgestellt werden, wie das in der Ensisheimer Straße der Fall ist. | Bild: Stefanie Kerstan

Um die Frage zu klären, wie es mit der Verkehrsregelung beim Bahnübergang weitergehen soll, hat laut Mitteilung der Stadtverwaltung am Mittwoch ein Gespräch stattgefunden. Beteiligt waren Vertreter der Deutschen Bahn, Polizei, Straßenverkehrsbehörde, VCD Bodenseekreis, ADFC Bodenseekreis sowie eines Verkehrsingenieurbüros. Die Stadtverwaltung strebt eine abknickende Vorfahrtsstraße an. "Wir werden das Thema vorantreiben", erklärt der Ordnungsamtsleiter angesichts der ständigen Ausfälle. Ein Teil der Vorarbeit ist geleistet worden. Im Zuge des Markdorfer Mobilitätskonzeptes hat die Stadtverwaltung ein Verkehrsingenieurbüro beauftragt. Ziel ist die Neugestaltung des Kreuzungsbereichs mit der Maßgabe, dass der Verkehr mit abknickender Vorfahrt auf der Gutenbergstraße/Ensisheimer Straße bevorrechtigt ist.

"Im Falle einer solchen Vorfahrtsregelung könnte auf eine mit dem Bahnverkehr kombinierte Ampelregelung verzichtet werden", teilt Hess mit. Das Ingenieurbüro habe eine Simulation erstellt. Mit dem Ergebnis, dass im Falle einer abknickenden Vorfahrt ohne Ampelregelung "eine gute Verkehrsabwicklung gegeben wäre". Für Fußgänger sollen in der Ensisheimer Straße und in der Bernhardstraße etwas entfernt vom Kreuzungsbereich Ampeln aufgestellt werden. Diese würden laut Untersuchungsergebnis nicht zu nicht mehr vertretbaren Rückstaus im Bereich des Bahnübergangs führen. Deshalb werde diese Lösung derzeit von der Stadt Markdorf und von der Bahn bevorzugt.

Die Straßenverkehrsbehörde des Landratsamts möchte als Entscheidungsbasis umfassendere Daten über die Verkehrsströme für 24-Stunden-Zeiträume. Denn diese Behörde ist die per Gesetz die entscheidende Stelle für alle verkehrsrechtlichen Fragen im öffentlichen Verkehrsraum in Markdorf. "Alle Veränderungen und Regelungen müssen durch die Straßenverkehrsbehörde angeordnet werden", erklärt Robert Schwarz, Sprecher des Landratsamts. Um über die Neugestaltung mit abknickender Vorfahrtsstraße konform zur Straßenverkehrsordnung (StVO) zu entscheiden, benötige die Behörde Zählungsdaten der tatsächlich an der Kreuzung vorhandenen Verkehrsmengen. Eine Simulation reiche nicht aus. In der Regel würden durch automatische Zählgeräte mehrere Tage lang diese Daten erhoben, um ein typisches 24-Stunden-Bild über Verkehrsströme zu erhalten. "Der Hintergrund dafür ist, dass eine Vorfahrtsstraße nicht in massiver Weise entgegen der tatsächlich vorhandenen Verkehrsströme eingerichtet werden dürfte", verdeutlicht Schwarz.

Die nächsten Schritte

Das beauftragte Verkehrsingenieurbüro liefert der Stadt Markdorf innerhalb der nächsten zwei Wochen genaue Daten über die Verkehrsströme im Bereich des Bahnübergangs Gutenbergstraße/Ensisheimer Straße/Bernhardstraße für 24-Stunden-Zeiträume nach. Der Gemeinderat soll in seiner Sitzung am 27. März entscheiden, ob die Stadt Markdorf bei der Straßenverkehrsbehörde des Landratsamtes Bodenseekreis eine verkehrsrechtliche Anordnung für eine abknickende Vorfahrtsstraße beantragt. Denn die Straßenverkehrsbehörde ist per Gesetz die entscheidende Stelle für alle verkehrsrechtlichen Angelegenheiten/Fragen im öffentlichen Verkehrsraum in Markdorf. Sofern diese Behörde auf Basis der nachgereichten Daten über die ermittelten Verkehrsströme grünes Licht für das Vorhaben gibt, wird mit der Bahn eine sogenannte Planungsvereinbarung geschlossen. Diese Vereinbarung hat laut Markdorfs Ordnungsamtsleiter Jürgen Hess Vertragscharakter und ist verbindlich für beide Seiten. Wegen der Störanfälligkeit der Ampelanlage wird derzeit erwogen, das Verkehrskonzept der abknickenden Vorfahrtsstraße auf der Verkehrsachse Gutenbergstraße/Ensisheimer Straße in einer Testphase provisorisch mit gelben Markierungsstreifen, Baken und Beschilderungen einzurichten, wie Verkehrsteilnehmer das von Straßenbaustellen her kennen. Plan B wäre laut Hess: komplett neue Anlage mit neuer Steuerung zu geschätzten Kosten von rund 1,2 Millionen Euro. (gan)

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