Markdorf Neuer Laden in Markdorf: Einkaufen ohne Verpackung

Ab Sommer 2016 wird in Markdorf der erste verpackungsfreie Laden im Bodenseekreis eröffnet. Simone Keller macht sich mit dem„Unverpackt“-Laden selbständig und erfüllt sich so einen lang gehegten Wunsch. Nach dem Einkauf nehmen Kunden die Ware in selbst mitgebrachten Behältern wie Kisten oder Boxen mit.

Unverpackt einkaufen – wie soll das funktionieren? Wer in einem Supermarkt einkaufen geht, hat nicht nur Lebensmittel, sondern auch jede Menge Verpackungsmüll im Einkaufswagen – von der PET-Flasche über die Plastikfolie bis zum Tetra Pack. Eigentlich kaum vorstellbar „unverpackt“ Waren zu besorgen und nach Hause zu transportieren.

In Markdorf wird es ab Sommer 2016 den ersten verpackungsfreien Laden im Bodenseekreis geben – in der Hauptstraße, im ehemaligen Geschäft der Metzgerei Frick. Neue Inhaberin ist Simone Keller aus dem Deggenhausertal, die sich mit der Umsetzung ihres Konzeptes einen Traum erfüllt. „Es war eigentlich ein lang gehegter Wunsch von mir einen Hofladen zu führen“, sagt Keller, die mit ihrer Familie auf dem Tannenhof zwischen Wendlingen und Grünwangen wohnt. Doch dorthin würde niemand finden und der landwirtschaftliche Betrieb werfe zu wenig ab, erzählt sie. So war sie in Markdorf auf der Suche und wurde fündig. „Das leer stehende Geschäft ist mir direkt ins Auge gestochen und besser geht es nicht von der Lage.“ Ihre zukünftigen Kunden sollen regionale Produkte kaufen können und dabei ohne Verpackungen auskommen.

Doch wie funktioniert das nun? Die Kunden kommen mit ihren mitgebrachten Behältern wie Tupperdosen, Gefäße, Flaschen, Kisten oder Boxen in das Geschäft und lassen sich die Produkte in ihrer selbst gewählten Menge abfüllen. Welche Produkte genau Simone Keller anbieten wird, weiß die 44-Jährige derzeit noch nicht zu 100 Prozent. „Da bin ich gerade in der Planung, was wie möglich ist“, so die gelernte Architektin. Sie kann sich zum Beispiel vorstellen unter anderem Müsli, Getreide oder Süßigkeiten in ihrem Sortiment zu haben. Außerdem soll es noch eine Smoothie-Bar geben.

Nach einer „Babypause“, die Kinder sind mittlerweile zehn und zwölf Jahre alt, wagt sie einen beruflichen Neustart. „Ich wollte einfach mehr mit Menschen in Kontakt sein“, schildert Keller ihre Überlegungen. Über einem Zeitschriftenartikel ist sie auf den Laden „Unverpackt“ von Marie Delaperrière in Kiel aufmerksam geworden. „Das ist eine Innovation und der ökologische Gedenke hat mir sehr gut gefallen“, sagt Keller, die heute nach Kiel fährt, um sich in einem Seminar von Delaperrière weitere Tipps zu holen. Simone Keller möchte den Supermarkt in Eigenregie führen, Freundinnen werden ihr helfen und auch ihre Schwester packt mit an. „Wir werden nicht durchgängig sechs Tage die Woche geöffnet haben“, so Keller, die sich vorstellen kann, halbtags, Donnerstag ganztags und samstags für ihre Kunden da zu sein.

Beim Stadtmarketing freut man sich über das besondere Konzept. „Ich denke, dass dies das Einkaufsangebot in unserer Stadt sehr bereichern wird“, so Lucie Fieber, Geschäftsführerin Markdorf Marketing. Denn Simone Keller setzt eine gute Idee um, wenn man bedenkt, dass laut einer Studie der Bertelsmann-Stiftung jeder Deutsche pro Jahr 614 Kilogramm Müll produziert.

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