Markdorf Kurt Wörner verfasst Ortschronik "750 Jahre Leimbach"

Leimbach wird 1268 erstmals urkundlich erwähnt. Kurt Wörner ist in Leimbach geboren, aufgewachsen und der 61-Jährige lebt auch heute noch in dem Markdorfer Ortsteil. Da er sich sehr für Geschichte interessiert, lag es für ihn nahe eine Ortschronik zu verfassen.

Kurt Wörner ist in Leimbach geboren, aufgewachsen und der 61-Jährige lebt auch heute noch in dem Markdorfer Ortsteil. Schon immer interessiert ihn die Geschichte von Leimbach und so war es naheliegend, dass er 2015 im großen SÜDKURIER-Stadtteil-Check als Pate für den Ortsteil als Ansprechpartner zur Verfügung stand. "Bei der damaligen Recherche sind wir auf die erste urkundliche Erwähnung von Leimbach gestoßen", erinnert sich Wörner und so entstand die Idee, zum 750-jährigen Bestehen in diesem Jahr eine Ortschronik zu schreiben – verbunden mit einer Ausstellung, die am Wochenende im Vereinsheim in Hepbach zu sehen sein wird.

Kurt Wörner kennt persönlich vor allem die alteingesessenen Leimbacher Familien, die ihm einen Blick in die privaten Archive, Chroniken und Fotobücher gewährt haben. Parallel hat er sich durch viele Bücher gelesen, Material gesichtet, Urkunden analysiert, alte SÜDKURIER-Artikel durchforstet, Archive besucht und alles aufgeschrieben. "Der frührere Ortsvorsteher Josef Lohr hat sehr viel gesammelt und Stadtarchivar Walter Hutter hat mich sehr unterstützt", sagt Wörner. Nach zwei Jahren intensiver Arbeit hat er mittlerweile über 800 Seiten und 3000 Bilder auf zwei CDs zusammen. Am Ende ist Kurt Wörner aber lange noch nicht, dazu gibt es viel zu viele interessante Geschichte zu erzählen. "Ich bin einfach sehr wissbegierig und neugierig."

Als Gründungsmitglieder der Narrenzunft Hugeloh Leimbach spielt für Kurt Wörner auch die Fasnachtsgeschichte eine große Rolle. "Vieles hat sich auch einfach so ergeben. Auf alten Umzugsbildern sind alte Häuser mitabgebildet, sodass man eine gute Übersicht darüber hat, wie sich der Ort baulich verändert hat." Die Fasnacht darf bei der Ausstellung nicht zu kurz kommen, schließlich feiern die Hugelohs einen runden Geburtstag. "Das war reiner Zufall", sagt Wörner zum Gründungsjahr 1978. Gezeigt wurden neben Bildern, verschiedene Häser, Hexen, Basler Fastnacht sowie Holzmasken und deren Herstellung. Ausgestellt wurden auch die Patenzünfte der Hugelohs. Die Besucher erfahren so einiges über die Gründung und Chronik der Leimbacher Narrenzunft.

Seine Chronik hat Kurt Wörner in mehrere Teile gegliedert. Zunächst befasst er sich mit der Geschichte der Gemeinde, dann mit der Ortschaft Leimbach, Teil drei dreht sich um die Ortschaften Riedheim, Hepbach und Stadel, Teil vier stellt die Vereine vor und der letzte Teil ist der Fasnet gewidmet. Nach besonderen Anekdoten gefragt, erzählt Wörner von der Geschichte eines Mannes namens Anton, der 1916 Feldpostkarten an eine Mathilde Matt aus Hepbach schrieb. "Zwar habe ich die Postkarten vorliegen, aber die Familien habe ich noch nicht ausfindig machen können", so Wörner. Er porträtiert Leimbacher Familien wie beispielsweise die Familien Müller, Liewer und Spießmacher. Auch seine eigenen Erinnerungen kommen nicht zu kurz. Über das alte Molkehäusle schreibt er zum Beispiel: "Für Kinder und Jugendliche war es in den 60er Jahren normal die Milch im Molkehäusle mit Milchkannen am Abend abzuholen. Es gab für jeden Liter Milchmarken, die man bei der Genossenschaft kaufen konnte."

Neben dem Sammeln von Geschichten hat Kurt Wörner eine weitere große Leidenschaft: Das Sammeln von alten Gegenständen. Aus seinem Privatbesitz wird er einiges am Wochenende im Vereinsheim ausstellen. Dazu gehören unter anderem Haushaltswaren, Bügeleisen, Schreibmaschine, Radio, Bohrmaschine, Kinderspielzeug, Zeitschriften und Filmplakate.

Die Ortschronik gibt es bislang nur privat. Eine Veröffentlichung in Buchform ist derzeit nicht geplant. Bei Interesse kann man sich an Kurt Wörner wenden, Telefonnummer 0 75 44/52 87.

Urkunde und Ausstellung

  • Leimbach wurde im Jahre 1268 erstmals urkundlich als Lainbach erwähnt, als das Kloster Kreuzlingen größeren Besitz von Konrad von Reute erwarb. In den folgenden Jahrhunderten wurden folgende Schreibformen gebraucht: Lainbach, Lienbach, Laymbach, Laynbach, Laimbach, Laimpach. Eine Urkunde, in Markdorf vor dem 24. September 1269 ausgestellt, bezeugt, dass die Brüder Ulrich und Konrad von Markdorf den St. Gallischen Lehenhof Leimbach auf den älteren Harrer, ihren Hörigen, übertragen haben, der ihn um 16 Mark Silber von Ritter Konrad von Eberbach gekauft hat. Kirchlich gehörte Leimbach bis 1389 zur Pfarrei Oberteuringen, bevor Kirche und Pfarramt in Hepbach neu gegründet wurden.
  • Die Ausstellung „750 Jahre Leimbach 1268 – 2018“ und „40 Jahre NZ Hugeloh Leimbach 1978 – 2018“ ist im Vereinsheim in Hepbach am Samstag, 6. Januar und Sonntag, 7. Januar von 11 bis 17 Uhr geöffnet.

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