Markdorf Kritik am Parkraum-Konzept in Markdorf wächst

Im kommenden Frühjahr wird in Markdorf die Blaue Zone eingeführt – doch wie genau soll diese Form der Parkraumbewirtschaftung in der Innenstadt umgesetzt werden? In einem öffentlichen "Werkstattgespräch" stellten die Freien Wähler dieses Thema zur Diskussion.

"Nur den Hebel umzulegen und aus den bisher unbewirtschafteten bewirtschafte Parkmöglichkeiten zu generieren, ist sicherlich nicht ausreichend und bringt nur neue Probleme", legte Dietmar Bitzenhofer einleitend dar. In der Runde herrschte Einigkeit, dass es an einem schlüssigen Konzept für die Umsetzung fehle und so mehr Probleme entstehen, als tatsächlich gelöst werden. Kritisiert wird, dass zum einen kein neuer Parkraum im Konzept vorgesehen ist. Zum anderen wird befürchtet, dass das Problem in den Peripheriebereich um die Zone herum verlagert wird.

Als Befürworter der Blauen Zone waren Silke Sulger, Geschäftsführerin der Edeka-Sulger Märkte, und der Geschäftsführer des Gesundheitszentrums in der Hauptstraße, Dieter Walliser, gekommen. "So wie es jetzt ist, kann es nicht bleiben, der angepriesene ,freie Parken'-Vorteil ist weg. Patienten müssen teils sehr lange nach einem freien Parkplatz suchen, das schreckt ab", erläuterte Walliser. Das Gesundheitszentrum habe man damals bewusst als Frequenzbringer in die Stadtmitte gelegt. Rund 100 Mitarbeiter sind zudem in den Praxen beschäftigt die geeigneten Parkraum benötigen.

Das – nach Walliser Ansicht – fehlende Parkraumkonzept der Stadt schrecke mittlerweile auch potenzielle Stellenbewerber ab. "Wir suchen gutes Fachpersonal, aber wenn ich denen erzähle, sie müssen am Bahnhof parken und den Weg zur Arbeit mit einem schönen Spaziergang verbinden, sind die gleich wieder weg", so Dieter Walliser. Für Silke Sulger kann die Blaue Zone gar nicht früh genug kommen, hat sie doch schon heute massiv mit Dauerparkern auf ihrem Kundenparkplatz des Supermarktes in der Mangoldstraße zu kämpfen. "Selbst als Privatparkplatz für Mitarbeiter gekennzeichnete Stellplätze werden zugeparkt, das interessiert niemanden." Wenn die Wohnungen im gegenüberliegenden Wohnpark des Familienheimes Bodensee bezogen sind, befürchtet Silke Sulger, dass die Situation noch angespannter wird. "Die werden aus Bequemlichkeit bei uns parken." Daher plant Sulger eine Form der Parkraumbewirtschaftung oder -kontrolle. Wie diese genau aussehen wird, steht derzeit noch nicht fest. Auch die Sparkasse Bodensee plant, auf ihrem Parkplatz einen Teil ausschließlich für die Kunden zu reservieren. "Wir fangen jetzt mit den konkreten Überlegungen an", so Pressesprecher Wolfgang Aich auf SÜDKURIER-Nachfrage.

Helmut Maunz von der Bären Apotheke in der Bahnhofstraße ist mit der Blauen Zone nicht einverstanden. Für ihn findet nur eine Verlagerung der Probleme statt. "Man kann nicht so eine Zone einrichten und keine neuen Parkplätze schaffen. Die Situation in der Bahnhofstraße ist schon jetzt unzumutbar." Konsequenterweise solle man laut Maunz die Blaue Zone halbseitig auf die Bahnhofstraße ausweiten. Einen weiteren konstruktiven Lösungsansatz brachte Joachim Heilmaier ein. "Ich kann mir vorstellen, auf der Fläche des Bauhofs in der Hauptstraße einen Parkplatz einzurichten und den Bauhof nach außerhalb zu verlegen." Dietmar Bitzenhofer schlug ein "Parkplatz-Sharing" vor: Menschen, die tagsüber außerhalb von Markdorf arbeiten, könnten ihre Stellplätze Arbeitnehmern zur Verfügung stellen.

 

Die Blaue Zone

Der Gemeinderat hatte am 14. November die Einrichtung einer Blauen Zone im Innenstadtbereich beschlossen. Vorgesehen ist eine Parkzeitbeschränkung per Parkscheibe mit einer Höchstparkdauer von zwei Stunden. Die Zone gilt entlang der Hauptstraße, Biberacherhofstraße, auf dem Marktplatz sowie am Stadtgraben, auf den Stellplätzen gegenüber der Stadthalle sowie in den beiden Obergeschossen der Tiefgaragen Post und Bischofsschloss. Die Beschränkung soll montags bis freitags von 8 Uhr bis 18 Uhr und samstags von 8 Uhr bis 13 Uhr gelten. (jmh)

 

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