Markdorf Geschichtete Kunst zum Markdorfer Stadtjubiläum

Vernissage: Die neue Ausstellung des Kunstvereins ist eröffnet. 42 Künstler stellen in der Stadtgalerie in der Ulrichstraße bis zum 27. Oktober aus

"Geschichtet" – so lautet der Titel der am vergangenen Freitagabend in der Markdorfer Stadtgalerie, Ulrichstraße 5, neu eröffneten Ausstellung mit Werken von 42 Künstlerinnen und Künstlern. Zu sehen sind nun bis zum 27. Oktober 54 Arbeiten. Darunter findet sich Abstraktes wie Konkretes, Plastiken ebenso wie Gemälde. Allesamt aber nehmen sie Bezug zu dem vom Markdorfer Kunstverein vorgegebenen "Geschichtet"-Thema.

Ein Thema, das indes zu einiger Verwirrung geführt hat. Wie Bürgermeister Georg Riedmann am Freitagabend bei seiner Begrüßung in der Stadtgalerie klar stellte, gebe es durchaus einen Bezug von "Geschichtet" zur "Geschichte". Die "Geschichtet"-Ausstellung reihe sich in den Fest-Reigen zum Stadtjubiläum ein. Man feiere, dass die Gehrenbergstadt beziehungsweise deren dörflicher Vorläufer vor 1200 Jahren erstmals urkundlich erwähnt worden sei. Riedmann bezeichnete die aktuelle Ausstellung in der Stadtgalerie als "besonderen Betrag des Kunstvereins zu unserem Stadtjubiläum". Mithin liege der Geschichtsbezug auf der Hand, selbst wenn die ausgewählten Künstler sich vor allem technisch mit der Frage befasst haben, welche Wirkung aufeinandergelegte Schichten zeigen. Der Bürgermeister erinnerte an die vor wenigen Monaten entdeckte keltische Viereckschanze – unter einer Bodenschicht im Markdorfer Gewerbegebiet.

Ganz genau nimmt Kunsthistorikerin Andrea Dreher einen Kunst-Hamburger in Augenschein. Bild: Jörg Büsche
Ganz genau nimmt Kunsthistorikerin Andrea Dreher einen Kunst-Hamburger in Augenschein. Bild: Jörg Büsche

Andrea Dreher, eine der drei Jurorinnen – neben Babette Cäsar vom Kulturamt Wangen und Andreas Rueß vom Saulgauer Kulturamt -, erläuterte die Jury-Entscheidung in ihrer Einführungsrede. Die Kunsthistorikerin und Galeristin aus Ravensburg beschrieb die Modalitäten, mit denen die 425 weit überwiegend von Künstlern aus der Bodenseeregion eingereichten Arbeiten für die Markdorfer Ausstellung ausgewählt wurden. So wie schon zuvor Bürgermeister Riedmann ging auch Andrea Dreher auf die Schwierigkeiten ein, die mit jeder Jurierung verbunden sind. Insbesondere jene, die nicht ausgewählt werden, zeigen sich oftmals enttäuscht. Dreher deutete an, dass sie im Nachgang der Entscheidung von "ausjurierten" Künstlern angesprochen worden sei. Sie ließ auch durchblicken, dass die Jury-Entscheidungen keineswegs ganz ohne Kontroversen getroffen worden seien: "Zum Teil haben wir heftig diskutiert." Ausdrücklichen Dank richtete sie in diesem Zusammenhang an Kurt Dadischeck vom Organisationsteam des Kunstvereins, der das von den Künstlern eingereichte Material anonymisiert und "sehr professionell aufbereitet" habe.

Zahlreich sind die Besucher zur Vernissage der neuen Ausstellung in die Stadtgalerie gekommen. Bild: Jörg Büsche
Zahlreich sind die Besucher zur Vernissage der neuen Ausstellung in die Stadtgalerie gekommen. Bild: Jörg Büsche
"Das Stadtjubiläum wurde nur von wenigen Künstlern aufgegriffen", erklärte Andrea Dreher. In den Raum stellte die Kunsthistorikerin sodann andere Bedeutungsaspekte des Partizips "geschichtet". Es könne sich auf Vieles beziehen, zum Beispiel auf Gesellschaft. Schließlich wies Dreher darauf hin, "dass Malerei grundsätzlich aus Geschichtetem bestehe". Gänzlich ungeschichtet, dafür in schönstem Einklang tönte die Vernissage-Musik von Andrea Kahlo-Ringendahl (Klavier), Diego Sanz Lopez (Posaune) und Wolfgang Dennenmoser (Kontrabass).

"Geschichtet"

Zum Stadtjubiläum hat der Kunstverein zu einer jurierten Ausstellung eingeladen. Die Stadt Markdorf hat Preisgelder in Höhe von 5000 Euro ausgelobt. Wiederum ist es die Jury, welche bereits die Werke für die Ausstellung ausgewählt hat, die auch die Preisträger ermittelt. Neben den 3000, 1000 und 500 Euro werden noch weitere 500 Euro an den Gewinner des Publikumspreises ausgeschüttet. Die Besucher können ihre Lieblingsarbeit in der Ausstellung wählen. Bekanntgabe der Preisträger ist am 28. Oktober. (büj)

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